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Wie laut darf die Wärmepumpe sein?

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Die Lautstärke von Wärmepumpen und anderen technischen Anlagen in Wohngebieten kann zu Schwierigkeiten zwischen Nachbarn führen. Sie erfahren, welche Schallgrenzwerte einzuhalten sind und was Sie machen können, wenn es zu laut ist.

Wo finde ich den Schallgrenzwert?

Der Grenzwert für Lärm nennt sich Schallleistungspegel und ist in der „Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ (TA Lärm) zu finden. Je nachdem, um was für ein Baugebiet es sich handelt, sind diese Grenzwerte unterschiedlich hoch. Während zum Beispiel in sogenannten reinen Wohngebieten nachts nur 35 Dezibel zulässig sind, dürfen es in sogenannten Dorfgebieten nachts bereits 45 Dezibel sein.

In was für einem Baugebiet wohne ich?

Die Angaben zu den Grenzwerten aus der TA Lärm allein nützen nichts. Es muss auch klar sein, um was für ein Baugebiet es sich handelt, in dem die Wärmepumpe betrieben wird. Die Baugebiete, die in der TA Lärm genannt sind, sind identisch mit denen in der Baunutzungsverordnung (BauNVO). Die dort genannten Baugebiete kann die Gemeinde wiederum in ihren Bebauungsplänen festlegen, sodass die richtigen Grenzwerte aus diesem Plan ermittelt werden können. Die Bebauungspläne kann man bei der Gemeindeverwaltung einsehen.

Wenn es keinen Bebauungsplan gibt, bestimmt sich das Baugebiet anhand der im näheren Umfeld vorhandenen Nutzungen und Gebäude. Wenn beispielsweise in einem klar abgrenzbaren Bereich der Gemeinde ausschließlich in Einfamilienhäusern gewohnt wird, könnte man von einem allgemeinen Wohngebiet ausgehen.

Wie messe ich den Lärm?

Die Lärmmessung sollte vonseiten der zuständigen Behörde – meistens die Bauaufsichtsbehörde – erfolgen. Wenn die Behörde nicht selbst misst, wird sie einen Sachverständigen mit der Messung beauftragen. Es gibt auch verschiedene Apps für Android oder iOS, mit denen Sie selbst einfach messen können, um gegenüber der zuständigen Behörde einen Anhaltspunkt zu liefern. Besonders genau sind diese Messungen per App jedoch nicht. 

Gemessen wird der Lärm vor dem geöffneten Fenster des am stärksten betroffenen Raumes. Der Raum muss regelmäßig genutzt sein. Es darf sich also nicht um einen Flur oder ein Arbeitszimmer handeln, es sollte schon Schlafzimmer oder Wohnzimmer sein. 

Spielt die Umgebung eine Rolle?

Wenn es in der Umgebung weitere technische Lärmquellen gibt, sind diese möglicherweise zu berücksichtigen. Wenn also beispielsweise ein lauter Gewerbebetrieb oder eine Windenergieanlage in Hörweite ist, kann sich der Lärm überlagern und dadurch zu laut werden. Die Behörde muss dann genau feststellen, welche Anlage wie laut ist und welche Anlage möglicherweise früher installiert wurde und deswegen Bestandsschutz genießt. Manchmal lässt sich dies nicht so einfach feststellen, da insbesondere Wärmepumpen nach den landesrechtlichen Regelungen meistens keine Baugenehmigung brauchen. Normalerweise kann man dies aber mit Installationsrechnungen oder ähnlichen Dokumenten nachweisen.

Was passiert, wenn es zu laut ist?

Wenn die Grenzwerte für den Lärm überschritten werden, kann der davon betroffene Anwohner gegen die Wärmepumpe vorgehen. Entweder muss die Wärmepumpe in einen leiseren Betriebsmodus versetzt, nachts abgeschaltet oder sogar ganz abgebaut werden.

Wie geht es weiter?

Lassen Sie sich von mir beraten, wenn Sie als Betreiber oder als Anwohner ein Lärmproblem mit der Wärmepumpe haben. Wir prüfen, ob erfolgreich gegen die Wärmepumpe vorgegangen werden kann. Auch bei anderen technischen Anlagen können Abwehransprüche bestehen. 

Nehmen Sie direkt unten auf dieser Seite Kontakt auf oder sehen Sie sich meine Profilseite an. 

Anschließend stimmen wir ab, wie weiter vorzugehen ist. Das zuständige Bauaufsichtsamt oder die Immissionsschutzbehörde wird zunächst ermitteln, ob die Anlage wirklich zu laut ist. Die Kosten der Schallmessung trägt dann entweder die Behörde oder der Verursacher. Als Nachbar können Sie aber nicht nur die zuständige Behörde einschalten, sondern auch einen nachbarrechtlichen Abwehranspruch geltend machen. Dann muss der betroffene Nachbar normalerweise nachweisen, dass die Wärmepumpe zu laut ist, und den Sachverständigen selbst bezahlen.


Rechtstipp vom 12.07.2017

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