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Welche Rechte und Pflichten haben Azubis?

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Welche Rechte und Pflichten haben Azubis?
Azubis haben nicht nur das Recht auf eine ordentliche Ausbildung.

Endlich ist es geschafft! Die Schule ist abgeschlossen, man hat das Abschlusszeugnis in der Tasche und einen Ausbildungsplatz ergattert. Bevor man als Auszubildender mit der Ausbildung beginnt, sollte man einiges beachten.

  • Der ausbildende Betrieb muss dem Azubi einen Ausbildungsvertrag schriftlich aushändigen, sobald beide ihn unterschrieben haben. Bei minderjährigen Azubis bekommen ihn die gesetzlichen Vertreter, in der Regel also die Eltern. Dasselbe gilt bei Änderungen.
  • Erlaubt sind nur dem Ausbildungszweck dienende Aufgaben, die die körperlichen Kräfte nicht übersteigen. 
  • Ein Auszubildender darf nicht als Ersatz für andere Arbeitnehmer eingesetzt werden.
  • Azubis dürfen den Ausbildungsnachweis, sprich das Berichtsheft, auch am Arbeitsplatz führen.

Das Wichtigste zur Probezeit

In der Probezeit haben Arbeitgeber und Auszubildender die Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen und können zudem feststellen, ob die Zusammenarbeit auch in Zukunft bestehen soll. Die Probezeit für Azubis ist im Berufsbildungsgesetz geregelt und sieht eine Probezeit von mindestens einem Monat und höchstens vier Monaten vor. 

In der Probezeit darf der Ausbildungsbetrieb jederzeit und grundlos kündigen. Die Kündigung muss der Auszubildende aber spätestens am letzten Tag der Probezeit erhalten. Sonst kommt sie zu spät und der Betrieb kann nur noch aus wichtigem Grund kündigen.

Arbeitszeit und Urlaub – worauf sollten Auszubildende und Ausbilder achten?

Die Dauer der täglichen Ausbildungszeit muss im Ausbildungsvertrag stehen. Alles darüber sind Überstunden, die nur in besonderen Ausnahmefällen anfallen dürfen. Zulässig sind 8 Stunden pro Tag bzw. 48 Stunden pro Woche für erwachsene Auszubildende. 

Für minderjährige Azubis ist auch bei 8 Stunden pro Tag, in der Woche aber bereits ab 40 Stunden Schluss. Arbeiten an Samstagen und Sonntagen sowie zwischen 20 und 6 Uhr ist nur ausnahmsweise zulässig, z. B. in bestimmten Handwerksberufen. Die Berufsschule hat Vorrang vor der Arbeit. Azubis haben ein Recht auf Freistellung für den Unterricht.

Wie viel bezahlten Urlaub der Ausbilder mindestens geben muss, hängt vom Alter am Anfang des jeweiligen Jahres ab. Ist der Auszubildende

  • zum Jahresanfang noch keine 16 Jahre alt: wenigstens 30 Werktage Urlaub
  • zum Jahresanfang noch keine 17 Jahre alt: wenigstens 27 Werktage Urlaub
  • zum Jahresanfang noch keine 18 Jahre alt: wenigstens 25 Werktage Urlaub
  • zum Jahresanfang über 18 Jahre alt: wenigstens 20 Werktage Urlaub bei einer 5-Tage-Woche 

Auf einen Urlaubsantrag muss der Ausbildungsbetrieb innerhalb eines Monats reagieren. Ist der Urlaub danach genehmigt, kann ihn der Betrieb nicht einfach widerrufen.

Kündigung und Ausbildungsende – was ist erlaubt?

Azubis dürfen das Ausbildungsverhältnis mit einer Frist von vier Wochen kündigen, wenn sie die Ausbildung aufgeben wollen. Der Arbeitgeber darf nach Ende der Probezeit nur aus wichtigem Grund kündigen – beispielsweise, wenn der Auszubildende die Ausbildung schleifen lässt, unentschuldigt fehlt, Berichtshefte zu spät abliefert oder die Berufsschule schwänzt. 

Vorher muss der Betrieb den Azubi fast immer erst einmal abmahnen. Ansonsten droht eine Kündigung bei rassistischem Verhalten oder wenn der Azubi den Ausbildenden bzw. Ausbilder beleidigt, bedroht oder bestiehlt. Kündigen wegen schlechter Leistungen ist dagegen nicht einfach möglich.

Wurde die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, hoffen viele Azubis auf eine Übernahme – ein Recht darauf gibt es allerdings nicht. Wird der Auszubildende nicht übernommen, müssen Arbeitgeber in jedem Fall ein schriftliches Ausbildungszeugnis ausstellen. Auf Verlangen muss der Ausbildende auch ein ausführliches Zeugnis ausstellen, das Verhalten und Leistung beschreibt – ein sogenanntes qualifiziertes Arbeitszeugnis.

(COL)

Foto : ©Fotolia.com/FS-Stock

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