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Was ist ein Täter-Opfer-Ausgleich?

Rechtstipp vom 29.03.2017
(54)
Rechtstipp vom 29.03.2017
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Der Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) ist ein Verfahren, bei dem sich Täter und Opfer einer Straftat gemeinsam bei einem neutralen Vermittler treffen. Dabei geht es um eine gemeinsame Aufarbeitung der Tat und wenn möglich einer für beide Seiten tragfähigen Lösung wie etwa einer Entschuldigung, der Zahlung von Schadensersatz oder Schmerzensgeld. 

Wer kann einen Täter-Opfer-Ausgleich anregen?

Der Täter-Opfer-Ausgleich kann sowohl vom Opfer als auch vom Täter einer Straftat angeregt werden. Er kann sowohl für das Opfer als auch den Täter einer Straftat Vorteile mit sich bringen. 

Welche Vorteile bringt ein Täter-Opfer-Ausgleich?

Dem Opfer kann der Täter-Opfer-Ausgleich ermöglichen, mit der Sache abzuschließen. Gleichzeitig bietet der Täter-Opfer-Ausgleich eine Chance, auch ohne ein langwieriges Gerichtsverfahren Schadensersatz oder Schmerzensgeld zu bekommen. 

Dem Täter bringt bereits der Versuch, sich ernsthaft um eine Wiedergutmachung zu bemühen, eine Strafmilderung! Hintergrund ist, dass man das Opfer einer Straftat selbstverständlich nicht dazu zwingen kann, sich mit dem Täter an einen Tisch zu setzen. 

Ein erfolgreicher Täter-Opfer-Ausgleich kann dazu führen, dass das Strafverfahren eingestellt wird. Bei schweren Straftaten bringt es aber zumindest eine Strafmilderung, denn in jedem Fall wird es positiv bewertet, dass der Täter Verantwortung für sein Handeln übernimmt.

Bei welchen Delikten ist ein Täter-Opfer-Ausgleich möglich?

Der Täter-Opfer-Ausgleich ist bei nahezu jeder denkbaren Straftat möglich, also egal ob es um Körperverletzung, Vergewaltigung, Betrug, Beleidigung oder eine andere Straftat geht. 

Der Ablauf eines Täter-Opfer-Ausgleiches

Vorgespräche: In der Regel finden zunächst getrennte Vorgespräche bei dem neutralen Vermittler statt. So wird sichergestellt, dass sowohl Täter als auch Opfer dies tatsächlich wollen. Der Vermittler versucht dabei auch herauszufinden worum es den Beteiligten geht. Insbesondere soll herausgefunden werden, was das Opfer erwartet, um überzogene Erwartungen zu vermeiden. Der Täter muss sich darüber im Klaren sein, dass er dann letztlich auch die Verantwortung für die Tat übernimmt. Wenn der Täter die Sache abstreitet, macht ein Täter-Opfer-Ausgleich keinen Sinn.

Gemeinsame Gespräche: Wenn sich der neutrale Vermittler davon überzeugt hat, dass sowohl Täter als auch Opfer miteinander reden wollen werden gemeinsame Gespräche geführt und die offenen Fragen besprochen. Dabei kann dann auch gegebenenfalls eine Wiedergutmachung wie etwa Schadenersatz oder Schmerzensgeld. Aber es gibt auch viele anderen Möglichkeiten der Wiedergutmachung.

Vereinbarung: Am Schluss sollte eine für beide Seiten verbindliche Vereinbarung stehen. Dies wird schriftlich festgehalten und an die Justiz übermittelt. Dort entscheidet sich dann, ob das Verfahren eingestellt oder inwiefern sich der Täter-Opfer-Ausgleich strafmildernd auswirkt. 

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aus dem Rechtsgebiet Strafrecht

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