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Was soll mit der elterlichen Sorge nach der Trennung geschehen?

Rechtstipp vom 21.09.2018
Rechtstipp vom 21.09.2018

Während der funktionierenden Beziehung wird meist die elterliche Sorge erklärt, damit man Entscheidungen des Kindes /der Kinder betreffend gemeinsam entscheiden kann. Bei verheirateten Paaren ist dies sogar gesetzlich vorgeschrieben, dass beide Eltern die gemeinsame Sorge innehaben. 

Aber was passiert nach der Trennung? Soll die gemeinsame Sorge beibehalten werden? Muss eine Alleinsorge initiiert werden? Muss es zu einer Alleinsorge kommen? Wo soll das Kind leben bei gemeinsamer Sorge?

Grundsätzlich ist die gemeinsame elterliche Sorge der Regelfall, ist aber nicht als Regel-Ausnahme-Verhältnis zu verstehen. Die Beibehaltung der gemeinsamen Sorge hat nicht Vorrang zur alleinigen Sorge oder ist etwa die "Ultima Ratio". Beide Formen der elterlichen Sorge stehen gleichrangig nebeneinander. Praktisch muss die gemeinsame Sorge "funktionieren", das heißt, die Eltern müssen Entscheidungen im Interesse des Kindes finden, ansonsten muss über eine Alleinsorge nachgedacht werden.

Interessant ist die Frage, insbesondere im Rahmen des Aufenthaltsbestimmungsrechts. Über eine alleinige Ausübung des Aufenthaltsbestimmungsrechts muss nachgedacht werden, wenn die Kindeseltern nicht in der Lage sind, das Aufenthaltsbestimmungsrechts zum Wohl des Kindes gemeinsam auszuüben. Die Ausübung der gemeinsamen elterlichen Sorge setzt voraus, dass zwischen den Eltern eine sozial tragfähige Beziehung und ein Mindestmaß an Übereinstimmung in am Kindeswohl auszurichtenden Entscheidungen besteht (vgl. Beschluss des OLG Hamm vom 21.03.2011 II 8 UF 155/09).


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Familienrecht

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