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Wohnungsübergabe: Darauf müssen Mieter beim Auszug achten

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Der Umzug steht an, die Vorfreude auf das neue Heim ist groß, doch vorher gilt es noch, die Übergabe der alten Mietwohnung an den Vermieter sicher über die Bühne zu bringen. Dabei ist es wichtig zu wissen, welche Pflichten man als Mieter beim Auszug zu erfüllen hat und in welcher Hinsicht man sich vom Vermieter nicht über den Tisch ziehen lassen darf. Folgenden fünf Punkten sollte jeder Mieter bei der Wohnungsübergabe deshalb besonderes Augenmerk schenken:

1. Schlüsselübergabe

Bei der Wohnungsübergabe müssen dem Vermieter sämtliche Schlüssel persönlich ausgehändigt werden – ein einfacher Einwurf in den Briefkasten reicht nicht aus. Dies beinhaltet sowohl die Schlüssel, die der Mieter selbst beim Einzug erhalten hat, als auch etwaige weitere, später nachgemachte Exemplare. Stellt sich bei der Übergabe heraus, dass Schlüssel fehlen, muss der Mieter nachweisen, dass damit kein Dritter in die Wohnung einbrechen könnte. Da das in der Praxis meist schwer möglich ist, läuft es in diesem Fall oft darauf hinaus, dass der Mieter für eine neue Schließanlage aufkommen muss.

2. Schönheitsreparaturen

Welche Schönheitsreparaturen vom Mieter vor dem Auszug durchgeführt und bei Wohnungsübergabe abgeschlossen sein müssen, hängt wie so oft vom Einzelfall ab. Generell ist zwar der Vermieter verpflichtet, im Rahmen seiner Instandhaltungspflicht Schönheitsreparaturen vorzunehmen, in den meisten Fällen finden sich im Mietvertrag hierzu jedoch davon abweichende Regelungen. Wenn es also um Tapezieren, Streichen oder das Schließen von Bohrlöchern geht, gilt es, den Mietvertrag vor dem Auszug noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen und die aktuelle Rechtsprechung zu prüfen. Viele derartige Klauseln, die Mieter zur Übernahme von Schönheitsreparaturen verpflichten sollten, wurden von den Gerichten nämlich für unwirksam erklärt mit der Folge, dass die Mieter nicht renovieren mussten. 

3. Wohnungsmängel

Nicht für alle Mängel, die eine Wohnung zum Zeitpunkt der Übergabe vorweist, muss der Mieter auch tatsächlich aufkommen. Im Gegenteil: Eine Abnutzung der Wohnung durch jahrelanges Bewohnen ist ganz normal und wird bereits durch die Mietzahlungen beglichen. Passen Sie bei der Übergabe also genau auf, welche Mängel Ihnen der Vermieter vorhält und von der Kaution abziehen möchte. Ersetzen müssen Sie nur solche Schäden, die auf eine unsachgemäße Benutzung zurückzuführen sind – beispielsweise Brandlöcher im Parkett oder Kratzspuren Ihrer Haustiere.

4. Reinigung

In der Regel ist im Mietvertrag vorgegeben, dass die Wohnung „besenrein“ übergeben werden muss. Doch was heißt das genau? Grundsätzlich sollten Böden gefegt oder gesaugt, sichtbarer Staub entfernt und Toilette sowie Herd in einem hygienischen Zustand sein. Noch gründlicher muss man die Wohnung beim Auszug nicht putzen – außer im Mietvertrag ist etwas anderes vereinbart. Es gilt aber: Je gründlicher Sie die Wohnung putzen, umso besser ist der Eindruck auf den Vermieter und kleinere Mängel fallen womöglich nicht so schnell auf.

5. Übergabeprotokoll anfertigen!

Die Erstellung eines Übergabeprotokolls ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben, lohnt sich für den Mieter aber immer. Darin sollten folgende Punkte festgehalten und vom Mieter sowie Vermieter unterzeichnet werden: Anzahl der übergebenen Schlüssel, Zustand der Tapeten bzw. des Anstrichs, Funktionsfähigkeit von Elektrogeräten, Leitungen und Heizkörpern, etwaiger Schimmelbefall, Zustand von Fenstern, Türen, Fußböden und Schlössern sowie sämtliche Zählerstände und etwaige Mängel an der Wohnung.


Rechtstipp vom 13.06.2018
aus der Themenwelt Mietwohnung und dem Rechtsgebiet Mietrecht & Wohnungseigentumsrecht

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