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Sorgerecht und Umgangsrecht

Trennen sich Eltern, ist ihnen oftmals unklar, was sich rund um das Sorge- und Umgangsrecht ändert. Wissen über Rechte und Pflichten schafft Klarheit und führt zu einer guten Lösung im Sinne des Kindes.

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Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was bedeuten die Begriffe Sorgerecht und Umgangsrecht?

Das Sorgerecht umfasst die Rechte und Pflichten eines Elternteils gegenüber dem Kind. Dazu gehört die Aufgabe, das Kind zu betreuen, zu versorgen und es gesetzlich zu vertreten. Ein sorgeberechtigter Elternteil entscheidet über alle Belange des Kindes, etwa wie es ärztlich versorgt wird, welche Schule es besucht oder ob es getauft wird.

Bei einer Scheidung behalten in der Regel beide Eltern das gemeinsame Sorgerecht. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht, also das Recht, Wohnort und Wohnung des Kindes zu bestimmen, ist Bestandteil des Sorgerechts, kann aber kann unter Umständen auch auf nur einen Elternteil übertragen werden.

Das Umgangsrecht umfasst dagegen allein die Pflege des Kontakts und der Beziehung zwischen Kind und Elternteil. Das Recht hat das Kind selbst wie auch der getrenntlebende Elternteil, sogar Geschwister und andere vertraute Personen können ein Umgangsrecht erhalten. Können sich die Eltern nicht einigen, wie das Umgangsrecht gestaltet wird, entscheidet das Familiengericht.

Wer bekommt das Sorgerecht nach der Trennung nichtverheirateten Eltern?

Auch nichtverheiratete Paare können das gemeinsame Sorgerecht ausüben. Sie müssen dies über eine Sorgeerklärung festlegen, beispielsweise beim Jugendamt. Sind die Eltern bei Geburt eines Kindes nicht verheiratet und geben keine Sorgeerklärung ab, hat die Mutter das alleinige Sorgerecht. Seit Mai 2013 ist es möglich, dass der Vater durch einen Antrag beim Familiengericht das gemeinsame Sorgerecht erlangen kann, auch ohne, dass die Mutter explizit zugestimmt hat. Voraussetzung ist, dass diese Lösung dem Kindeswohl entspricht. Die Regelung gilt auch rückwirkend: Alle Väter können davon Gebrauch machen, auch die, deren Kinder vor dem 19. Mai 2013 geboren wurden.

Gilt das gemeinsame Sorgerecht, bleibt es auch nach einer Trennung bestehen. Hat nur ein Elternteil das Sorgerecht, entbindet das den anderen Elternteil nicht davon, Unterhalt für das Kind zu bezahlen.

Wie beantragt man das alleinige Sorgerecht?

Es steht grundsätzlich jedem Elternteil offen, das alleinige Sorgerecht zu beantragen. Das geschieht beim zuständigen Familiengericht. Allerdings ist es sehr schwer, ein solches Ansinnen auch durchzusetzen, denn dem anderen Elternteil muss per Gericht das Sorgerecht entzogen werden. Das ist keine Kleinigkeit – dafür müssen schwerwiegende Gründe beim Familiengericht vorgetragen und Beweise vorgelegt werden, dass das Kindeswohl, also die körperliche, geistige und seelische Gesundheit des Kindes gefährdet oder nicht gewährleistet ist.

Gründe, das alleinige Sorgerecht zu erhalten, sind zum Beispiel Missbrauch, Vernachlässigung oder Drogensucht des Elternteils sowie das Aufwachsen in einem gefährlichen Umfeld. Auch wenn der Elternteil offenbar überfordert ist mit der Erziehungs- und Versorgungsaufgabe des Kindes, sich weigert, das Kind in die Schule zu schicken oder es ärztlich versorgen zu lassen, kann er das Sorgerecht verlieren.

Was passiert, wenn sich das Kind weigert, den getrenntlebenden Elternteil zu besuchen?

Es kann durchaus geschehen, dass das Kind selbst den Umgang mit einem Elternteil verweigert und zum Beispiel das Wochenende nicht beim getrenntlebenden Vater oder der Mutter verbringen will. Nur weil das Kind den Umgang nicht wünscht, ist dieser nicht automatisch ausgeschlossen.

In einem solchen Fall ist es ratsam, den Gründen nachzuspüren. Manchmal stehen unausgetragene Konflikte der Eltern dahinter. Muss die Situation vor Gericht geklärt werden, sind die Interessen des Kindes und die des betroffenen Elternteils gegeneinander abzuwägen. Je nach Alter des Kindes fließt sein Wille auch in eine Entscheidung mit ein.

Da kleine Kinder noch gar nicht abschätzen können, was zu ihrem Wohl ist, ist der Elternteil, bei dem das Kind dauerhaft lebt, verpflichtet, darauf hinzuwirken, dass das Kind den Umgang mit dem anderen Elternteil pflegt.

Was ist das Wechselmodell?

Das eine richtige Modell, das festlegt, bei wem Scheidungskinder wohnen und wie oft sie beide Elternteile sehen, gibt es nicht. Was richtig ist, ergibt sich aus dem individuellen Fall. Viele getrennte Familien praktizieren heute zum Beispiel das sogenannte Wechselmodell, auch Nest- oder Paritätsmodell genannt. Damit ist gemeint, dass Vater und Mutter sich die Betreuung und Pflege des Kindes teilen und das Kind jeweils für den selben Zeitraum bei Vater und Mutter lebt – zum Beispiel eine Woche beim Vater, eine Woche bei der Mutter.

Eltern, die diese Form des Umgangsrechts anstreben, müssen sich im Klaren darüber sein, dass viele Entscheidungen des Alltags gemeinsam getroffen werden und zuverlässige Absprachen möglich sein müssen, damit der Übergang zwischen beiden Wohnungen für das Kind fließend ist. Damit das Wechselmodell gut funktioniert, hat es sich als günstig erwiesen, wenn Eltern nicht allzu entfernt voneinander wohnen, sodass das Kind seine Alltagsroutine beibehalten kann, auch wenn es die Wohnung wechselt.

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Ausgewählte Rechtstipps zum Thema „Sorgerecht und Umgangsrecht“

Wer entscheidet, wo das Kind wohnt?

Wer das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat, entscheidet auch, wo das Kind wohnt. In den meisten Fällen haben es die Eltern gemeinsam, wenn sie das gemeinsame Sorgerecht ausüben. Dann müssen sie sich einigen, bei wem das Kind wohnt. Häufig entbrennt Streit, wenn ein Elternteil mit dem Kind wegziehen möchte, womöglich noch ins Ausland. Können die Eltern sich nicht einigen, entscheidet das Familiengericht. So lange muss das Kind am gewohnten Wohnort bleiben.

Möchte ein Elternteil das Aufenthaltsbestimmungsrecht – das vom Sorgerecht getrennt werden kann – alleine ausüben, muss das Gericht darüber entscheiden. Grundsätzlich werden Kinder ab dem 14. Geburtstag dazu vor Gericht angehört und in der Regel wird dem Wunsch des Kindes entsprochen, wenn sein Wohl dadurch nicht gefährdet ist.

Wussten Sie schon?

Unabhängig vom Sorgerecht gilt das Umgangsrecht. Ein Kind hat ein Recht auf Umgang mit jedem Elternteil, umgekehrt ist jeder Elternteil berechtigt und sogar verpflichtet, Umgang mit dem Kind zu pflegen. Das Umgangsrecht bedeutet in der Praxis: Ausflüge und Reisen zu unternehmen, gemeinsame Wochenenden zu verbringen, zu telefonieren sowie sich zu schreiben.

Es gibt keine gesetzlichen Regelungen, wie der Umgang zu gestalten ist. In der Praxis wird oft die Regelung eines Besuchsrechts alle 14 Tage zwischen Freitag 18 Uhr und Sonntag 18 Uhr gelebt. Es gibt aber zahlreiche davon abweichende Regelungen und Möglichkeiten. Muss ein Familienrichter über die zeitliche Gestaltung entscheiden, weil die Eltern sich nicht einigen können, wird das Alter des Kindes in die Entscheidung einbezogen wie auch die Intensität des Kontakts zum betroffenen Elternteil.

Wichtig zu wissen ist es, dass das Umgangsrecht einem Elternteil auch dann zusteht, wenn er kein Sorgerecht ausübt. Ein leiblicher Vater beispielsweise hat immer das Recht, sein Kind zu sehen. Genauso steht es aber auch einem Stiefelternteil zu, das Kind zu sehen, wenn er für längere Zeit mit dem Kind zusammengewohnt hat.

Kein Elternteil darf dem anderen das Umgangsrecht einfach entziehen oder unterbinden. Nur in schwerwiegenden Fällen kann der Umgang per Gerichtsbeschluss verweigert werden.

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