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Wechselmodell: möglich und sinnvoll?

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Viele – insbesondere Väter – wünschen es sich und andere – vornehmlich Mütter – lehnen es ab. Aber was ist nun richtig? Darf man es beantragen ohne Zustimmung der Mutter? Muss ich dem zustimmen auch wenn ich es nicht will?

Nach meinem Dafürhalten kann nur eines zählen: § 1697a BGB!

„Soweit nichts anderes bestimmt ist, trifft das Gericht in Verfahren über die in diesem Titel geregelten Angelegenheiten diejenige Entscheidung, die unter Berücksichtigung der tatsächlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten sowie der berechtigten Interessen der Beteiligten dem Wohl des Kindes am besten entspricht.“

Grundsätzlich muss man sagen, dass ein Wechselmodell nicht vom Gesetz ausgeschlossen ist. Auch die Ablehnung des Wechselmodells durch einen Elternteil hindert eine solche Regelung für sich genommen noch nicht (BGH Beschluss vom 01.02.2017 – XII ZB 601/15). Ein Konsens der Eltern bezüglich des Wechselmodells ist nicht notwendig. Im Zweifel besteht eine Einigung ja auch nicht, da die Eltern sonst nicht bei Gericht oder beim Anwalt wären.

ABER:

Eine Regelung des Wechselmodells setzt eine bestehende Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Eltern voraus (vgl. BGH – XII ZB  419/15). Das heißt unter Reflektion des § 1697a BGB, dass es nicht dem Wohle des Kindes entspricht, wenn das Verhältnis der Eltern erheblich konfliktbelastet ist und daher eine Wechselmodellregelung nicht erfolgen sollte. Die Kriterien des Kindeswohls können wohl nicht bejaht werden.

Das sind die dahingehenden Kindeswohlkriterien:

- Erziehungseignung der Eltern

- Bindungen des Kindes

- Prinzipien der Förderung

- Kontinuität

- Kindeswille

Wie in allen Kindschaftssachen ist natürlich jede Regelung eine Einzelfallabwägung und muss entsprechend an Ihrem Fall beurteilt werden.


Rechtstipp vom 13.06.2018
aus der Themenwelt Sorgerecht und Umgangsrecht und dem Rechtsgebiet Familienrecht

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