Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Welche direkten Ansprüche hat der Geschädigte nach einem Verkehrsunfall?

Rechtstipp vom 07.10.2017
Aktualisiert am 18.07.2018
(1)
Rechtstipp vom 07.10.2017
Aktualisiert am 18.07.2018
(1)

1. Reparaturkosten, Schadensersatz & Schmerzensgeld

Die Ansprüche des Geschädigten eines Verkehrsunfalles trägt der Unfallverursacher beziehungsweise dessen Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung. Kann dem Geschädigten dabei kein Mitverschulden oder die allgemeine Betriebsgefahr seines eigenen Fahrzeugs angerechnet werden, trägt der Schädiger die Kosten in voller Höhe. Häufig aber versuchen Haftpflichtversicherer in Schuld- oder Zahlungsfragen zu tricksen. Daher empfiehlt es sich, die Schadensregulierung von Beginn an einen Rechtsanwalt zu übertragen.

2. Wie verhalte ich mich unmittelbar nach einem Verkehrsunfall?

Geben Sie auf gar keinen Fall direkt nach dem Unfall ihre (Mit)schuld zu oder unterschreiben Sie irgendwelche Erklärungen. Stellt sich ihre Unschuld im Nachhinein heraus, könnten Sie trotzdem wegen der Abgabe eines Schuldanerkenntnisses in Anspruch genommen werden. Im schlimmsten Fall verweigert dann Ihre eigene Versicherung die Schadensregulierung, weil Sie ohne Not einen Haftungsfall geschaffen haben.

3. Schäden am Fahrzeug  

Je nachdem ob Sie ihr Fahrzeug reparieren lassen wollen oder nicht, können Sie den vollen Ersatz der Reparaturkosten oder die Netto-Reparaturkosten als Schadensersatzverlangen. Die Höhe des Schadensersatzes ist durch den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges begrenzt. Dieser Wert wird durch die Art, das Alter und den Erhaltungszustand Ihres Fahrzeuges definiert.

Ein wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn die gesamten Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert übersteigen. In diesem Fall können Sie nur den Ersatz des Wiederbeschaffungswertes verlangen, von dem der Restwert Ihres Fahrzeuges abgezogen wird. Daneben können Sie die durch den Unfall verursachte Wertminderung (merkantiler Minderwert) amFahrzeug geltend machen, da diese bei einem späteren Verkauf eine geringere Wertschätzung genießt als ein unfallfreies Fahrzeug.

Die Kosten für einen Neuwagen können Sie als Schadensersatz nur verlangen, wenn es sich bei dem geschädigten Fahrzeug um ein neues Modell mit einer Laufleistung von maximal 1000 Kilometern handelt. Allerdings müssen Sie damit rechnen, dass der Schadensregulierer Ihnen bei einem möglichen Selbstverkauf den Kaufpreis für das geschädigte Fahrzeug abzieht und zu Ihren Lasten Nutzungsersatz für die bereits gefahrenen Kilometer geltend macht.

Fazit

Ob Sie den entstandenen Schaden in voller Höhe ersetzt bekommen, richtet sich primär nach dem Alter Ihres Fahrzeuges und dem konkreten Schadensbild. Der juristische Laie versteht es oft nicht, sämtliche ihm entstandenen Schäden geltend zu machen oder er lässt sich ohne Not auf ein inakzeptables Regulierungsangebot ein.

Ich kläre Sie gerne, telefonisch oder per E-Mail, über all Ihre Ansprüche auf und unterstütze Sie in Folge bei deren Durchsetzung.


Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von Rechtsanwalt Jürgen Schreiter (Kanzlei Behm Becker Geßner)