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Wer trägt die Beerdigungskosten?

Rechtstipp vom 27.06.2017
Aktualisiert am 14.09.2018
(4)
Rechtstipp vom 27.06.2017
Aktualisiert am 14.09.2018
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Mit dem Tod eines Angehörigen stellt sich oft die Frage, welche Beerdigungskosten nun auf die Erben zukommen. Sind alle Beerdigungskosten erstattungsfähig und müssen sie immer von allen Erben getragen werden? Wir möchten Ihnen in unserem heutigen Artikel die Antworten zu den wichtigsten Fragen bezüglich der Beerdigungskosten geben.

Übersicht grundsätzlich anfallender Beerdigungskosten 

Im Normalfall entstehen mit der Beerdigung eines Verstorbenen folgende Kosten:

  • Leichenschau,
  • Sarg/Urne,
  • Grabstelle (mit erster Bepflanzung),
  • Grabstein,
  • Gebühren für den Friedhof,
  • Gebühren für Transport und Überführung des Leichnams,
  • Sterbeurkunden,
  • Beerdigungsfeier,
  • Beerdigungskaffee,
  • Todesanzeige(n) und Danksagungen.

Erstattung der Beerdigungskosten 

Grundsätzlich gilt, dass der Erbe oder die Erbengemeinschaft die entstehenden Aufwendungen für eine Beerdigung übernehmen muss. Dies geschieht im Regelfall aus dem Nachlass des Verstorbenen. Dabei müssen jedoch nur die Kosten erstattet werden, welche einer ortsüblichen sowie dem Lebensstil des Verstorbenen angemessenen standesgemäßen Beerdigung entsprechen. Im Falle der Erbengemeinschaft kommt es immer wieder vor, dass ein Erbe die Kosten zunächst alleine trägt. Da jedoch alle Mitglieder der Erbengemeinschaft für die Kosten haften, kann er im Nachhinein von Ihnen die Erstattung der Kosten fordern, die seinen Kostenanteil übersteigen. 

Erstattung der Beerdigungskosten im Falle der Erbausschlagung

Sollte ein Erbe seinen Erbteil ausschlagen, so haftet er auch nicht für anfallende Beerdigungskosten. Sie werden dann von verbliebenen Angehörigen (Ehegatten, Kinder, Eltern) des Verstorbenen getragen. Auch die Gemeinde kann die Zahlung der Beerdigungsgebühren von den Angehörigen einfordern, wenn diese die Beerdigung verweigert haben und die Gemeinde diese veranlassen musste.

Nicht erstattungsfähige Kosten

Als nicht erstattungsfähige Kosten müssen Kosten für eine Doppelgrabstelle sowie die Kosten für die Grabpflege betrachtet werden. Ebenso werden Kosten für die Trauerkleidung nicht erstattet, da eine Beerdigung schließlich auch in Alltagskleidung besucht werden kann.

Erstattung der Beerdigungskosten bei unzureichendem Nachlass

Es kommt immer wieder vor, dass der Nachlass gar nicht die Deckung der entstehenden Beerdigungskosten zulässt. Ebenso kann es sein, dass den Zahlungsverpflichteten die Beerdigungskosten nicht aus sozialen Gründen zugemutet werden können. In bestimmten Fällen kann dann auch der Sozialhilfeträge die Kosten übernehmen. Dabei werden jedoch nur die Kosten erstattet, die wirklich erforderlich sind. Laut Definition sind erforderliche Beerdigungskosten die Kosten, welche aufgebracht werden müssen, um eine den örtlichen Gegebenheiten angemessene und würdige Bestattung zu ermöglichen. Laut Urteil aus Karlsruhe sind beispielsweise eine Schmuckurne, eine Kondolenzmappe oder Traueranzeigen keine erforderlichen Kosten und müssen daher vom Sozialhilfeträger nicht erstattet werden.

Tipp

Vermeiden Sie unnötigen Ärger in der Erbengemeinschaft, indem Sie sich mit anwaltlicher Hilfe einen Überblick über die Beerdigungskosten verschaffen und ggf. Ihre Rechte gegenüber den Miterben, der Gemeinde oder den Sozialhilfeträgern durchsetzen.

Gerne können wir Sie in Ihrer Angelegenheit beraten und anwaltlich vertreten. Ausdrücklich möchten wir jedoch darauf hinweisen, dass wir keine kostenlose Beratung anbieten. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen aus dem Internet können wir auch keine Nachfragen zu diesem Artikel kostenlos beantworten.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme. 

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Rechtstipp aus der Themenwelt Erbe und Nachlass und dem Rechtsgebiet Erbrecht

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