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Widerruf von Immobilienkrediten

Rechtstipp vom 17.03.2016
Rechtstipp vom 17.03.2016

Sehr geehrte Leser,

nun heißt es, sich schnell entscheiden. Warum und wofür? Verbraucherkredite, insbesondere Baufinanzierungskredite, haben bekanntlich stets eine feste Laufzeit. Wenn Sie Ihren Kredit nun, aus welchen Gründen auch immer, vorzeitig zurückzahlen wollen, berechnet die Bank für den Zinsausfall eine Vorfälligkeitsentschädigung. Diese Vorfälligkeitsentschädigung kann in Fortfall geraten, wenn der Vertrag noch widerrufen werden kann. Der Widerruf bewirkt, dass der Vertrag rückabgewickelt wird. Die beiderseits empfangenen Leistungen sind zurückzugewähren. Widerrufen werden kann der Vertrag selbst mehrere Jahre nach Vertragsabschluss dann, wenn die Widerrufsbelehrung, die Sie bei Vertragsschluss unterzeichnet haben, nicht wirksam ist oder aber wenn sie gar ganz fehlt. Die Widerrufsbelehrung ist dann nicht wirksam, wenn Sie der Musterwiderrufsbelehrung und/oder Gesetz und Rechtsprechung nicht entspricht. Ob dies der Fall ist, überprüfe ich gerne für Sie.

Aber warum sollten Sie sich jetzt schnell entscheiden? Bislang galt das „ewige“ Widerrufsrecht für Kredite zur Immobilienfinanzierung, wenn die bei Vertragsschluss unterschriebene Widerrufsbelehrung fehlerhaft war oder sie gar ganz fehlte. Nun hat der Gesetzgeber beschlossen, das Widerrufsrecht zeitlich zu befristen. Bis zum 21.06.2016 stehen aber noch alle Möglichkeiten offen. Der Vorteil noch einmal: bei einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung fällt bei vorzeitiger Vertragsbeendigung, also wenn Sie den Kredit vorzeitig zurückzahlen wollen, keine Vorfälligkeitsentschädigung an. 

Barbara Vitt

Rechtsanwältin


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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