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Wichtige Neuerungen für 2019

Rechtstipp vom 20.12.2018
(6)
Rechtstipp vom 20.12.2018
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Gute Nachrichten für Familien, Arbeitnehmer und Rentner: Das Jahr 2019 hat gleich einige Geld- und Steuergeschenke im Gepäck. Die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick:

  • Mehr Kindergeld: 10 Euro mehr pro Kind gibt es ab Juli 2019. Familien mit einem oder zwei Kindern bekommen damit monatlich jeweils 204 Euro für jeden Filius. Für das dritte Kind gibt es 210 Euro. Für jeden weiteren Nachkommen zahlt der Staat sogar 235 Euro. Im Zuge der Kindergelderhöhung wird zudem der Kinderfreibetrag um 192 Euro auf 7.620 Euro steigen.
     
     
  • Höhere Mütterrente: Auch Mütter dürfen sich im Alter zumindest über geringfügig stärkere Bezüge freuen. Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern erhalten 0,5 Rentenpunkte zusätzlich.
     
     
  • Mehr Geld für Frührentner: Können Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zum regulären Renteneintritt arbeiten, dürfen sie Erwerbsminderungsrente beantragen. Die Berechnung der Erwerbsminderungsrente erfolgte bislang so, als hätten Betroffene nur bis zu ihrem 62. Lebensjahr in die Rentenkasse einbezahlt. Künftig soll dagegen das aktuell festgelegte Renteneintrittshalter Basis der Berechnung werden. Dadurch wird die Erwerbsminderungsrente deutlich steigen.
     
     
  • Höherer Mindestlohn: Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab Januar 2019 von 8,84 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde. Für das Jahr 2020 ist eine weitere Erhöhung geplant: Dann müssen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern mindestens 9,35 Euro Stundenlohn bezahlen.
     
     
  • Mehr Geld im Minijob: Minijobber dürfen sich auf mehr Geld im Portemonnaie freuen. Bislang lag die Einkommensobergrenze, bis zu der reduzierte Sozialversicherungsbeiträge fällig wurden, bei 850 Euro. Ab Januar 2019 wird sie auf 1.300 Euro steigen. So profitieren deutlich mehr Arbeitnehmer mit geringfügigem Einkommen von den niedrigeren Beiträgen. Zudem können nun auch Geringverdiener einen vollen Rentenanspruch erwerben.
     
     
  • Bessere Teilzeit-Unterstützung: Die Brückenteilzeit kommt. Wer ab 2019 über einen begrenzten Zeitraum in Teilzeit arbeiten möchte, hat einen Rechtsanspruch auf die Rückkehr zur Vollzeitstelle. Ausgenommen von der Regelung sind Betriebe mit weniger als 45 Mitarbeitern.
     
     
  • Größere Steuervorteile für E-Autos: Wer ein dienstliches Elektroauto privat nutzt, darf sich 2019 über Steuervorteile freuen. Ab dann muss nur noch der halbierte Satz von 0,5 Prozent des Listenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden. Die Regelung gilt für sämtliche Elektro- und Hybridfahrzeuge, die zwischen dem 1. Januar 2019 und 31. Dezember 2021 gekauft oder geleast werden. Außerdem ist der aus einer betrieblichen Überlassung resultierende geldwerte Vorteil eines Fahrrads oder E-Bikes ab 2019 steuerbefreit.
     
     
  • Steuerfreies Jobticket: Der Gesetzgeber macht die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs attraktiver. Ab 2019 muss für ein Jobticket kein geldwerter Vorteil mehr versteuert werden – auch dann nicht, wenn dieses für private Fahrten genutzt wird. Die steuerfreien Leistungen sollen allerdings auf die Entfernungspauschale angerechnet werden, die Arbeitnehmer geltend machen können.
     
     
  • Verlängerte Fristen für die Steuererklärung: Gute Nachrichten für alle, die ihre Steuererklärung gerne aufschieben. Die Abgabefristen verlängern sich ab dem Steuerjahr 2018 auf den 31. Juli des Folgejahres. Werden die Dienste eines Steuerberaters in Anspruch genommen, verlängert sich die Abgabefrist sogar auf Ende Februar des übernächsten Jahres.
     
     
  • Mehr Transparenz für Mieter: Mieter dürfen sich 2019 ebenfalls über „mehr“ freuen. Nicht unbedingt mehr Geld, dafür aber mehr Transparenz. So sind Vermieter ab Januar 2019 in puncto Miethöhe ihren Mietern Rechenschaft schuldig. Jeder Vermieter muss künftig angeben, wie hoch die Miete des Vormieters gewesen ist. Zu hohe Mietpreise sollen auf diese Weise schneller identifiziert werden können.

Sozialversicherung: Das ändert sich 2019

Auch in puncto Sozialversicherungen bringt das Jahr 2019 einige Neuerungen. Zunächst die guten Nachrichten: Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer erwartet eine Entlastung bei den Beiträgen. Für den kassenindividuellen Zusatzbeitrag müssen Arbeitnehmer künftig nicht mehr alleine aufkommen. Dieser wird zu gleichen Teilen zwischen Arbeitgeber und Angestelltem aufgeteilt. Sinken wird zudem der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung – auf temporär 2,5 Prozent bis Ende 2022. Zugleich steigt allerdings der Beitrag zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte.

Für Arbeitnehmer wachsen die Hürden für einen Wechsel in die private Krankenversicherung. Nur wer künftig jährlich mehr als 60.750 Euro brutto (entspricht 5.062,50 Euro monatlich) verdient, hat die Möglichkeit, in die private Krankenversicherung zu wechseln.

Höhere Beitragsbemessungsgrenzen für Selbständige

Für Selbstständige, die freiwillig gesetzlich krankenversichert sind, steigt die Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 4.425 Euro auf 4.537,50 Euro. Die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage wird dagegen halbiert – auf 1.141,88 Euro monatlich. Für Härtefälle und Existenzgründer gelten künftig keine Sonderregelungen mehr!

Sonstige Änderungen im Überblick

EU-Telefonate:

Die Chancen stehen gut, dass Telefongespräche ins EU-Ausland ab dem 15. Mai merklich günstiger werden. Maximal sollen sich die Kosten nur noch auf 19 Cent pro Minute belaufen – sowohl im Festnetz als auch bei Mobilfunktarifen. Für das Verschicken einer SMS sollen künftig nicht mehr als 6 Cent fällig werden. Eine formelle Bestätigung der Einigung durch das Europaparlament und die Mitgliedstaaten steht allerdings noch aus.

Drittes Geschlecht:

In Deutschland wird 2019 zudem ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts umgesetzt. Intersexuelle können im Personenregister ein drittes Geschlecht angeben. Neben „männlich“ und „weiblich“ gibt es künftig die Option „divers“.

Björn Blume

Rechtsanwalt in Lübben


Rechtstipp aus der Themenwelt Familie und Beziehung und den Rechtsgebieten Arbeitsrecht, Familienrecht, Sozialversicherungsrecht, Steuerrecht, Unterhaltsrecht

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