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Zamek-Pleite: Totalverlust für Anleihe?

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23.07.2014: Das Handelsblatt beschäftigt sich ein weiteres Mal ausführlich mit den dubiosen Vorgängen und Hintergründen um die Insolvenz des Düsseldorfer Suppenherstellers. Wie bereits mehrfach berichtet, stand Zamek bereits vor einigen Jahren am Rande des finanziellen Abgrundes und soll sich aus dem Zangengriff der finanzierenden Banken, die Strukturreformen forderten, nur noch mithilfe des Privatkredites einer bekannten Sportlerpersönlichkeit herausgewunden haben.

Im Laufe der Jahre wurden, wie das Handelsblatt berichtet, Immobilien und Grundstücke als Sicherheiten hinterlegt, Marken und Patente verpfändet und Waren sicherungsübereignet. Neben dem Einstieg eines Schweizer Investors mit 3 Millionen € gab es erneute Darlehen der Düsseldorfer Stadtsparkasse sowie der Essener Nationalbank. Während das Unternehmen Millionenverluste schrieb, führte Ben Zamek offensichtlich ein luxuriöses Leben. Das Handelsblatt zitiert aus einem durch die Kreditinstitute in Auftrag gegebenen Gutachten: KPMG komme hier zum Schluss, dass sich der Unternehmenschef trotz der beträchtlichen Schieflage jährlich eine halbe bis dreiviertel Million Euro genehmigte. Die Rede ist hier überdies von luxuriöser Kreuzfahrt zur Zerstreuung und Erholung, darüber hinaus gefiel sich Zamek wohl als Golfspieler, der – finanziert über eine Tochtergesellschaft namens WPR – gerne Golfturniere mit Prominenten wie beispielsweise Franz Beckenbauer veranstaltet.

Nachdem die Düsseldorfer Stadtsparkasse und Essener Nationalbank mit der Zeit ebenfalls eine grundlegende Sanierung des Unternehmens forderten, ergab sich für die Zameks eine neue Geldquelle: 2013 wurde auf dem Markt für Minibonds eine Anleihe begeben, über die 35 Millionen € frisches Kapital eingeworben wird. Dies löste auf einen Schlag allerhand Unannehmlichkeiten: das Unternehmen ist die drängelnden Banken los, ist wieder liquide und muss den neuen Geldgebern vor allem keinerlei Mitspracherechte einräumen.

Conpair und das Frankfurter Bankenhaus Close Brothers organisieren die Emission, insgesamt werden den Prospektangaben zufolge hierfür inklusive der aufwendigen Roadshow 1,5 Millionen € ausgegeben. Wichtiges Ziel soll laut Prospektierung unter anderem die Verlagerung des Produktionsstandortes nach Polen sein; bis zum heutigen Tage existiert dort jedoch nicht viel mehr als eine angemietete leere Lagerhalle. Überdies wurde die zum Zeitpunkt der Anleihebegebung laufende Sanierung für alle bis dahin finanzierenden Partner völlig überraschend abgebrochen. Bis Dezember 2013 lief ein Verlust von rund 10 Millionen € auf, nach Bedienung der Verbindlichkeiten gegenüber Banken und anderen Finanzquellen sowie dem Abzug weiterer Kosten war das gesamte frisch eingesammelte Kapital vernichtet.

Anfang Februar 2014 schied Frau Zamek aus der Geschäftsführung aus, am 24. Februar stellte das Unternehmen Insolvenzantrag. Hochgradig problematisch für die Anleihegläubiger ist, dass ihr Kapital an Unternehmenstöchter weitergereicht wurde, die einzige verbleibende Sicherheit, ein Grundstück, wird von den – sich im Insolvenzverfahren in eigener Regie befindlichen – Töchtern beansprucht. Zwischenzeitlich wird von der zuständigen Staatsanwaltschaft ein Anfangsverdacht auf Insolvenzverschleppung geprüft, während Ben Zamek und seine Frau abgetaucht sind, wie das Handelsblatt berichtet.

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankrecht spezialisierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath hat sich über die Jahre hinweg eine außerordentliche Expertise insbesondere in der nachhaltigen und effektiven Geltendmachung und Durchsetzung bestehender Ansprüche erarbeitet; wir führen laufend hunderte von Verfahren auf diesen Gebieten. Im Hinblick auf die Gesamtheit der vorliegenden Informationen im Zusammenhang mit der Unternehmensanleihe des Suppenherstellers Zamek ist aus unserer Sicht mindestens der Prüfungsbericht dahingehend eröffnet, ob neben einer möglichen Insolvenzverschleppung mögliche weitere eventuell auch strafrechtlich relevante Tatverhalte gegeben sein könnten. Wir empfehlen jedenfalls nachdrücklich allen betroffenen Investoren, umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlich möglichen Schritte zur Sicherung bestehender Anlagen zu prüfen und gegebenenfalls zeitnah zu unternehmen. In Rede stehen könnten hier neben Schadensersatzforderungen auch vorsorgliche Sicherungsmaßnahmen wie Pfändungsarreste gegen die Verantwortlichen in der Unternehmensführung. Gerne dürfen Sie uns in dieser Hinsicht kontaktieren, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Bestandsaufnahme ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


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