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Wie bekomme ich mein Kind zurück, wenn es mir das Jugendamt entzogen hat?

Rechtstipp vom 09.11.2017
Aktualisiert am 13.09.2018
(140)
Rechtstipp vom 09.11.2017
Aktualisiert am 13.09.2018
(140)

So hilfreich das Jugendamt in Erziehungsfragen sein kann, so verängstigend ist für Eltern hingegen die Androhung des Entzugs der Kinder. Gerade dann, wenn ein solcher Kindesentzug im Raum steht oder sogar schon vollzogen wurde, ist anwaltliche und gerichtliche Hilfe von Nöten. Welche Möglichkeiten Ihnen offenstehen, ihr Kind zurückzubekommen, darüber wollen wir im Folgenden aufklären.

Der Entzug der Kinder durch das Jugendamt und seine Folgen

Nicht selten wenden sich Eltern hilfesuchend an das Jugendamt, wenn sie eigene z. B. psychische Probleme haben. Gerade die Diagnose einer psychischen Erkrankung kann jedoch häufig mit einer Gefährdung des Kindeswohls einhergehen. Dann reagiert das Jugendamt oft mit dem Entzug der Kinder, welche dann in einer Pflegefamilie oder einem Kinderheim untergebracht werden. Als wäre der Entzug nicht schon schmerzlich genug, sind weitere Folgen oft die Kontrolle des Briefverkehrs und elterliche Besuche unter Aufsicht. Schlimmstenfalls kann ein Kontaktverbot drohen. Das Jugendamt kann den Entzug der Kinder beim Familiengericht beantragen und dieses schenkt den Ausführungen des Jugendamtes nicht selten mehr glauben als der Meinung der Eltern. Steht ein Kindesentzug also im Raum oder wurde bereits vollzogen, sollten Sie sich schnellstens anwaltliche Hilfe holen und vorsichtig vorgehen, da voreilige Reaktionen Ihrerseits negativ ausgelegt werden könnten.

Ihre Handlungsmöglichkeiten

Generell sollten Sie sich anwaltliche Hilfe holen, um über weitere Schritte, so auch über die Beantragung gerichtlicher Hilfe, zu entscheiden.

Es steht Ihnen offen, die Kindesherausgabe gerichtlich zu beantragen. Dieser Antrag kann, wenn der Entzug aufgrund einer elterlichen Erkrankung vollzogen wurde, damit begründet sein, dass Sie inzwischen wieder gesund sind. In diesem Fall muss Ihr Gesundheitszustand ärztlich attestiert werden.

Eine andere Möglichkeit ist die Beantragung einer gerichtlichen Anhörung des Kindes. Dabei kann es sinnvoll sein, die Sichtweisen des Kindes objektiv zu hören, wenn Sie die Befürchtung haben, dass das Jugendamt darstellen sollte, dass das Kind gar nicht mehr zu seinen Eltern zurück möchte. Gerade ein geschulter Familienrichter kann dann die Ansichten des Kindes erfragen, denen dann mehr Gewicht zukommt als den Aussagen des Jugendamtes.

Prinzipiell sieht die deutsche Rechtsprechung eine Rückkehr des Kindes zu den Eltern als Ziel vor, auch wenn die Familienverhältnisse nicht ideal sind. Das Gericht verlangt vielmehr sogar, dass einer Rückkehrperspektive in die Familie nichts im Wege stehen soll. Dazu zählen dann regelmäßige Kontakte zwischen Eltern und Kind, welche nicht so einfach vom Jugendamt verboten werden dürfen.

Tipp:

Es gibt immer wieder Möglichkeiten, die Herausgabe des Kindes zu bewirken, auch wenn Sie sich zunächst machtlos gegenüber den Behörden fühlen. Scheuen Sie sich daher nicht, anwaltliche Unterstützung zu holen.

Gerne können wir Sie in Ihrer Angelegenheit beraten und anwaltlich vertreten. Ausdrücklich möchten wir jedoch darauf hinweisen, dass wir keine kostenlose Beratung anbieten. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen aus dem Internet können wir auch Nachfragen zu diesem Artikel grundsätzlich nicht kostenlos beantworten.

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Rechtstipp aus der Themenwelt Sorgerecht und Umgangsrecht und dem Rechtsgebiet Familienrecht

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