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Warum gefährde ich durch eine Minderung den Verbleib in meiner Wohnung?

Rechtstipp vom 05.11.2015
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Rechtstipp vom 05.11.2015
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Bei einer Mietminderung wird in der Praxis häufig übersehen, dass eine rechtswidrige Minderung zur Räumungsklage führen kann. Soweit eine Minderung rechtswidrig ist, gerät der Mieter in Zahlungsverzug. Zumindest dann wenn der Zahlungsverzug mehr als zwei Monate beträgt, wird eine Kündigung des Mietverhältnisses in Betracht kommen.

Besonders problematisch kann eine Minderung wegen Schimmels sein. Der Vermieter behauptet häufig, dass der Schimmel auf ein unzureichendes Lüftungsverhalten des Mieters zurückzuführen ist. Der Mieter hingegen führt an, dass die Bauart des Gebäudes für den Schimmel verantwortlich ist.

Häufig kann in diesen Konstellationen nur ein Sachverständigengutachten klären, welche der Parteien im Recht ist. Die Erstellung eines entsprechenden Sachverständigengutachtens und der entsprechende Prozess können leicht mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Soweit die Miete in der Zwischenzeit gemindert wird, stellt sich möglicherweise im Nachhinein heraus, dass diese Minderung rechtswidrig war und sodann eine Räumungsklage erfolgt. Um diese Gefahr zu umgehen, sollte man sich überlegen, ob man die Miete zunächst ungemindert zahlt und erst im Nachhinein zurückfordert, sofern das Sachverständigengutachten die eigene Sichtweise bestätigt.

Als weiteres Problem stellt sich in der Praxis dar, dass die Minderung häufig prozentual zu hoch vorgenommen wird. Sofern man sich an entsprechenden Mietminderungstabellen orientiert, sollte die Minderung daher tendenziell eher gering ausfallen. Schließlich wird auch durch eine geringe Minderung der Vermieter für die Mängel in der Wohnung sensibilisiert und schafft eventuell Abhilfe. Dies dürfte der bessere Weg sein, als dass im Rahmen einer zu hohen Minderung der Verbleib in der Wohnung gefährdet wird.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Mietrecht & Wohnungseigentumsrecht

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