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Was regelt der Versorgungsausgleich?

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Wenn das Ehescheidungsverfahren betrieben wird, dann wird in der Regel der Versorgungsausgleich durchgeführt. Der Versorgungsausgleich wird von Amts wegen durchgeführt. Dazu werden den Ehegatten die entsprechenden Formulare vom Gericht zugesandt. Diese müssen von jedem Ehegatten gesondert ausgefüllt und unterschrieben dem Gericht zugesandt werden. Das Gericht versendet diese zu den entsprechenden Versorgungsträgern, welche dann dem Gericht Auskunft erteilen müssen.

Die Durchführung des Versorgungsausgleiches dauert mithin bis zu 8 Monate, bis die Auskünfte von beiden Ehegatten vollständig vorliegen. Erst wenn die Auskünfte von beiden Ehegatten vollständig vorliegen, wird ein Termin zur mündlichen Verhandlung anberaumt werden. Die Ehegatten werden erst dann geschieden.

Der Versorgungsausgleich wird nur dann nicht durchgeführt, wenn die Eheleute vorab diesen in einer notariellen Eheurkunde ausgeschlossen haben.

Wenn der Versorgungsausgleich durchgeführt wird, dann regelt dieser die in der Ehe erwirtschafteten Rentenanwartschaften. Dies bedeutet, dass jede Versorgung, welche ein Ehegatte in der Ehe erwirtschaftet hat, im jeweiligen Versorgungssystem zwischen den Ehegatten geteilt wird. Grundsätzlich gilt, dass jedes Anrecht auf eine Versorgung intern zwischen den Ehegatten geteilt wird. Der jeweils ausgleichsberechtigte Ehegatte erhält einen eigenen Anspruch auf eine Versorgung bei dem Versorgungsträger des anderen Ehegatten.

Ausnahmsweise gilt eine externe Teilung.

Dies bedeutet, die Begründung eines Anrechts bei einem anderen Versorgungsträger findet nur statt, wenn dies ausdrücklich vereinbart wird. Der ausgleichsberechtigte Ehegatte kann sich dann überlegen, wo der auszugleichende Betrag einzuzahlen ist.

Hinsichtlich des Versorgungsausgleichs können die Eheleute vorab in einem Ehevertrag oder einer Ehescheidungsfolgenvereinbarung Vereinbarungen treffen. Eine solche Vereinbarung muss jedoch notariell beurkundet werden.

Bei einer kurzen Ehezeit von mithin drei Jahre findet ein Versorgungsausgleich nicht statt. Sofern ein Ehegatte auch bei einer kurzen Ehezeit beantragt den Versorgungsausgleich durchzuführen, so wird dieser durchgeführt.

Fazit

Bei einer langen Ehezeit und insbesondere wenn ein Ehegatte in der Ehe wegen der Betreuung der Kinder weniger gearbeitet hat, ist die Durchführung des Versorgungsausgleichs sinnvoll und sollte nicht unterbewertet oder leichtfertig ausgeschlossen werden.


Rechtstipp vom 07.09.2017
aus der Themenwelt Scheidungsfolgen: Haus, Hund und Co. und dem Rechtsgebiet Familienrecht

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