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Warum müssen Kinder mit zum Familiengericht? Ab wann haben Kinder ein Mitspracherecht?

Rechtstipp vom 16.03.2019
Rechtstipp vom 16.03.2019

Die gesetzliche Grundlage für die Anhörung von Kindern vor dem Familiengericht ist § 159 FamFG. Danach hat das Gericht das Kind persönlich anzuhören, wenn es das 14. Lebensjahr vollendet hat.

Hat das Kind das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet, ist es persönlich anzuhören, wenn die Neigungen, Bindungen oder der Wille des Kindes für die Entscheidung von Bedeutung sind oder wenn eine persönliche Anhörung aus sonstigen Gründen angezeigt ist. 

Nur aus schwerwiegenden Gründen kann das Gericht von der persönlichen Anhörung absehen. Es ist üblich, dass Kinder ab dem Kindergartenalter in familiengerichtlichen Verfahren angehört werden. Hintergrund der Anhörung ist, dass die Familiengerichte herausfinden sollen, was für das Wohl des Kindes am besten ist. Dafür muss der Wille des Kindes festgestellt werden. 

Die Anhörung des Kindes vor Gericht findet ohne die Eltern statt, ein Verfahrensbeistand – der Anwalt des Kindes – ist jedoch anwesend. Die Kinder werden in der Regel auch nicht im Gerichtssaal angehört, sondern in einem kindgerechten Raum, in dem auch Spielzeug und Malsachen vorhanden sind. 

Ab einem Alter von 14 Jahren sind die Kinder selber Verfahrensbeteiligte, ihr Wille ist daher zwingend zu berücksichtigen. Im Übrigen sagt man: Je älter die Kinder werden, umso größer ist ihr „Stimmrecht“. 

Nur wenn auffällig ist, dass deren Willen kein autonomer Wille ist, muss geprüft werden, ob eine Beeinträchtigung deren Willens (Instrumentalisierung) vorliegt. So muss man bspw. bei kleinen Kindern im Alter von 4 Jahren und einer ablehnenden Haltung gegenüber dem umgangsberechtigten Elternteil zwingend überprüfen, ob hier nicht eine kindeswohlgefährdende Beeinflussung seitens des anderen Elternteils vorliegt. 

Maria Mühle, Fachanwältin für Familienrecht & Zertifizierter Verfahrensbeistand, Riesa und Dresden


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Familienrecht

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