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Welche anderen Ansprüche hat der Geschädigte nach einem Verkehrsunfall?

Rechtstipp vom 07.10.2017
Aktualisiert am 05.07.2018
(1)
Rechtstipp vom 07.10.2017
Aktualisiert am 05.07.2018
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1. Schäden an anderen Gegenständen

Wurden durch den Unfall Gegenstände wie Kleidung, Brillen oder elektronische Geräte beschädigt, so sind auch diese zu ersetzen. Maßgebend für die Höhe des eingetretenen Schadens ist der jeweilige Wiederbeschaffungswert. Bei Gegenständen, die nicht mehr hergestellt werden, wird der Anschaffungspreis fällig. Um den Wert der Gegenstände nachweisen zu können, sollten Sie die Kaufbelege aller Dinge behalten, die Sie in Ihrem Auto mitführen wollen. 

2. Nebenkosten beim Verkehrsunfall 

Meist entstehen durch einen Verkehrsunfall nicht nur Sachschäden an Ihrem Fahrzeug, sondern weitere Kosten, die Sie zunächst einmal vorstrecken müssen. Darunter fallen Kosten für das Abschleppen, die Ab-, Um- und Neuanmeldung Ihres Fahrzeuges. Diese sind ersatzfähig. Gleiches gilt für Bergungskosten, Standgebühren und Kosten, die durch die Finanzierung eines Neuwagens entstehen. Selbst die Kosten für eine verlorene Tankfüllung muss der Unfallverursacher übernehmen. Daneben muss der Schädiger für ein Sachverständigengutachten, sowie eventuelle Rechtsanwaltsgebühren aufkommen.

Entsteht ein Gesundheitsschaden, so muss der Schädiger alle Aufwendungen übernehmen, die im Zusammenhang mit der Heilbehandlung stehen. Dies gilt jedoch nur, wenn diese nicht von Ihrer eigenen Krankenversicherung übernommen werden. Hinzu kommt der Anspruch auf Ausgleich einer Kostenpauschale. Hierunter fallen alle Kosten, die Ihnen bei der Geltendmachung Ihrer Ansprüche entstehen.

Die Kosten eines Mietwagens sind dann ersatzfähig, wenn eine regelmäßige Nutzung des geschädigten Fahrzeugs vorlag und dieses tatsächlich nicht länger genutzt werden kann. Sollte dies aus irgendeinem Grund nicht zutreffen, so sind die Kosten nicht ersatzfähig. In diesem Fall kommt aber der Ersatz der entstandenen Taxikosten in Betracht.

Die Frage des Verdienstausfalles orientiert sich an der Frage, ob Sie selbständig oder nichtselbständig tätig sind. Nichtselbständige erhalten einen Ersatz des Verdienstausfalles in der Regel erst ab der siebten Krankheitswoche, zuvor bezahlt der Arbeitgeber den Arbeitslohn weiter. Bei selbständig Tätigen muss nachgewiesen werden, dass sie wegen des Verkehrsunfalles ihr Einkommen verloren haben. Das kann umständlich sein, sodass die Beratung durch einen Rechtsanwalt eine gute Entscheidung wäre. Legen Sie daher entsprechende Nachweise über einen möglicherweise entgangenen Verdienst an.

Zudem ist der sogenannte Haushaltsführungsschaden ersatzfähig, sofern der Geschädigte aufgrund des Verkehrsunfalles nicht in der Lage ist, sich um seinen eigenen Haushalt zu kümmern und eine Haushaltshilfe einstellen muss. Auch können in diesem Zusammenhang die Kosten geltend gemacht werden, die aufgrund einer Kinderbetreuung entstehen.

3. Folgeansprüche des Verkehrsunfall

Neben dem Anspruch auf Ausgleich der direkt entstandenen materiellen Schäden besteht ebenfalls ein Anspruch auf Schmerzensgeld aufgrund von seelischen Störungen. Die Höhe des Anspruches richtet sich nach Art und Umfang der eingetretenen psychischen Beeinträchtigungen. Auch bei körperlichen Beeinträchtigungen steht dem Geschädigten ein Schmerzensgeld zu, wobei sich dessen Höhe nach dem Maß der erlittenen Schmerzen, sowie Dauer und Umfang einer notwendigen Heilbehandlung richtet.

Wird durch den Verkehrsunfall eine dauerhafte Erwerbsunfähigkeit oder Erwerbsminderung verursacht, so kann die Zahlung einer Geldrente verlangt werden. Wird eine berufliche Umschulung notwendig, so muss der Schädiger auch die hierdurch anfallenden Kosten aufbringen. Im Falle einer Pflegebedürftigkeit sind die Kosten für die Pflege des Verletzten vom Schädiger zu übernehmen.

4. Ansprüche der Angehörigen nach dem Verkehrsunfall

Stirbt eine Person bei einem Verkehrsunfall, können die Erben Ansprüche auf Schmerzensgeld für den Verstorbenen geltend machen. Daneben hat der Schädiger alle Kosten einer standesgemäßen Beerdigung zu ersetzen, darunter fallen beispielsweise die Kosten des Grabes, der Überführung und der Trauerkleidung. 

Bestand zwischen den Hinterbliebenen und dem Verstorbenen ein Verhältnis, aufgrund dessen der Verstorbene Unterhaltsleistungen zu zahlen hatte, so können die Hinterbliebenen von dem Schädiger die ausfallenden Unterhaltszahlungen in Form einer Rentenzahlung verlangen. Dieser Anspruch ist zeitlich begrenzt und besteht so lang, wie der verstorbene Unterhaltsverpflichtete dem Berechtigten selbst Unterhalt hätte zahlen müssen.

Bei nahen Verwandten ist zudem der sogenannte Schockschaden zu ersetzen. Darunter werden solche Beeinträchtigungen verstanden, die den Verwandten durch die Nachricht des Todes eines nahen Angehörigen entstehen. Nahe Verwandte können unter Umständen auch Kosten geltend machen, die durch das Besuchen des Geschädigten im Krankenhaus aufkommen. 

Fazit

Ein Verkehrsunfall kann eine Vielzahl von Ersatzansprüchen des Geschädigten auslösen, über deren Ersatzfähigkeit der juristische Laie oft nichts weiß. Ich berate und unterstütze Sie gerne telefonisch oder per E-Mail, wenn es darum geht, sämtliche Ihrer Ersatzansprüche bei dem Schädiger oder dessen Versicherung geltend zu machen und durchzusetzen.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Zivilrecht

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