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Was droht beim Diebstahl, welche Folgen hat der Diebstahl – Bundesweite Strafverteidigung

Rechtstipp vom 19.09.2017
Rechtstipp vom 19.09.2017

In den Kriminalstatistiken steht der Diebstahl, § 242 StGB, weit oben auf der Liste. Dementsprechend viele Beschuldigte, denen ein Diebstahl vorgeworfen wird, gibt es. Im Folgenden sollen daher der Diebstahl und seine möglichen Folgen erläutert werden.

I Erwachsenenstrafrecht oder Jugendstrafrecht

Wie im gesamten Strafrecht ist zunächst entscheidend, ob das allgemeine Strafrecht oder das Jugendstrafrecht anzuwenden ist. Dies richtet sich nach dem Alter des Täters.

Bei Jugendlichen (14 bis 18 Jahre) kommt das Jugendstrafrecht zur Anwendung. Das Jugendstrafrecht hat andere Rechtsfolgen als das Erwachsenenstrafrecht. Namentlich etwa der Freizeitarrest.

Bei Jugendlichen werden die Eltern in das Verfahren einbezogen. Sie haben hier dieselben Rechte wie der beschuldigte Jugendliche.

Dies bedeutet jedoch auch, dass die Eltern Kenntnis von dem Vorfall erhalten werden.

Bei Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) hat eine Einzelfallprüfung von Tat und Täter zu erfolgen, um herauszufinden, ob es sich um eine jungendtypische Verfehlung handelt oder nicht.

In der Regel wird bei einem Diebstahl eine jugendtypische Verfehlung angenommen und das Jugendstrafrecht angewandt werden.

Für alle ab 21 Jahren kommt das allgemeine Strafrecht zur Anwendung.

II. Polizeiliche Ermittlungen

Im Anschluss an einen Diebstahl wird Ihnen in der Regel ein Schreiben der Polizei zugehen. Hierbei kann es sich um eine Vorladung zur Vernehmung oder um einen Anhörungsbogen handeln.

Einer Vorladung zu einer polizeilichen Vernehmung müssen Sie nicht nachkommen. Es empfiehlt sich jedoch, den Termin schriftlich abzusagen; machen Sie darüber hinaus jedoch keinerlei Angaben.

Bei einem Anhörungsbogen müssen Sie lediglich die Angaben zur Person ausfüllen. Dies wären Name, Geburtstag, Geburtsort, Beruf, Wohnanschrift und die Staatsangehörigkeit, § 111 OWiG.

Weitergehende Angaben, insbesondere zu der vorgeworfenen Tat, müssen Sie nicht machen. Es ist auch in jedem Fall davon abzuraten, solche Angaben zu machen!

Auch wenn Sie Ihren Beruf angeben müssen, sollten Sie es unterlassen, Angaben zu Ihrem Einkommen oder Ihrem Vermögen zu machen.

Es empfiehlt sich, wenn Sie bereits in diesem Verfahrensstadium Kontakt zu einem Rechtsanwalt aufnehmen. Gerne können Sie auch mich kontaktieren, ich vertrete Sie bundesweit.

Nach der notwendigen Akteneinsicht kann ein Rechtsanwalt versuchen, das Verfahren positiv zu gestalten.

III. Einstellung des Verfahrens

Bei Ersttätern wird oftmals der sogenannte „Ersttäterbonus“ gewährt und das Verfahren eingestellt, da man von einer einmaligen Dummheit ausgeht.

Anders sieht dies bei vorbestraften Beschuldigten aus. Hier wird zögerlicher von der Möglichkeit der Verfahrenseinstellung Gebrauch gemacht. Auch wird eine Strafe oft härter ausfallen.

Auch ist der Wert des Diebesgutes für eine Einstellung relevant:

Sollte es sich um eine geringwertige Sache handeln (etwa bis zu 50,- Euro), bedarf es für eine Strafverfolgung eines Antrags des Beschuldigten, § 248a StGB. Supermärkte und Kaufhäuser werden diesen jedoch in der Regel stellen.

IV. Strafbefehl oder Anklage

Wird das Ermittlungsverfahren nicht eingestellt, so wird ein Strafbefehl ergehen oder eine Anklage erfolgen.

Der Strafbefehl ist ein schriftliches Verfahren. Es ergeht eine Strafe, ohne vorherige mündliche Verhandlung, alleine anhand der Aktenlage.

Durch den Strafbefehl kann nur eine Verurteilung zu einer Geldstrafe oder einer Bewährungsstrafe bis zu einem Jahr ergehen.

Gegen den Strafbefehl kann Einspruch eingelegt werden mit der Folge, dass es sodann zu einer mündlichen Verhandlung kommen wird.

Eine mündliche Verhandlung findet auch dann statt, wenn anstatt eines Strafbefehls eine Anklageschrift zugestellt wird.

V. Welche Strafen drohen?

Sofern eine Strafe nach dem Erwachsenenstrafrecht ergeht, kann diese bei einem einfachen Diebstahl auf Geldstrafe, oder auf Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren lauten.

Bei Jugendlichen kommen in der Regel Sozialstunden, Wochenendarrest, oder ähnliche erzieherische Maßnahmen in Betracht.

Auch kann seit kurzem bei einem Diebstahl ein Fahrverbot ausgesprochen werden, welches bis zu sechs Monate dauern kann (siehe hierzu: https://www.anwalt.de/rechtstipps/diebstahl-betrug-oder-koerperverletzung-bei-einer-verurteilung-droht-ein-fahrverbot_115215.html).

VI. Welche weiteren Folgen drohen?

Von Kaufhäusern und Supermärken wird oft ein Hausverbot erteilt. Sollten Sie trotz eines Hausverbotes künftig diese Geschäfte betreten, können Sie sich wegen Hausfriedensbruch strafbar machen, § 123 StGB.

Daneben kann es sein, dass Sie eine sogenannte „Fangprämie“ zu zahlen haben.

Sollte Ihnen ein Diebstahl vorgeworfen werden, können Sie mich jederzeit kontaktieren. Ich werde Sie in jedem Verfahrensstadium nach Kräften verteidigen.

Marco Lott

Rechtsanwalt


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Strafrecht

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