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Wie kann ich einen Verwalter gerichtlich durchsetzen?

Rechtstipp vom 06.04.2017
Aktualisiert am 26.09.2018
Rechtstipp vom 06.04.2017
Aktualisiert am 26.09.2018

Ausgangslage: Jede Gemeinschaft von Wohnungseigentümern bzw. auch jeder einzelne Wohnungseigentümer hat einen Anspruch auf ordnungsgemäße Verwaltung. Dazu gehört unter anderem auch, dass ein Anspruch auf Verwaltung durch einen Verwalter besteht. 

Scheitert ein Versuch der Eigentümer auf Bestellung eines Verwalters in einer Eigentümerversammlung, so besteht die Möglichkeit, einen Verwalter gerichtlich durchzusetzen. 

Ist die Bestellung des Verwalters daran gescheitert, dass die Eigentümergemeinschaft keine Eigentümerversammlung durchgeführt hat, so müssen die Eigentümer zunächst zur Einberufung einer Versammlung aufgefordert werden. Ist dies aber bereits erfolgt und die Gemeinschaft fasst dennoch keinen Beschluss über die Bestellung eines Verwalters, so eröffnet sich der Weg zur gerichtlichen Bestellung. 

Eine Bestellung durch das Gericht kann auch dann erfolgen, wenn die Gemeinschaft sich nicht auf einen Verwalter einigen kann. Häufig kommt dies in Zweiereigentümergemeinschaften vor. 

Es ist auch eine gerichtliche Bestellung eines Verwalters möglich, wenn zwar ein amtierender Verwalter vorhanden ist, er aber seinen gesetzlichen und vertraglichen Pflichten nicht oder nur unzureichend nachkommt. 

Aufgrund des Anspruchs eines jeden Eigentümers auf eine ordnungsgemäße Verwaltung entspricht die gerichtliche Bestellung eines Verwalters eben erst ordnungsgemäßer Verwaltung. 

Zu Bedenken ist aber, dass bei einem gerichtlichen Verfahren auf Einsetzung eines Verwalters das Gericht kein freies Ermessen hat. Das Gericht ist vielmehr an den Tatsachenvortrag der Eigentümer gebunden und übt dann das Ermessen anstelle der Wohnungseigentümer aus. 

Um das Gericht aber überhaupt in die Lage zur Ermessensausübung zu versetzen, muss die Eigentümergemeinschaft dem Gericht mehrere geeignete Verwalter vorschlagen. Sie muss darüber hinaus die jeweiligen Konditionen des Verwaltervertrags sowie die Zustimmung des jeweiligen Verwalters zur Übernahme des Verwalteramts vorlegen. 

Die Einsetzung des Verwalters im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes ist nur dann möglich, wenn die derzeitige Verwalterlosigkeit zu einer Eilbedürftigkeit führt. Diese Eilbedürftigkeit liegt z. B. dann vor, wenn wesentliche Nachteile für die Eigentümerversammlung drohen, sofern nicht umgehend ein Verwalter eingesetzt wird. 

Gerne können wir Sie in Ihrer Angelegenheit beraten und anwaltlich vertreten. Ausdrücklich möchten wir jedoch darauf hinweisen, dass wir keine kostenlose Beratung anbieten. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen aus dem Internet können wir auch keine Nachfragen zu diesem Artikel kostenlos beantworten.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme. 

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