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Was muss ich bei der Erstellung meines Testaments beachten?

Rechtstipp vom 23.01.2018
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Für die rechtzeitige Nachfolgeplanung kann es nie zu früh sein, denn ohne Testament kann es in einem Erbfall schnell zu einem Streit kommen. Wer dies vermeiden möchte, sollte in seinem letzten Willen festhalten, wie sein Vermögen nach seinem Tode verteilt werden soll.

Ihren letzten Willen kann jede Privatperson formulieren, die volljährig und geschäftsfähig ist. Für die Gestaltung und Niederlegung des Testaments gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann es zum Beispiel allein eigenhändig handschriftlich errichten oder bei einem Notar ein öffentliches Testament errichten lassen.

Entscheidet man sich dafür, sein Testament daheim allein zu errichten, sind bestimmte Formen zu beachten.

Derjenige, der seinen letzten Willen selbst verfassen möchte, muss dies eigenhändig und handschriftlich tun. Testamente, die zum Beispiel mit dem Computer oder mit einer Schreibmaschine geschrieben worden sind, sind ungültig. Zu beachten ist ferner, dass der Verfasser des Testaments eindeutig erkennbar sein muss und ersichtlich sein muss, wann und wo das Testament geschrieben worden ist. Daher sollte der Verfasser seinen Vor- und Zunamen nennen sowie Angaben zu Ort und Datum mit in das Testament aufnehmen. Die Seiten sollten fortlaufend nummeriert sein, sodass nicht einfach Personen, die z. B. mit den getroffenen Testamentsregelungen unzufrieden sind, Seiten verschwinden lassen können. Darüber hinaus muss derjenige, der seinen letzten Willen verfasst, das Testament mit seinem vollständigen Namen unterschreiben. Das Wort unterschreiben ist hier wörtlich zu nehmen. Steht ein Passus des Testamentes zum Beispiel unterhalb der Unterschrift, so ist dieser nicht gültig.

Bei einem privatschriftlichen Testament gibt es keine bestimmten Vorschriften zur Aufbewahrung. Es besteht aber die sichere Möglichkeit, das Testament gegen eine geringe Gebühr beim Nachlassgericht / Amtsgericht zu hinterlegen. Dieses benachrichtigt im Todesfall sodann die Erben.

Im Laufe der Zeit können sich die persönlichen Verhältnisse immer wieder ändern, sodass man überprüfen sollte, ob das einmal gefertigte Testament weiterhin in seiner Form bestehen bleiben oder geändert werden soll. Handgeschriebene Einzeltestamente können durch Vernichten und die Abfassung eines neuen Testamentes geändert werden.

Um sicherzugehen, ob das Testament der gesetzlichen Form entspricht und ob der niedergelegte Wille in seiner Form auch rechtlich bestand hat, sollte ein auf dem Gebiet des Erbrechts spezialisierter Rechtsanwalt zur Beratung hinzugezogen werden.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Erbrecht

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