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Zum Pflichtteilsrecht

aus den Rechtsgebieten Erbrecht, Zivilrecht

Unter dem Pflichtteil versteht man die Hälfte des gesetzlichen Erbteiles, wenn ein naher Verwandter vom Erblasser enterbt wurde.

Der Pflichtteil spielt im Erbrecht also immer dann eine Rolle, wenn eine Person, die eigentlich gesetzlicher Erbe wäre, gar nichts oder weniger als das gesetzliche Erbe erhalten soll.

Ein praktisch sehr häufig vorkommendes Beispiel hier ist:

Die Eheleute A und B entschließen sich, ein sogenanntes Berliner Testament zu errichten.
Hierunter versteht man ein Testament, in dem sich die Eheleute für den Fall des Ablebens gegenseitig zu Alleinerben einsetzen.

So haben es auch A und B getan. Sie haben damit ihren Sohn C für den ersten eintretenden Todesfall (Tod von A oder B) enterbt. Somit steht C im Falle des Ablebens von A oder B der Pflichtteil zu. Dieser beträgt in diesem Fall 1/4 des Nachlasses von A oder B, denn C hätte bei gesetzlicher Erbfolge 1/2 geerbt.

Vom Enterben, also dem „auf den Pflichtteil setzen“, muss allerdings der völlige Entzug des Pflichtteils unterschieden werden. Dieser ist nur in sehr begrenzten Ausnahmefällen möglich, beispielsweise dann, wenn der Erbe oder Pflichtteilsberechtigten dem Erblasser nach dem Leben trachtete.

Daher kommt der vollständige Entzug des Pflichtteils auch nur sehr selten praktisch vor.

Zu beachten ist, dass Pflichtteils- aber auch Pflichtteilsergänzungsansprüche innerhalb von 3 Jahren nach Kenntnis vom Erbfall verjähren.

Rechtsanwalt Frank Weiland

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