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Weniger Kindesunterhalt durch ein über das übliche Maß hinausgehendes Umgangsrecht?

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In einer Leitsatzentscheidung hat der Bundesgerichtshof am 12.03.2014, Az. XII ZB 234/13, entschieden, dass bei einem weit über das übliche Maß hinaus gehenden Umgangsrecht,  die in diesem Zusammenhang getätigten außergewöhnlich hohen Aufwendungen dazu führen können, den Barunterhaltsbedarf des Kindes unter Herabstufung um eine oder mehrere Einkommensgruppender Düsseldorfer Tabelle zu bestimmen.

Ferner kann dieser so ermittelte Bedarf des Kindes noch gemindert sein, wenn der barunterhaltspflichtige Elternteil dem Kind im Zuge seines erweiterten Umgangsrechts Leistungen erbringt, mit denen er den Unterhaltsbedarf des Kindes auf andere Weise als durch Zahlung einer Geldrente teilweise deckt.

Bislang kam eine Reduzierung des Kindesunterhaltes gerade bei einem ausgeübten sog. Wechselmodell nur selten bzw. gar nicht in Betracht. Durch diese Entscheidung des BGH könnte ggf. eine als ungerecht empfundene Situation überwunden werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Gerichte damit umgehen. Es wird auf den konkreten Einzelfall ankommen, insbesondere auf die konkreten Ausgaben, welche im Rahmen eines solchen "über das übliche Maß" hinaus gehenden Umgangsrechtes vorgebracht werden.


Rechtstipp vom 12.06.2014
aus der Themenwelt Familie und Beziehung und dem Rechtsgebiet Unterhaltsrecht

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