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Wenn man Opfer einer hinterhältigen Fußmatte wird ...

Wenn man Opfer einer hinterhältigen Fußmatte wird ...
Bleibt man mit dem Einkaufswagen an der Fußmatte hängen, hat man keinen Anspruch auf Schadensersatz.

Laut einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz besteht kein Anspruch auf Schadensersatz, wenn man im Eingangsbereich eines Supermarktes mit dem Einkaufswagen an der dort ausgelegten Fußmatte hängen bleibt und sich beim Sturz verletzt.

Eine Frau war bei Betreten eines Geschäfts mit dem Einkaufswagen an der Fußmatte hängen geblieben. Als sie versuchte, den Wagen über den Widerstand hinwegzuschieben, knickte das eine Vorderrad ein. Aufgrund der so entstandenen Instabilität kam der Wagen ins Schlingern und die Frau stürzte.

Die Frau klagte auf Schmerzensgeld und Schadensersatz. Die Fußmatte sei eine nicht ausreichend gesicherte Stolperfalle. Der Geschäftsinhaber hätte die Matte zur Wahrung seiner Verkehrssicherungspflicht mit Klebeband am Boden befestigen müssen.

Sowohl das Landgericht als auch das OLG wiesen die Klage ab. Bei der Matte handele es sich um eine handelsübliche Schmutzfangmatte und einen „ordnungsgemäßen Schmutzfänger“, die standardmäßig in Eingangsbereichen von Geschäften ausliegen. Solche Matten seien keine Stolperfallen, im Gegenteil, sie sollen ein Ausrutschen auf regen- oder schneenassem Boden im Eingangsbereich verhindern. Das Anbringen eines Klebebandes sei nicht erforderlich. Außerdem müsse es dem Personal möglich sein, die Matte sowie den Boden darunter zu reinigen. Das sei insbesondere in einem Lebensmittelgeschäft aus hygienischer Sicht geboten.

Zudem könne man von einem Besucher erwarten, dass er bei Bemerken des Widerstands den Wagen zurückschiebt und nach der Ursache sieht.

(OLG Koblenz, Beschluss v. 19.01.2011, Az.: 2 U 468/10)

(HEI)

Foto : ©Fotolia.com/createur


Rechtstipp vom 12.09.2011

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