Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Was sind eigentlich Genussrechte?

Rechtstipp vom 13.02.2014
(32)

Genussrechte sind Beteiligungen am Erfolg eines Unternehmens. Der Anleger erwirbt sogenannte Genussscheine. Diese werden als Genussrechtskapital bezeichnet.

Die Genussscheine sind an der Börse handelbare Wertpapiere. Oft sind es Inhaberpapiere. Sie stellen eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital dar. Man könnte sie als Konstruktion zwischen Aktien und Anleihen bezeichnen. Genussscheine verbürgen über das Genussrecht eine jährliche Ausschüttung aus dem Bilanzgewinn. Die Genussscheine verbriefen also Vermögensrechte.

Der Inhaber des Genussrechts hat als Gläubiger am Ende der Laufzeit einen Rechtsanspruch auf die Rückzahlung seines Kapitals. Denn das Genussrecht ist ein rein schuldrechtliches Kapitalüberlassungsverhältnis.

Allerdings hat der Genussschein-Inhaber weder ein Stimmrecht noch ein Mitwirkungsrecht. Das ist grundsätzlich anders als bei Aktionären, die ein Recht auf Teilnahme an Hauptversammlungen oder Gesellschafterzusammenkünften haben und dieses auch wahrnehmen.

Die Ausgabe von Genussscheinen wird in Deutschland durch die Banken und Sparkassen, aber auch durch Versicherungen und Dienstleistungsunternehmen vorgenommen. Der Anleger hat die Wahl, denn es gibt Genussscheine mit fester oder mit unbegrenzter Laufzeit. Unterschiedlich sind auch die Varianten der Ausschüttung. So kann der Anleger wählen zwischen fester Ausschüttung oder erfolgsabhängiger verzinslicher oder unverzinslicher Gewinnbeteiligung. Daneben gibt es die Floater, das sind Genussscheine mit variabler Verzinsung.

Anders als bei Anleihen ist die Ausschüttung bei Genussscheinen an die Gewinnsituation des Emittenten, also des Herausgebers der Wertpapiere gebunden. Die Ausschüttung erfolgt grundsätzlich dann, wenn der erwirtschaftete Bilanzgewinn ausreichend hoch ausgefallen ist. Wenn der Emittent wirtschaftliche Verluste erleidet oder Insolvenz anmelden muss, kann es für die Anleger zum Wegfall der Ausschüttung kommen. Denn der Inhaber erhält seinen Kapitaleinsatz erst nachdem alle anderen Gläubigeransprüche befriedigt wurden. Die Ausschüttung ist somit mit dem Bilanzgewinn des Emittenten eng verbunden. Bei Verlust fällt die Ausschüttung aus, kann aber im Einzelfall einen Nachzahlungsanspruch auslösen. Dieser besteht aber nur während der Laufzeit.

Der Inhaber des Genussrechts erhält die Rückzahlung des Genussscheins zum Nennwert.

Wegen der vergleichsweise hohen Renditen sind Genussscheine rentable Anlagen. Die Inhaber können auf regelmäßige Ausschüttungsgewinne vertrauen. Sie haben auch die Möglichkeit durch den Börsenhandel von Genussscheinen Kursgewinne zu erzielen.

Allerdings sollte keinesfalls das Marktrisiko und die Bonität des Emittenten außer Acht gelassen oder unterschätzt werden. Zudem kommen die zinsänderungsbedingten Risiken, die von der Laufzeit abhängig sind: Je länger die Laufzeit der Genussscheine, umso größer ist das Risiko für den Inhaber. Es sollte auf die Fälligkeiten geachtet werden, um Kursrisiken weitgehend vermeiden zu können.

Durch den weiten gesetzgeberischen Spielraum für diese Anlageform können Emittenten sehr unterschiedliche Gestaltungen wählen. Eine gewisse Sicherheit kann fast nur bei Anlagen mit Ausschüttungskontinuität und mit fester Laufzeit erreicht werden.

Fazit: Der Inhaber des Genussrechts verpflichtet sich vertraglich dazu, dem Emittenten das Kapital für das Genussrecht zur Verfügung zu stellen. Dafür erlangt er Vermögenspositionen wie gewinnabhängige Vergütungen oder Optionsrechte. Genussrechte sind also gewinnabhängige Wertpapiere. Der Genussscheininhaber ist also direkt am unternehmerischen Risiko beteiligt. Das kann für ihn bedeuten, dass er bei Gewinneinbußen oder Verlusten des Unternehmens sein Genussrechtkapital vollständig verliert.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von Advobaten

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.