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Was muss nach der Hochzeit erledigt werden?

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Die Hochzeit – der schönste Tag im Leben eines Paares. Durch das gemeinsame Ja-Wort wird der Bund fürs Leben geschlossen. Heiraten kann aber auch mit einigen Veränderungen verwaltungstechnischer Natur sowie mit bürokratischem Aufwand verbunden sein. 

Behördengänge nach der Namensänderung 

Derjenige, der nach der Hochzeit den Namen seines Ehepartners annimmt, muss eine Reihe von Behördengängen auf sich nehmen und die Namensänderung auf verschiedenen persönlichen Dokumenten bei den entsprechenden Ämtern beantragen. 

Darunter fallen u. a. der Personalausweis, Reisepass, Führerschein sowie die Zulassungsbescheinigung für das Kfz. Darüber hinaus müssen Versicherungen, wie z. B. die Rentenversicherung oder die Lebensversicherung, und das Finanzamt von der Namensänderung in Kenntnis gesetzt werden.

Wird Kindergeld bezogen, sollte die Familienkasse ebenso informiert werden, damit die Bezüge weiterhin in Anspruch genommen werden können. Außerdem müssen Banken, Sparkassen sowie Kreditinstitute von der Namensänderung erfahren.

Ferner ist die Personalabteilung des Unternehmens über den neuen Familienstand, Namen sowie gegebenenfalls über die neue Lohnsteuerklasse zu unterrichten. Hat sich der Status der Krankenversicherung geändert, sollte dies ebenfalls angegeben werden.

Änderung der Steuerklasse 

Im Zuge einer Heirat können Ehegatten eine Änderung der Steuerklasse vornehmen, um von Steuervorteilen zu profitieren. Die neue Steuerklasse kann sowohl für das kommende Jahr als auch rückwirkend für das laufende Jahr geändert werden.

Im Zuge der Eheschließung werden Ehepaare automatisch in die Steuerklasse IV eingeordnet, wenn beide erwerbstätig sind. Sie haben aber auch die Möglichkeit, sich gegen diese zu entscheiden.

Ist der eine Ehegatte ein Geringverdiener, der andere hingegen ein Gutverdiener, empfiehlt sich meistens die Wahl der Steuerklassenkombination III und V. Somit muss derjenige mit dem höheren Einkommen weniger Steuern zahlen als derjenige mit dem niedrigeren Gehalt.

Ist nur einer der Ehepartner erwerbstätig, erhält dieser automatisch die Steuerklasse III. Arbeiten zunächst beide, einer wird aber im Laufe der Zeit arbeitslos, behalten sie ihre ursprünglichen Steuerklassen. Verdienen beide Ehegatten ähnlich oder gleich viel, können sie in der Steuerklasse IV bleiben. 

Der Antrag auf Steuerklassenwechsel kann beim zuständigen Finanzamt beantragt und später abgegeben bzw. online auf der Website des Bundesfinanzministeriums ausgefüllt werden. Das Formular muss eine Reihe von wichtigen Steuerdaten enthalten, wie beispielsweise die Steueridentifikationsnummer (auch Steuer-ID genannt) der beiden Ehegatten. 

Des Weiteren sind ihre persönlichen Angaben, wie Name, Wohnort und Geburtsdatum, anzugeben. Anschließend muss die Steuerklasse gewählt werden, in die gewechselt werden möchte. 

Erstellung eines Ehevertrages

Ein Ehevertrag kann sowohl vor als auch nach der Hochzeit geschlossen werden. Er muss stets von einem Notar beurkundet werden. 

Ein solches Vertragswerk bietet sich beispielsweise für Ehepaare an, die große Vermögensunterscheide aufweisen, unterschiedliche Staatsangehörigkeiten besitzen oder im Falle einer Scheidung über ihr Vermögen und ihren Besitz individuelle Regelungen treffen möchten. Aber auch für Ehepaare mit Kindern oder Kinderwunsch kann der Abschluss eines Ehevertrages sinnvoll sein.

In einem Ehevertrag kann der Güterstand, in welchem die Ehe geführt wird, geregelt werden. Abweichend vom gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft kann im Vertrag z. B. Gütertrennung vereinbart oder die Zugewinngemeinschaft modifiziert werden. Bei einer Gütertrennung werden die Güter und das Vermögen der Ehegatten strikt getrennt. Im Todesfall erbt ein Ehepartner dann nur ein Viertel des Vermögens des anderen. 

Als Modifikation der Zugewinngemeinschaft kommt in Betracht, diese lediglich für den Fall der Ehescheidung auszuschließen, es im Todesfall aber beim gesetzlichen Güterstand zu belassen.

Des Weiteren können im Rahmen eines Ehevertrags Regelungen über etwaige Unterhaltsansprüche nach einer Scheidung getroffen werden. Grundsätzlich kann der eine Ehegatte zum Ehegattenunterhalt verpflichtet werden, wenn der andere nicht alleine für seinen Unterhalt sorgen kann. Auch die gesetzlichen Regelungen des nachehelichen Unterhaltes können im Vertrag konkretisiert und modifiziert, in bestimmten Konstellationen sogar gänzlich ausgeschlossen werden.

Mit einem Ehevertrag kann sich ein späterer Rosenkrieg vermeiden lassen.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Familienrecht

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