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Welche Grundsätze sind bei einer Mediation zu beachten?

Rechtstipp vom 25.08.2017
Rechtstipp vom 25.08.2017

Wenn hinsichtlich eines Konflikts eine Mediation durchgeführt wird, dann gelten fünf wichtige Grundsätze.

Eine Mediation bietet sich bei familienrechtlichen Auseinandersetzungen an. In einer Mediation können sämtliche Angelegenheiten, wie Regelung des Umgangs mit den Kindern, Unterhaltsangelegenheiten oder ferner die Aufteilung der Vermögenswerte geregelt werden. Die Mediation ist kostengünstig und es gibt immer nur Gewinner.

Welche Grundsätze sind bei der Mediation einzuhalten?

1. Freiwilligkeit

Freiwilligkeit bedeutet, dass die Beteiligten selbst entscheiden, und zwar ohne Zwang, ob und wann sie den Konflikt im Rahmen einer Mediation regeln möchten. Freiwilligkeit heißt auch, dass jeder Beteiligte jederzeit die Mediation auch wieder beenden kann. Die Freiwilligkeit muss also bei jeder Mediationssitzung gegeben sein.

2. Vertraulichkeit

Der Grundsatz der Vertraulichkeit bedeutet, dass die im Mediationsverfahren offen gelegten Informationen nicht nach außen dringen. Weder sollten die Medianten noch der Mediator Informationen nach außen geben. Der Mediator hat ein Zeugnisverweigerungsrecht, das heißt, die in der Mediation erlangten Informationen dürfen später nicht in einem Prozess verwendet werden. Gegenüber der Außenwelt hat der Mediator Stillschweigen zu bewahren.

3. Neutralität

Der Mediator ist eine unabhängige und neutrale Person. Das bedeutet, der Mediator unterliegt nicht den Weisungen einer Mediationspartei. Der Mediator ist für beide Beteiligten da und vertritt nicht die Interessen nur einer Partei. Der Mediator muss empathisch sein und beide Medianten verstehen.

4. Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortlichkeit

Hinsichtlich des Konfliktstoffes sind die Konfliktparteien verantwortlich und bleiben es auch während der gesamten Mediation. Das bedeutet, eine Übertragung auf eine andere Person, wie Schlichter oder Richter, erfolgt in der Mediation gerade nicht. Die Aufgabe des Mediators ist es, die Medianten durch den Konflikt mithilfe der Mediationsregeln durchzuführen. Der Mediator bringt auch keine eigenen Vergleichs- oder Lösungsvorschläge mit ein.

4. Ehrlichkeit und Informiertheit

Die Medianten verpflichten sich alles, was für eine Lösung des Konflikts benötigt wird, offenzulegen. Umfassende Informationen sind eine unabdingbare Voraussetzung für eine eigenverantwortliche Lösung des Konflikts. Nur wenn entsprechende Informationen offengelegt werden, haben die Medianten die Möglichkeit abzuwägen und dann entsprechende Lösungen zu erarbeiten.

5. Respektvoller Umgang der Beteiligten

In der Mediation gilt ein respektvoller Umgang. Dies bedeutet, der andere hat den anderen ausreden zu lassen. Ferner sind gegenseitige Beleidigungen zu unterlassen. Wichtig ist es für die Beteiligten das Gefühl zu haben, sich hier in einem geschützten Raum zu befinden, in dem sie ihre Bedürfnisse und Befindlichkeiten offenlegen dürfen.

Fazit

Es bietet sich bei Konflikten jeglicher Art an, nicht immer die Gerichte zu bemühen, sondern auch mal an eine Mediation zu denken.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Mediation

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