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Wölbern-Skandal: Hauen und Stechen mit Kanzlei Bird & Bird

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Januar 2015: Das Manager Magazin berichtet in einer ganzen Serie von Artikeln über eine unerwartete Volte im Prozess gegen Ex-Wölbern-Chef Heinrich Maria Schulte. Beinahe 30 Immobilienfonds der Wölbern Invest haben überraschenderweise eine Zivilklage in dreistelliger Millionenhöhe gegen die internationale Kanzlei Bird & Bird sowie drei teils ehemalig dort beschäftigte Rechtsanwälte erhoben. Der Kanzlei und den Anwälten wird vorgeworfen, für umstrittene Finanztransfers mitverantwortlich zu sein beziehungsweise diese rechtlich abgesegnet zu haben. Im Schadensersatzprozess wird nun eine Wiedergutmachung in Höhe von mindestens 130 Millionen € gefordert; nach Angaben des „Manager Magazin“ liege dort die über 260 Seiten starke Klageschrift vor. 

Wie wir bereits berichtet hatten, wird dem gelernten Mediziner Schulte im Strafprozess von der zuständigen Hamburger Staatsanwaltschaft gewerbsmäßige Untreue in mehr als 300 Fällen vorgeworfen. Zwischen August 2011 und September 2013 soll er rund 150 Millionen € unrechtmäßig aus geschlossenen Wölbern-Fonds abgezweigt und zweckentfremdet haben; etwa 60 Millionen Euro hiervon für private Zwecke. Eine Vielzahl der Investmentgesellschaften des Fondshauses Wölbern geriet durch die Unregelmäßigkeiten beziehungsweise Verschiebungen in Schwierigkeiten, einige Investmentgesellschaften mussten zwischenzeitlich Insolvenz anmelden. Schlagzeilen machten darüber hinaus Berichte über Schultes aufwendige Lebensführung.

Wie unter anderem das „Manager Magazin“ mitteilt, seien bereits zweimal der mittlerweile bei Bird & Bird ausgeschiedene und mit Heinrich Maria Schulte befreundete Rechtsanwalt Frank Moerchen sowie der nach wie vor in der Kanzlei tätige Ole Brühl im Strafprozess geladen worden. Beide hätten kategorisch jegliche Aussage verweigert, Thomas Demmel hingegen, ebenfalls ehemaliger Mitarbeiter von Bird & Bird, wolle nach Angaben von „Manager Magazin online“ durchaus Rede und Antwort stehen, anstatt von einem möglichen Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch zu machen. Pikanterweise lehnen allerdings nach Angaben des Wirtschaftsblatts ausgerechnet die klagenden Wölbern-Fonds die Entbindung Demmels aus seiner anwaltlichen Schweigepflicht ab.

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankenrecht spezialisierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath empfiehlt vor dem Hintergrund der völlig undurchsichtigen Gesamtlage sowie der nach wie vor ungeklärten Verantwortlichkeiten im Hinblick auf den entstandenen Schaden allen bislang untätig gebliebenen Betroffenen, umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung mögliche weitere rechtliche Schritte zu prüfen und gegebenenfalls zeitnah zu unternehmen. Gerne stehen wir auch für eine unverbindliche kurze telefonische Aufnahme des Sachstandes zur Verfügung, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei ist hier Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


Rechtstipp vom 09.02.2015

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