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Wechselmodell – neue Rechtsprechung

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Der Bundesgerichtshof hat erstmals entschieden, dass das Wechselmodell vom Gericht auch angeordnet werden kann. Bisher war das nur bei Einverständnis der Eltern möglich. „Wechselmodell“ bedeutet, dass das Kind oder die KInder hälftig bei je einem Elternteil leben. Dafür gibt es verschiedene Modelle: wöchentlicher Wechsel, 3-4 Tage jede Woche, Nestmodell: die Kinder bleiben in der früheren Ehewohnung, jeder Elternteil kehrt für eine Woche zur Versorgung der Kinder zurück etc.

Die Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen, insbesondere auch für den Kindes- und Ehegattenunterhalt, aber auch für die Entscheidungsfindung der Eltern.

Seit der Veröffentlichung der Entscheidung im Frühjahr sind wir zunehmend mit der Erwartung konfrontiert, dass ein Elternteil hofft/fordert, vom Gericht das Wechselmodell zu bekommen, wenn er den Sorgerechtsstreit (Aufenthaltsbestimmung) verloren hat, mithin das Kind beim anderen Elternteil lebt.

Ein solche Antrag hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn das Verhältnis der Eltern nicht völlig zerrüttet ist!

Wenn keine Kommunikation und ein Mindestmaß von Kooperationsbereitschaft besteht, ist ein solcher Antrag aussichtslos! („mit dem spreche ich nicht“; „nur über meinen Anwalt“ etc.). 

Das hat der BGH in FamRZ 2017,532 ausdrücklich klargestellt. 

Denn: auch das Wechselmodell ändert nichts daran, dass Entscheidungen „von erheblicher Bedeutung“ (gemeint ist: für das Kind) gemeinsam getroffen werden müssen, § 1687 BGB. Die Entscheidungen „des täglichen Lebens“ trifft der Elternteil, bei dem sich das Kind aufhält allein.


Rechtstipp vom 08.07.2017
aus der Themenwelt Sorgerecht und Umgangsrecht und dem Rechtsgebiet Familienrecht

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