Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Was tun bei Erbschleicherei?

Rechtstipp vom 28.02.2019
(3)
Rechtstipp vom 28.02.2019
(3)

Besonders ältere Menschen sind betroffen, wenn sie sich in schwierigen persönlichen und privaten Verhältnissen befinden. Es sind z. B. keine Kinder vorhanden bzw. die Kinder sind räumlich weit entfernt. Das tägliche Leben geht weiter und es ist wichtig, Ansprechpersonen vor Ort für das tägliche Leben und verschiedene Alltagsgeschäfte zu haben. So gibt es teilweise verschiedenen Schriftverkehr zu führen, bei welchem ältere Menschen Hilfe benötigen. 

Entscheidend ist, Personen zu finden, denen man vertrauen kann. Ist dies der Nachbar, der frühere Schulfreund oder die Dame vom Seniorensport? Aber auch in der Familie ist es häufig nicht einfach, vor allem wenn es innerhalb der Familie Streitereien gegeben hat und gibt, vertrauenswürdige Familienmitglieder zu finden. 

Folgender Fall soll dies veranschaulichen:

Die Mutter, Alleineigentümerin eines Zweifamilienhauses, stirbt. Sie wird beerbt von ihrem Ehemann und den beiden volljährigen Töchtern. Eine im ersten Obergeschoss wohnende Tochter benötigt eine Putzfrau. Diese beginnt ihre Tätigkeit im Wonne-Monat Mai. Nach kurzer Zeit fragt sie sinngemäß, wer wohnt denn da unten? Ja, mein Vater. Braucht er nicht auch eine Putzfrau? Ja! 

Der Vater 83 Jahre alt, die Putzfrau 33 Jahre alt. 

Sie verspricht ihm die Ehe und für den Fall der Pflegebedürftigkeit, dass er nicht in ein Pflegeheim muss. 

Nach vier Monaten wird die Putzfrau durch ein notarielles Testament zur alleinigen Erbin eingesetzt. Ersatzerbe wird ihre Tochter. Ebenso erhält die Putzfrau Generalvollmacht und Kontovollmacht für ein Bankkonto. Die Tochter, die ein Stockwerk höher wohnt, bekommt davon nichts mit. Die zweite Tochter, die nur einen Kilometer entfernt von dem Objekt wohnt, auch nicht. 

Wie geht es weiter? Bis die Töchter endlich mitbekommen was läuft, ist der Vater um ca. 50.000,00 € erleichtert. Die zugegebenermaßen hübsche Putzfrau hat ihn gegen sehr hohes Entgelt wohl ganz gut „gepflegt“.

Fälle dieser Art, die auch schon teilweise im Fernsehen geschildert wurden, häufen sich. 

Was tun? 

Das Umfeld, die Kinder und Angehörigen sollten aufmerksam sein, wenn sich bei älteren Menschen etwas ändert. 

Auch sollten Personen, die irgendwie neu in das Leben der älteren Menschen eintreten, beobachtet werden. Weiterhin sollte der Kontakt gepflegt werden und darauf geachtet werden, ob und an wen eine General- und Vorsorgevollmacht erteilt worden ist bzw. erteilt werden soll. 

Mit dieser Vollmacht kann der Bevollmächtigte im Grunde sofort handeln und im schlimmsten Falle Vermögenswerte abräumen und veräußern und den Zugang der Angehörigen bzw. Kinder zu der älteren Person verhindern. 

Was soll man zum Beispiel tun, wenn die 86-jährige Tante ihren 45-jährigen ausländischen Pfleger (die Tante ist geschäftsfähig) heiraten will?


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Erbrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.