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Wie verhalte ich mich, wenn ich eine Ladung zu einer Vernehmung von der Polizei bekomme?

Rechtstipp vom 24.03.2017
Aktualisiert am 27.03.2017
(10)
Rechtstipp vom 24.03.2017
Aktualisiert am 27.03.2017
(10)

Die Polizei kann Sie als Beschuldigten, also als Verdächtigen einer Straftat laden. 

Die Polizei kann Sie aber auch als Zeugen laden.

1. Ladung zu einer Vernehmung als Beschuldigter

Ganz einfach: „Ich sage nichts ohne meinen Anwalt!“

Diese alte Weisheit, die in jedem Krimi zu hören ist, ist das Gebot der Stunde! Leider wird es viel zu oft missachtet. Mit schlimmen Folgen! 

Als Beschuldigter in einem Strafverfahren ist es Ihr gutes Recht, keine Aussage zu machen. Das darf und wird Ihnen nicht negativ ausgelegt werden. 

Sie müssen und sollten also nicht zur Polizei gehen und dort aussagen. Es ist nahezu immer das Beste, nicht zur Polizei zu gehen: 

  • Sie wissen nicht, was genau Ihnen vorgeworfen wird. 
  • Somit wissen Sie auch nicht genau, wogegen Sie sich verteidigen. 
  • Sie erhalten ohne Anwalt keine Akteneinsicht. 

Damit stehen Sie mit dem Wissen der Sie vernehmenden Polizeibeamten nicht auf Augenhöhe. Es soll hier keinesfalls behauptet werden, dass Polizeibeamte generell unfair seien. Das ist sicher nicht der Fall. 

Dennoch besteht die Gefahr, dass Sie sich in der ungewohnten Vernehmungssituation um Kopf und Kragen reden. Selbst wenn Sie davon ausgehen, dass Sie genau wissen, worum es geht: 

  • In der Regel kennen juristische Laien weder die Voraussetzungen, noch die Tücken der einschlägigen Straftatbestände. Die Folgen sind also unabsehbar. 
  • Sie wissen nie, ob es Überraschungen gibt. Sei es, dass Sie die Sache zu harmlos einschätzen oder der Anzeigeerstatter die Sache übertreibt: Ein missverständlicher oder unbedachter Satz den Sie sagen, wird immer in der Akte bleiben. Dann heißt es vor Gericht: „Aber damals haben Sie doch gesagt, dass …“

Es ist also immer ratsam, einen erfahrenen Rechtsanwalt zu beauftragen, der Einsicht in die Ermittlungsakte nimmt, Sie beraten und mit ihnen gemeinsam die beste Verteidigungsstrategie ausarbeiten kann.

2. Ladung zu einer Vernehmung als Zeuge

Was viele nicht wissen: Auch als Zeuge muss man nicht bei der Polizei erscheinen. Wenn man sich aber weigert, kann man durch die Staatsanwaltschaft zu einer Vernehmung geladen werden. Wenn man auch dies verweigert, hat die Staatsanwaltschaft das Recht, Zeugen durch die Polizei vorführen zu lassen. Das sollte man sich lieber sparen.

Wer Gefahr läuft, sich durch eine Aussage bei der Polizei einer Straftat zu bezichtigen, hat das Recht, insoweit die Aussage (in manchen Fällen sogar vollständig) zu verweigern. 

Tipp: Sollten Sie also als Zeuge geladen sein, aber mit der Sache in der Sie vernommen werden sollen, etwas zu tun haben, dann sollten Sie sich sofort anwaltliche Unterstützung nehmen.

Tipp: Auch ein Zeuge hat das Recht, einen Anwalt zu einer Vernehmung mitzunehmen. 

Wenn Sie eine Ladung zu einer polizeilichen Vernehmung bekommen, zögern Sie nicht, mich einzuschalten.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Strafrecht

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