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Wer Hundezucht nur als Hobby betreibt, wird nicht von der Hundesteuer befreit

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Wer als Züchterin oder Züchter durch den Verkauf von Hundewelpen Einkünfte erhält, wird nicht von der Hundesteuer befreit. Nur wenn eine Hundezucht gewerblich betrieben wird, kann eine Befreiung erfolgen. Denn grundsätzlich ist eine gewerbliche Hundezucht nicht steuerpflichtig im Sinne der üblicherweise durch die Städte und Gemeinden verwendeten Hundesteuersatzungen. Denn darin wird vielfach darauf abgestellt, ob die Haltung privat und im eigenen Interesse erfolgt.

Keine Hundesteuer bei gewerblicher Hundehaltung

Dass eine gewerbliche Hundehaltung nicht der Hundesteuer unterliegt, ist auch bereits gerichtlich entschieden worden (Verwaltungsgericht Trier, Urteil vom 15.05.2008, Az.2 K 976/07).

Hierfür muss in Anlehnung an das Einkommensteuergesetz ein erwerbswirtschaftlicher Zweck in der Haltung der Tiere bestehen. Es bedarf einer selbständigen und nachhaltigen Betätigung unter Beteiligung am wirtschaftlichen Verkehr mit Gewinnerzielungsabsicht. Diese unbestimmten Rechtsbegriffe müssen anhand objektiver Gesichtspunkte, die für eine Gewerbsmäßigkeit sprechen, ausgefüllt werden.

Reine Hobbyzucht ist steuerpflichtig

In Anlehnung an das Urteil des VG Trier kommen folgende Merkmale zur Begründung in Betracht: Gewerbeanmeldung, eigene Steuernummer beim Finanzamt mit Betrieb, Investitionen in den Betrieb, Ausgestaltung des Betriebes (Art der Unterbringung, Umfang, abgetrennter Bereich etc.), bereits getätigte Welpenverkäufe, Einholung entsprechender Zuchtgenehmigungen.

Lediglich die Anmeldung eines Gewerbes dürfte nicht ausreichend sein. Es bedarf weiterer Tatsachen, die für eine Gewerbsmäßigkeit und gegen eine Hobbyzucht sprechen. Der Umfang von beispielsweise lediglich zwei Tieren wird gegen eine Gewerbsmäßigkeit, mithin für eine private Hobbyzucht, sprechen.

Verfahrenstechnisch kann bei einem bereits bestandskräftigen Hundesteuerbescheid, also wenn dieser infolge Ablaufs der Rechtsmittelfrist gerichtlich angefochten werden kann, eine Abänderung oder teilweise Aufhebung nach der Abgabenordnung in Betracht kommen. Sollten Sie dazu rechtliche Begleitung wünschen, sprechen Sie mich an.


Rechtstipp vom 12.01.2018
aus den Rechtsgebieten Recht rund ums Tier, Steuerrecht

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            Rechtsanwältin Patricia Morgenthal Rechtsanwältin Patricia Morgenthal

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