Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Wie berechnet man eigentlich den Kindesunterhalt?

(3)

Kinder müssen auch nach der Trennung der Eltern versorgt sein – so viel steht fest. Wenn Eltern sich trennen, dann kommt zwangsläufig aber die Frage auf, wer finanziell für die minderjährigen Kinder zu sorgen hat. Die Grundsätze des Kindesunterhalts sind recht leicht erklärt. Grundsätzlich leistet der Elternteil, bei dem die Kinder leben, sogenannten Naturalunterhalt. Das bedeutet, dass er Essen, Kleidung und all den täglichen Bedarf für die Kinder zu bezahlen hat. Der andere Elternteil leistet Barunterhalt, zahlt also Geld für die Kinder an den betreuenden Elternteil.

Die Höhe des Unterhalts richtet sich nach der sogenannten Düsseldorfer Tabelle. Diese gibt abhängig vom Alter der Kinder und dem Nettoeinkommen des barunterhaltspflichtigen Elternteils sowie der Anzahl der Personen, für welche Unterhalt zu leisten ist, den zu zahlenden Betrag an.

Die konkrete Berechnung des Unterhalts kann allerdings höchst kompliziert sein. In den meisten Fällen ist zunächst das staatliche Kindergeld aufzuteilen. Dann stellt sich die Frage, wie hoch das Nettoeinkommen anzusetzen ist, da Kosten der Altersvorsorge, Versicherungsbeiträge, Schulden etc. abzugsfähig sein können. Besonders schwierig ist die Festlegung des Nettoeinkommens oft bei Selbständigen oder wenn das Einkommen eines Angestellten stark schwankt. Schließlich kann auch noch eigenes Einkommen der Kinder und die Frage, wer die Kinder wann betreut (wenn die Kinder zum Beispiel oft zwischen Mutter und Vater wechseln), für die Berechnung relevant sein.

Sollte der zur Zahlung von Kindesunterhalt verpflichtete Elternteil nur ein geringes Einkommen haben, muss bei ihm zumindest ein notwendiger Selbstbehalt zum Leben verbleiben. Allerdings muss er dann nachweisen, dass er alles tut, um den Kindesunterhalt irgendwie bezahlen zu können.

Wichtig ist noch zu wissen, dass Kindesunterhalt immer wieder angepasst werden kann, wenn sich die Einkommensverhältnisse ändern, die Kinder zum anderen Elternteil wechseln oder ein Elternteil für weitere Personen unterhaltspflichtig wird (insbesondere, wenn weitere Kinder geboren werden). Der Kindesunterhalt ist also nicht für alle Zeiten festgelegt, sondern ändert sich, wenn eine neue Lebenssituation bei einem Elternteil oder bei den Kindern entsteht.


Rechtstipp vom 02.09.2017
aus der Themenwelt Kindesunterhalt und Düsseldorfer Tabelle und dem Rechtsgebiet Familienrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors