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Wohngebäudeversicherung & Frostschäden – ist Heizen Pflicht?

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Heizen ist Pflicht!

Dies ergibt sich bereits aus den allgemeinen Wohngebäude-Versicherungsbedingungen, die dem Versicherungsvertrag zugrunde liegen. Danach muss der Versicherungsnehmer das Wohngebäude ausreichend beheizen und die Funktion der Heizanlage regelmäßig kontrollieren oder alle wasserführenden Einrichtungen und Anlagen sperren und entleeren. Er muss also stets dafür sorgen, dass keine Frostschäden an Heizung und Rohren entstehen können. 

Diese Obliegenheiten gelten ebenso für dauerhaft unbewohnte oder nur vorübergehend unbewohnte Gebäude (Urlaubsabwesenheit, Zweitwohnung). Die Heizung sollte also während des Winterurlaubs niemals abgedreht werden! Eine Raumtemperatur von 15 Grad dürfte ausreichen, um Frostschäden zu vermeiden. Wer Heizkosten sparen möchte, spart im Zweifelsfall am falschen Ende.

Doch wie häufig muss der Versicherungsnehmer die Heizung kontrollieren? 

Die Wohngebäudeversicherer geben zwar eine ausreichend häufige Kontrolle vor, definieren diese jedoch nicht. Welche Kontrollintervalle tatsächlich ausreichend sind, ist einzelfallabhängig. So kommt es zum Beispiel auf Umstände wie Alter, Bauart und Störanfälligkeit der Heizanlage an. 

Der BGH konkretisierte: „Dem Versicherungsnehmer obliegt es nicht, mit allen Mitteln das Ereignis, gegen das er sich extra versichert hat, zu verhindern. Vielmehr liegt eine genügend häufige Kontrolle vor, wenn ein störungsfreies Funktionieren der Heizung „nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge“ zu garantieren ist. Die Klausel der Versicherer dient folglich lediglich einer ausgewogenen Risikoverteilung. Der Versicherungsnehmer ist lediglich verpflichtet, das vom Versicherer übernommene Risiko eines Frostschadens dadurch zu verringern, dass er das versicherte Objekt beheizt und das ordnungsgemäße Funktionieren der Heizung in zumutbarer und verkehrsüblicher Weise überwacht.“ (BGH, 25.06.2008, IV ZR 233/06)

Wenn der Versicherungsnehmer diesen Obliegenheiten nachkommt, muss er nicht befürchten, seinen Versicherungsschutz zu verlieren.


Rechtstipp vom 10.05.2017
aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und dem Rechtsgebiet Versicherungsrecht

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