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Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e. V. mahnt Hotels und Gaststätten ab

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Achtung, die Wettbewerbszentrale mahnt Hotels und Gaststätten wegen Google-Bewertungssternen ab.

Der Verein „Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e. V.“, welcher sich der Bekämpfung wettbewerbswidriger Geschäftspraktiken im Internet verschrieben hat, mahnt Hotels und Gaststätteneinrichtungen ab.

Der Verein ist der Auffassung, dass die durch User bei Google abgegebenen Bewertungen, welche Google automatisch und selbst veranlasst in kleinen Sternchen ausdrückt, wettbewerbswidrig seien.

Der Verein ist der Ansicht, dass dem User unrechtmäßig suggeriert wird, es handele sich um Klassifizierungssterne der Einrichtung, durch die DEHOGA vergeben, obwohl das jeweilige Restaurant oder Hotel über gar keine oder nur weniger Sterne verfügen würde, §§ 3 Abs. 1, 5 Abs. 1 UWG; 3 Abs. 3 UWG i. V. m. Anhang Nr. 2.

Wie ist dies zu bewerten?

Nun, aus unserer Sicht ist es völlig nachvollziehbar, dass sich die Hotelbetreiber und Gastwirte entschieden gegen den Vorwurf des wettbewerbswidrigen Verhaltens wehren, nachdem ihnen ein entsprechendes Abmahnschreiben zugegangen ist.

„Verantwortlichkeit der Abgemahnten fehlt“

Auch wir sehen in den Google-Bewertungssternen keinesfalls ein wettbewerbswidriges Verhalten. Es fehlt bereits an der Verantwortlichkeit der/des Abgemahnten, denn die Bewertungsmöglichkeit und auch die Art und Weise bestimmt Google, ohne jemals den Hotelier gefragt zu haben.

Darüber hinaus erblickt der Google-Nutzer in den Sternebewertungen auch keine Klassifizierung, da direkt neben den goldenen Sternen der Hinweis erfolgt, dass es sich um Bewertungen der Gäste handelt.

Fazit

Der Verein ist hier wohl etwas über das Ziel hinausgeschossen. Warum er sich die einzelnen Hotelbetreiber und Gastwirte vornimmt und nicht den Suchmaschinenriesen Google selbst, lässt Platz für ausreichend Spekulationen.

Es bleibt abzuwarten, ob der Verein mit seiner selbstlosen Mission, für Recht und Ordnung im Internetwettbewerb zu sorgen, am Ende mit wehenden Fahnen in einem Gerichtsprozess untergeht.


Rechtstipp vom 20.09.2017

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            Rechtsanwältin Romy Schult Rechtsanwältin Romy Schult

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