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Wie kann ich meinen SCHUFA-Scorewert verbessern?

Rechtstipp vom 07.07.2015
(339)
Rechtstipp vom 07.07.2015
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Ein schlechter Scorewert bei der SCHUFA beeinflusst die finanzielle Unabhängigkeit enorm. Ob Darlehen, Handyverträge oder Versandkäufe auf Rechnung; ist der Score im Keller sieht es schlecht für den Kunden aus. Dies ist der vertragstypischen Vorleistungspflicht der Unternehmen geschuldet. Die Bank stellt den Darlehensbetrag zur Verfügung und muss auf die Rückzahlung des Kunden vertrauen. Der Mobilfunkanbieter stellt dem Kunden Handy und Netz zur Verfügung während die Rechnung erst nachträglich am Ende des Monats gestellt wird. Und auch der Versandhändler, der sich auf eine Zahlung per Rechnung einlässt, gibt zunächst seine Ware heraus, bevor er von dem Besteller Geld erhält.

Ein solches Vertrauen kann der Unternehmer nicht einem völlig Unbekannten entgegenbringen. Daher gibt es Kreditsicherungsinstitute wie die SCHUFA. Diese hat einen Vertrag mit dem Unternehmer, welcher sie verpflichtet, für den Vertragsschluss relevante Daten herauszugeben, während sie im Gegenzug neue Daten über den Kunden erhält.

Der Scorewert der SCHUFA reicht theoretisch von 0%-100%. Diese Werte geben an, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Kunde seine Vertragsschulden ordnungsgemäß bedienen wird. Eine Einstufung ab 95% ist dabei ein „geringes bis überschaubares Risiko“, weist also den Kunden für fast alle Arten von Geschäften als vertrauenswürdigen Geschäftspartner aus. Dagegen bedeuten 90%-95% ein „zufriedenstellendes bis erhöhtes Risiko“ für das Ausbleiben von Zahlungen.

Bereits diese Einstufung kann ein Ausschlussgrund für viele Vertragsanbahnungen bedeuten. Das Risiko von Zahlungsausfällen ist Unternehmern oft schon zu hoch. Daraus folgt, dass ein SCHUFA-Score unter 90% beinahe einer Zahlungsunfähigkeit gleichkommt, es besteht ein „deutlich erhöhtes bis hohes Risiko“. Damit ist die Chance auf einen Vertragsabschluss beinahe bei null. Zwar ist der SCHUFA Wert nicht alleiniges Kriterium zur Bestimmung der Bonität. Wird jedoch eine SCHUFA-Auskunft von einem SCHUFA-Vertragspartner angefordert, ist damit zu rechnen, dass der Vertragspartner auf diese Einstufung auch Wert legt.

Somit stellt sich für alle Kunden mit einem schlechten, oder zumindest verbesserungswürdigem, SCHUFA-Score die Frage, ob und wie sich dieser verbessern lässt. Für diese Frage gibt es leider keine allgemeingültige stets erfolgreiche Lösung, da die Berechnung des Scores geheim ist. Jedoch können viele Einzelfaktoren, von denen angenommen wird, dass sie in die Berechnung einbezogen werden, überprüft und optimiert werden, um die Wahrscheinlichkeit einer besseren Einstufung zu erhöhen.

Konkrete Möglichkeiten der Verbesserung

Als erster Schritt sollte eine umfassende Eigenauskunft bei der SCHUFA beantragt werden. Dies umfasst zum einen die jährliche kostenlose Auskunft, als auch insbesondere die Mitteilung des aktuellen Scorewertes, je nach Bedarf auch besondere Branchenscores, welche für einen Preis von wenigen Euros errechnet und mitgeteilt werden.

Daraufhin sollten die eingetragenen Daten unbedingt auf Richtigkeit überprüft werden. Die Erfahrung zeigt, dass immer wieder unrichtige Daten abgespeichert, und so die Berechnungen von Scores verfälscht werden.

Verspricht dies keinen weiteren Erfolg, sind die einzelnen finanziellen Posten näher zu betrachten. Die Gesamtsumme der finanziellen Verpflichtungen muss für einen positiven SCHUFA-Score stets in einem angemessenen Verhältnis zu dem Einkommen stehen. Bereits bestehenden Verpflichtungen sollten stets pünktlich bedient werden, Verzögerungen und Rückstände schlagen sich ebenfalls negativ in der Bewertung nieder.

Weiterhin sollten gewährte Kreditrahmen und Dispos nicht überzogen werden. Stattdessen sollte lieber ein hoher Dispo-Rahmen eingeräumt werden, dieses Vertrauen der Bank spricht auch für die Vertrauenswürdigkeit des Kunden. Jedoch sollte dieser hohe Dispo nie ausgereizt werden. Ähnlich sieht es beim Leasen von Autos aus, ein Leasingvertrag für ein teures Auto spricht anscheinend eher für die Bonität des Kunden. Dagegen können offene Rechnungen die Risikoeinschätzung verschlechtern, sodass darauf geachtet werden sollte alle Rechnungen, auch die geringen, möglichst umgehend zu bezahlen, und keine Mahnungen abzuwarten.

Weitere Merkmale, die sich negativ auf den Score auswirken können, sind zahlreiche Wohnsitz- und Bankwechsel. Dies könnten Anzeichen sein, dass versucht wird die Identität zu verschleiern um das Eintreiben von Schulden unmöglich zu machen. Eine gewisse Beständigkeit erhöht die Kreditwürdigkeit.

Selbst das Alter kann die Risikobewertung beeinflussen. So wird wohl das Risiko von Zahlungsausfällen bei jungen und unerfahrenen Kunden höher sein als das von voll berufstätigen Kunden die mitten im Leben stehen.

Schließlich wirkt sich jede Kreditaufnahme oder Aufstockung von Kreditrahmen negativ auf den Score aus. Damit zusammen hängen unnötige Kreditkarten oder Girokonten. Diese sollten gekündigt werden.

Fazit

Ein Allheilmittel um den SCHUFA-Score nach oben zu korrigieren, gibt es leider nicht. Werden oben genannte Ratschläge jedoch befolgt, ist die Wahrscheinlichkeit, eine bessere Einstufung zu erhalten, deutlich höher.


Rechtstipp aus der Themenwelt Schufa-Eintrag und dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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