Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Zu Unrecht vom Arbeitgeber abgemahnt?

(8)

Eine Abmahnung ist weder für den Arbeitgeber noch für den Arbeitnehmer angenehm. Der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmer wegen Verletzung seiner Pflichten rügen und gleichzeitig klarstellen, dass ein derartiges Verhalten zukünftig nicht mehr geduldet wird. Mitunter bereitet ein Arbeitgeber mit einer Abmahnung auch bereits eine Kündigung vor. Für den Arbeitnehmer stellt sich also in solchen Fällen die Frage, ob er sich um seinen Arbeitsplatz sorgen muss.

Was tun, wenn man eine Abmahnung erhält?

Hält man die Abmahnung für nicht gerechtfertigt, sollte man diese unter keinen Umständen, weder mündlich noch schriftlich, anerkennen. Es empfiehlt sich, zunächst gar keine Erklärung abzugeben, und sich umgehend einen Rechtsbeistand zu besorgen.

Wozu dient eine Abmahnung?

Die Abmahnung soll dem Arbeitnehmer verdeutlichen, dass bestimmte Verhaltensweisen vom Arbeitgeber nicht mehr geduldet werden und im Wiederholungsfall zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses führen. Eine Abmahnung hat für gewöhnlich zum Ziel, dass dem Arbeitnehmer aus verhaltensbedingten Gründen ordentlich gekündigt werden kann. Dabei ist zu beachten, dass der Arbeitgeber bei Ausspruch einer Abmahnung nicht mehr wegen desselben Vorfalls kündigen kann.

Welche Wirksamkeitsvoraussetzungen gilt es bei einer Abmahnung zu beachten?

  1. Die Abmahnung dient als Hinweis. Der Arbeitgeber muss das beanstandete Verhalten des Arbeitnehmers konkret beschreiben und detailliert aufführen, gegen welche Pflichten der Arbeitnehmer wann verstoßen hat.
  2. Die Abmahnung dient als Warnung. Der Arbeitgeber signalisiert, dass ein solches Verhalten zukünftig nicht mehr geduldet wird, und droht im Falle einer Wiederholung arbeitsrechtliche Konsequenzen (Kündigung) an.

Welche Fristen sind bei einer Abmahnung zu beachten?

Gesetzliche Fristen sind bei einer Abmahnung grundsätzlich nicht zu beachten. Allerdings sollte eine Abmahnung relativ zügig nach dem beanstandeten Vorfall erteilt werden. Wenn der Arbeitgeber zu lange wartet, kann ihm der Verwirkungstatbestand entgegengehalten werden. Denn zunächst hat er ja dem Arbeitnehmer den Eindruck vermittelt, er würde das Fehlverhalten tolerieren.

Wie man sich gegen eine Abmahnung wehren kann

Zunächst sollte man sofort nach Erhalt der Abmahnung Beweise dafür sammeln und sichern, dass die Abmahnung ungerechtfertigt war. Waren bei dem Vorfall, auf den sich die Abmahnung bezieht, Kollegen anwesend? Dann sollten diese (nochmals) befragt werden. Gibt es Urkunden oder Dokumente, die möglicherweise als Beweisstück dienen?

Falls der Arbeitgeber die Abmahnung in die Personalakte aufnimmt, sollte aus der eigenen Perspektive eine Gegendarstellung verfasst und der Arbeitgeber dazu verpflichtet werden, diese ebenfalls in die Personalakte zu geben. Verfügt der Betrieb über einen Betriebsrat, kann dieser um Hilfestellung und Unterstützung gebeten werden.

Sollte die Abmahnung nicht berechtigt sein, kann man eine Klage auf Rücknahme der Abmahnung und deren Entfernung aus der Personalakte anstrengen. Der Arbeitgeber ist in einem solchen Verfahren darlegungs- und beweispflichtig. Er muss beweisen, dass die Abmahnung gerechtfertigt war.

Die Anwaltskanzlei Lenné berät Sie bei Fragen zu diesen Thema gerne.


Rechtstipp vom 04.06.2018
aus der Themenwelt Abmahnung und Kündigung und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Ihre Spezialisten