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WhatsApp Chatverlauf gestohlen!

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Ein dreister Fall von Vertrauensmissbrauch hat sich abgespielt. Dabei wurden WhatsApp-Chatverläufe heimlich verschickt. Bei solch einem Vorgehen kann es im schlimmsten Fall zu einem Bußgeld durch die Datenschutzbehörde kommen.

WhatsApp ist eine der beliebtesten Chat-Messenger-Apps für iOS und Android und wird von Millionen Nutzern weltweit gebraucht. Dabei unterliegen die dort gesendeten Nachrichten selbstverständlich der Vertraulichkeit zwischen den Chatpartnern. Dritte dürfen nicht unbefugterweise diese Chatverläufe einsehen, speichern oder veröffentlichten. Dies ist in den allermeisten Fällen auch gar nicht möglich - außer man gibt sein Handy im Vertrauen aus der Hand. Solch ein Fall hat sich abgespielt, und das Vertrauen wurde heftig missbraucht.

Was ist geschehen?

Ein Mitarbeiter, der aus seinem Unternehmen ausschied, gab ein Abschiedsessen und lud auch den Arbeitgeber ein. Dieser kam auch und nahm am Abschiedsessen teil. Daraufhin bat der Arbeitgeber den Mitarbeiter, ihm sein Handy für einen Moment borgen, sein eigener Handyakku habe schlapp gemacht. Im Vertrauen gab daraufhin der Mitarbeiter das Handy an den Arbeitgeber. Dieser verschickte tatsächlich einige dienstliche Emails vom Handy des Mitarbeiters, aber verschickte auch WhatsApp-Chatverläufe an seine eigene Email-Adresse. Dies war so jedoch nicht abgesprochen gewesen.

Mitarbeiter bekam Wind von der Angelegenheit

Der Mitarbeiter bemerkte den Missbrauch des Vertrauens durch den Arbeitgeber und erstattete Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft. Darüber hinaus reichte er auch einen Strafantrag ein. Bei der Strafanzeige handelt es sich lediglich um eine Information an die Staatsanwaltschaft, der scheinbar ein strafwürdiges Verhalten anzeigt. Beim Strafantrag wiederum handelt es sich um eine Forderung des Antragsstellers (in diesem Fall den datenschutzrechtlich Geschädigten) an die zuständige Stelle. In diesem Fall die Datenschutzaufsichtsbehörde.

Antrag zurückgezogen

Letztlich zog der ehemalige Mitarbeiter - aus welchen Gründen auch immer - den Strafantrag bei der Datenschutzaufsichtsbehörde zurück. Allerdings gab sich die Behörde damit nicht zufrieden - denn das Verhalten des Arbeitgebers (WhatsApp Chatverläufe unbefugterweise verschicken) könnte eine Ordnungswidrigkeit im Sinne des § 43 Abs. 2 Nr. 3 BDSG darstellen. Dieser sieht das unbefugte Verschaffen von nicht allgemein zugänglichen Daten als Ordnungswidrigkeit an. Und genau so lag der Fall ja.

Die Datenschutzbehörde verschickte deshalb einen Bußgeldbescheid an den Arbeitgeber. Allerdings schwieg sich die Behörde über die Höhe des Bußgeldes aus, denn diese variiere je nach Stellung der Person, die den Bescheid erhalte und habe daher keine allgemeine Aussagekraft.


Rechtstipp vom 15.07.2014
aus dem Rechtsgebiet IT-Recht

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