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Zur einvernehmlichen Scheidung

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Eine einvernehmliche Scheidung – was ist das?

Eine einvernehmliche Scheidung liegt immer dann vor, wenn die Ehegatten seit einem Jahr getrennt leben und beide Ehegatten die Scheidung beantragen oder der eine Ehegatte dem Ehescheidungsantrag des anderen Ehegatten vor Gericht zustimmt.

Getrennt leben die Ehegatten, wenn ein Ehegatte aus der bisherigen ehelichen Wohnung auszieht.

Die Ehegatten können aber auch in der bisherigen ehelichen Wohnung unter Aufhebung der persönlichen – insbesondere ehelichen – Beziehungen und bei getrennter Haushaltsführung getrennt leben.

Dabei wird die Ehewohnung dergestalt aufgeteilt, dass beispielsweise ein Ehegatte das Gästezimmer und der andere Ehegatte das Schlafzimmer ausschließlich nutzt.

Bad und Küche werden dann von den Eheleuten entsprechend der vorherigen Absprache jeweils getrennt voneinander genutzt.

Der Antrag auf Ehescheidung kann von den Ehegatten nur durch einen sie vertretenen Rechtsanwalt bei dem zuständigen Familiengericht gestellt werden.

Voraussetzung für den Antrag auf Ehescheidung

Ein Antrag auf Ehescheidung kann erst nach Ablauf des Trennungsjahres unter den o. g. Voraussetzungen beim zuständigen Familiengericht eingereicht werden.

Der Antrag auf Ehescheidung

Bei Vorliegen dieser Voraussetzungen können beide Ehegatten beim zuständigen Familiengericht die Ehescheidung beantragen lassen oder ein Ehegatte stimmt dem Antrag des anderen Ehegatten zu. Ein Antrag auf Ehescheidung muss zwingend von einem Anwalt gestellt werden. Dabei reicht es, wenn der Ehegatte anwaltlich vertreten ist, der den Antrag auf Ehescheidung stellt.

Versorgungsausgleich

In den meisten Fällen beginnt das Ehescheidungsverfahren mit der Vorbereitung des Versorgungsausgleichs.

Der Versorgungsausgleich dient dazu, dass beide Eheleute nach der Scheidung für die Ehezeit gleich hohe Renten- und Altersvorsorgeanwartschaften haben.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auf den Versorgungsausgleich auch verzichtet werden, hierzu liegt bereits ein gesonderter Rechtstipp vor.

Der Versorgungsausgleich nimmt geraume Zeit in Anspruch und bestimmt im Wesentlichen die Dauer des Ehescheidungsverfahrens.

Befragung zum Trennungszeitpunkt

In der mündlichen Verhandlung, die dem Ausspruch der Ehescheidung durch gerichtlichen Beschluss vorausgeht, werden die Eheleute häufig zum Beginn des Trennungsjahres und dessen Ablauf befragt.

Rechtsanwalt Frank Weiland, Zella-Mehlis


Rechtstipp vom 07.08.2016
aus der Themenwelt Trennung und Scheidung und den Rechtsgebieten Familienrecht, Zivilrecht

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