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Wild Bunch AG: BaFin verhängt hohes Zwangsgeld

Rechtstipp vom 03.06.2017
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02.06.2017: Wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf ihrer Internetseite vermeldet, hatte das Bundesamt für Justiz gegen die Wild Bunch AG zunächst ein Ordnungsgeld verhängt. Die Buße im überschaubaren Rahmen von 2500 € hätte vermutlich das Unternehmen nicht in den vollständigen Ruin treiben können. Nichtsdestotrotz war die Maßnahme bereits als ernsthaftes Zeichen für Missstände innerhalb der Firma zu sehen.

140.000 € Zwangsgelder gegen Wild Bunch AG

Mit der am heutigen Freitag verkündeten hohen Geldstrafe dürfte dem Unternehmen nun aber doch eine empfindliche Bußee auferlegt worden sein. Dem Zwangsgeld zu Grunde liegen nun erneut Verstöße gegen §§ 37v Absatz 1 Satz 2 und 3 sowie 37w Absatz 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG). Hierbei handelt es sich um gesetzlich festgelegte und regulierte Veröffentlichungspflichten. Die am 02.06.2017 veröffentlichte Maßnahme wurde bereits am 18.05.2017 festgesetzt. Sie ist sofort vollziehbar, wenngleich zwischenzeitlich noch nicht bestandskräftig.

Anleihe der Wild Bunch AG unter Wasser 

Dass grundsätzlich bei der Wild Bunch AG nicht alles so ganz zum besten stehe, befürchten offensichtlich auch die Zeichner und Halter der dortig begebenen Anleihe (WKN: A2AALE / ISIN: DE000A2AALE3, 8 %, 3-jährige Laufzeit bis zum 23.03.2019) bzw. die Marktteilnehmer im allgemeinen. Das Zinspapier notiert seit geraumer Zeit deutlich unter der Nominale und wird zur Stunde mit nur etwa zwei Dritteln des Ausgabekurses gehandelt. Dies wiederum bedeutet, dass mindestens gewisse Zweifel bei den Gläubigern dahingehend bestehen, ob die Wild Bunch AG tatsächlich in der Lage sein wird, neben den laufenden Couponbeträgen das eingesammelte Kapital fristgerecht und vollständig zurückzuzahlen. Auch die Aktionäre dürften – nebenbei bemerkt – mit ihrem Engagement kaum wirklich Freude gehabt haben: die Stücke werden seit Jahr und Tag als Pennystock gehandelt. 

Wild Bunch AG-Management verantwortlich?

Auch in diesem erneuten Fall von empfindlicher Sanktionierung eines Kapitalmarktteilnehmers durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) stellt sich die Frage nach Haftung und Verantwortung. Im Fokus steht hier abermals, welche maßgeblich handelnden (und möglicherweise haftbar zu machenden) Personen aus dem erlauchten Management-Kreis des Unternehmens für die offensichtlich bestehenden Missstände verantwortlich zeichnen.

ADWUS Rechtsanwälte in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath

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