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Was muss im Arbeitsvertrag stehen? Das Wichtigste kurz zusammengefasst

Rechtstipp vom 03.04.2018
Rechtstipp vom 03.04.2018

Eine neue Arbeitsstelle beginnt mit dem Abschluss des Arbeitsvertrages. Wie bei anderen Verträgen ist es auch hier wichtig, den Inhalt des Vertrages genau zu kennen und nicht blind darauf zu vertrauen, dass die andere Vertragsseite schon alles korrekt machen wird.

Doch was sollte man wissen, bevor man einen Arbeitsvertrag unterschreibt? Erfahren Sie hier, was in einem Arbeitsvertrag stehen muss und worauf Sie vor der Unterschrift unbedingt achten sollten.

Arbeitsvertrag: Muss er schriftlich abgeschlossen werden? 

Vorab muss man wissen, dass der Arbeitsvertrag formfrei geschlossen werden kann – einen Arbeitsvertrag kann man grundsätzlich also auch mündlich abschließen.

Etwas anderes gilt nur für die Befristungsabrede. Sie ist eine Klausel im Arbeitsvertrag, die eine begrenzte Laufzeit für das Arbeitsverhältnis festlegt und den Arbeitsvertrag dadurch zeitlich befristet („befristeter Arbeitsvertrag“). Diese Befristungsabrede muss schriftlich vereinbart werden. Passiert das nicht, ist sie unwirksam und das Arbeitsverhältnis besteht auf unbestimmte Dauer – als normales, unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Wichtig ist beim Abschluss eines Arbeitsvertrages also, dass man darauf achtet, ob es sich um einen befristeten oder unbefristeten Arbeitsvertrag handeln soll. Denn je nachdem sind unterschiedliche Dinge zu beachten.

Das sollte im Arbeitsvertrag stehen

Der Arbeitsvertrag regelt einen Austausch von Leistungen: Der Arbeitnehmer erbringt seine Arbeit, dafür zahlt der Arbeitgeber Lohn bzw. ein Arbeitsentgelt.

Inhaltlich muss im Arbeitsvertrag deshalb alles stehen, was mit diesem Leistungsaustausch zusammenhängt. Das bedeutet, dass der Arbeitsvertrag z. B. Arbeitszeit, Arbeitsumfang, Arbeitsort, Arbeitslohn und den Urlaub festlegen muss. Daneben können – je nach Art des Arbeitsverhältnisses – Wettbewerbsverbote, Regelungen zur Geltung von Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen und Beschäftigungsverboten getroffen werden. Sind dabei einzelne Klauseln unwirksam, gelten die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen ergänzend.

Ergänzendes Arbeitsrecht

Dem Arbeitnehmer kommen zahlreiche gesetzliche Schutzvorschriften zugute, die gerade im Bereich der Arbeitszeit, des Arbeitsortes oder des Arbeitsentgelts nur einen gewissen Spielraum für Vereinbarungen im Arbeitsvertrag zulassen. So muss z. B. das vereinbarte Arbeitsentgelt die gesetzlichen Vorgaben für den Mindestlohn einhalten, die Vereinbarung zum Urlaub darf den gesetzlichen Mindesturlaubsanspruch von 24 Werktagen nicht unterschreiten. Außerdem sollte bei Regelungen zur Einbeziehung von Tarifverträgen immer genau geprüft werden, ob die Bezugnahmeklauseln im Arbeitsvertrag auch für Arbeitnehmer gelten, die nicht in der Gewerkschaft sind.

Besonderheit: Befristeter Arbeitsvertrag 

Soll der Arbeitsvertrag zeitlich begrenzt sein, gibt es zwei Möglichkeiten der Befristung: Die Befristung mit Sachgrund und die Befristung ohne Sachgrund. Die Befristung kann dabei entweder kalendermäßig sein, also z. B. bis zu einem bestimmten Datum, oder zweckbefristet, wie z. B. „für die Dauer der Elternzeit von XY“. 

Der Unterschied ist dabei, dass eine sachgrundlose Befristung nur für maximal zwei Jahre möglich ist, eine Befristung mit Sachgrund kann auch länger vereinbart werden (z. B. Elternzeitvertretung für drei Jahre).

Gibt der Arbeitgeber keinen Befristungsgrund an (z. B. „für die Dauer des Projekts XY“), ist der Vertrag ohne Sachgrund befristet. Eine solche Befristung ist aber rechtlich nur dann wirksam, wenn der Arbeitnehmer vorher nicht bereits in dem Betrieb beschäftigt war und die Befristung maximal zwei Jahre beträgt.

Achtung! Innerhalb dieser zwei Jahre ist allerdings eine dreimalige Verlängerung der Befristung möglich. Das bedeutet z. B., dass man als Arbeitnehmer im ersten Jahr eine befristete Stelle für ein Jahr erhalten kann und nach dem Ablauf dieses Jahres im zweiten Jahr nochmal einen Arbeitsvertrag mit demselben Arbeitgeber mit einer neuen Befristung für ein Jahr schließen kann.

Arbeiten ohne Arbeitsvertrag

Ein Arbeitsvertrag muss nicht schriftlich sein und kann wie gesagt auch mündlich geschlossen werden. Für die Frage, ob rechtlich ein Arbeitsverhältnis besteht, kommt es nämlich nur darauf an, ob der Arbeitnehmer zu einer weisungsgebundenen und fremdbestimmten Arbeit in persönlicher Abhängigkeit verpflichtet ist.

Zum Problem wird das Ganze nur, wenn der Arbeitgeber abstreitet, dass ein Arbeitsvertrag besteht, das vereinbarte Gehalt nicht zahlen will oder den Urlaub verweigert. Im Einzelfall ist dann abzugrenzen, ob nicht ein anderer privatrechtlicher Vertrag, wie z. B. ein unabhängiger Dienstvertrag, ein Werkvertrag oder ein Auftrag vorliegt, bei dem man tatsächlich gar kein Arbeitnehmer, sondern selbstständig ist.

Fazit

Der Arbeitsvertrag bestimmt die Bedingungen für das Arbeitsverhältnis. Es ist deshalb wichtig den Inhalt zu kennen und zu wissen, was wirksam vereinbart ist. Nicht alle Arbeitsverträge sind rechtlich gültig. Prüfen Sie Ihren Arbeitsvertrag daher genau, bevor Sie unterschreiben, und bestehen Sie im Zweifel auf einen schriftlichen Vertrag – ganz einfach aus Beweisgründen.

Sie wollen wissen, ob die Regelungen in Ihrem Arbeitsvertrag wirksam sind? Lassen Sie Ihren Arbeitsvertrag von einem Anwalt für Arbeitsrecht prüfen! Wir unterstützen Sie! Kontaktieren Sie uns für ein kostenloses Erstgespräch.


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