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Zu den Voraussetzungen der Ehescheidung

aus den Rechtsgebieten Familienrecht, Zivilrecht

Voraussetzungen

Vor dem Einreichen einer Ehescheidung beim zuständigen Familiengericht müssen die gesetzlichen Voraussetzungen hierfür vorliegen.

Zunächst müssen die (scheidungswilligen) Eheleute ein Jahr getrennt leben.

Getrenntleben

Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn z. B. ein Ehegatte aus der bisherigen ehelichen Wohnung auszieht.

Die Trennung der Eheleute kann allerdings auch in einer gemeinsamen Wohnung oder einem gemeinsamen Haus durchgeführt werden. Hierzu können die Eheleute auch in ihrer bisherigen ehelichen Wohnung, unter Aufhebung und Ausschluss der persönlichen, insbesondere ehelichen, Beziehungen und bei separater Haushaltsführung, getrennt leben. Deshalb spricht jegliche gemeinsame Haushaltsführung, wie z. B. das Wäschewaschen für beide Ehegatten durch einen Ehegatten (so wie in der Ehe) gegen eine solche Trennung. Daher muss die Ehewohnung so aufgeteilt werden, dass eine Trennung innerhalb der Ehewohnung möglich und daher auch rechtlich anerkannt wird.

Vorzuschlagen wäre also, dass zum Beispiel ein Ehepartner ausschließlich das Gästezimmer und der andere das Schlafzimmer nutzt. Wichtig ist, dass die getrenntlebenden Eheleute eigene (separate) Lebensbereiche haben und keine, wie auch geartete, gemeinschaftliche Haushaltsführung mehr besteht. Dabei werden das Bad und die Küche dann entsprechend vorheriger Absprachen stets jeweils getrennt voneinander genutzt.

Antrag auf Ehescheidung

Der Antrag auf Ehescheidung kann von den Ehegatten nur durch einen sie vertretenen Rechtsanwalt bei dem zuständigen Familiengericht gestellt werden. In der Regel ist das Familiengereicht zuständig, in dessen Bezirk die bisherige Ehewohnung lag.

Hier können jedoch gleichwohl von den scheidungswilligen Eheleuten nicht unerheblich Kosten gespart werden.

So ist es bei der einvernehmlichen Scheidung nur nötig, dass dabei ein Ehegatte durch einen Rechtsanwalt vertreten wird, welcher den Antrag auf Ehescheidung stellt und der andere Ehegatte diesem Antrag zustimmt und selbst keine Anträge stellt.

Scheidungsfolgenvereinbarungen

In einer Scheidungsfolgenvereinbarung können außergerichtliche Regelungen zu Scheidungsfolgen getroffen sein.

Das können Regelungen über das Aufenthaltsbestimmungsrecht für gemeinsame Kinder sein sowie Regelungen zu Umgang und Kindersunterhalt, aber auch zum nachehelichen Unterhalt. Es ist auch sinnvoll, einen möglichen Zugewinnausgleich in einer solchen Vereinbarung zu regeln.

Dauer des Ehescheidungsverfahrens

Ab der Antragstellung kann das Ehescheidungsverfahren ca. 1/2 Jahr dauern, in seltenen Fällen auch ein Jahr und länger.

Abhängig ist die Dauer des Verfahrens auch von evtl. Folgesachen und dem aktuellen Arbeitsanfall beim Familiengericht.

Rechtsanwalt Frank Weiland, Zella-Mehlis/Thüringen

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