Wer trägt die Beerdigungskosten?

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Die Frage, wer die Beerdigungskosten trägt, stellt sich immer dann, wenn ein geliebter Mensch verstirbt. Im deutschen Recht ist klar geregelt, wer für die Bestattungskosten aufkommen muss. Dieses Thema kann für Hinterbliebene sehr belastend sein, daher ist es wichtig, sich über die gesetzlichen Regelungen und möglichen finanziellen Unterstützungen im Klaren zu sein.

Gesetzliche Regelung

Nach § 1968 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) trägt der Erbe die Kosten der Beerdigung. Das bedeutet, dass die Person, die das Erbe antritt, auch für die Bestattungskosten verantwortlich ist. Dies gilt unabhängig davon, ob das Erbe Vermögen oder Schulden umfasst. Die Erben haften für die Beerdigungskosten mit ihrem geerbten Vermögen. Sollte das Erbe die Beerdigungskosten nicht decken, haften die Erben in der Regel auch mit ihrem eigenen Vermögen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, die Erbschaft auszuschlagen, wenn abzusehen ist, dass die Schulden das Vermögen übersteigen.

Reihenfolge der Zahlungspflicht

Sollte es keinen Erben geben oder wenn alle Erben das Erbe ausgeschlagen haben, kommen andere Personen in der Reihenfolge der gesetzlichen Erbfolge für die Kosten auf. Dazu gehören die Unterhaltspflichtigen des Verstorbenen, also in erster Linie Ehepartner, Kinder und Eltern. Die Reihenfolge der Zahlungspflicht ist im deutschen Recht klar geregelt, um sicherzustellen, dass die Beerdigungskosten auf mehrere Schultern verteilt werden können.

Bestattungsvertrag und Sterbegeldversicherung

Um die finanzielle Belastung der Angehörigen zu reduzieren, kann der Verstorbene zu Lebzeiten einen Bestattungsvertrag abschließen oder eine Sterbegeldversicherung abschließen. Diese Maßnahmen stellen sicher, dass die Beerdigungskosten gedeckt sind und die Erben entlastet werden. Ein Bestattungsvertrag ermöglicht es, bereits zu Lebzeiten alle Details der Beerdigung zu regeln und finanziell abzusichern. Eine Sterbegeldversicherung zahlt im Todesfall eine vereinbarte Summe aus, die für die Beerdigungskosten verwendet werden kann.

Sozialbestattung

Wenn weder Erben noch unterhaltspflichtige Angehörige vorhanden sind oder diese finanziell nicht in der Lage sind, die Beerdigungskosten zu tragen, übernimmt das Sozialamt die Kosten der Beerdigung. Dies wird als Sozialbestattung bezeichnet. Die Sozialbestattung stellt sicher, dass jeder Verstorbene eine würdevolle Beisetzung erhält, auch wenn keine finanziellen Mittel vorhanden sind. Allerdings sind die Leistungen des Sozialamts auf das Notwendige beschränkt und umfassen in der Regel nur die einfachsten Bestattungsarten.

Finanzielle Unterstützung

In manchen Fällen können Angehörige auch finanzielle Unterstützung von der Gemeinde oder Stadt erhalten. Es gibt spezielle Beihilfen für Bestattungskosten, die beantragt werden können. Diese Unterstützung ist jedoch meist einkommensabhängig und setzt voraus, dass die Hinterbliebenen ihre finanzielle Notlage nachweisen.

Fazit

Die Beerdigungskosten sind eine ernste finanzielle Verpflichtung, die in erster Linie den Erben obliegt. Durch rechtzeitige Vorsorge kann der Verstorbene selbst dazu beitragen, dass diese Last nicht zu schwer auf den Schultern der Hinterbliebenen liegt. Es ist ratsam, sich frühzeitig über die verschiedenen Möglichkeiten der finanziellen Absicherung zu informieren und entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Dazu gehört auch, sich mit den gesetzlichen Regelungen vertraut zu machen und eventuell eine rechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen, um alle Optionen zu kennen und die bestmögliche Entscheidung zu treffen.

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