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Scheidungsantrag, Online-Scheidung und Co.

Eine Ehe zu beenden ist mit vielen Formalitäten verbunden. Wann Sie den Scheidungsantrag stellen können, ob Sie einen Anwalt brauchen und was eine Online-Scheidung ist.

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03/2017

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Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was ist eigentlich eine Online-Scheidung?

Inzwischen gibt es viele Rechtsanwälte, die eine so genannte Online-Scheidung anbieten. Tatsächlich ist eine reine Online-Scheidung in Deutschland nicht möglich. Ehepartner, die sich scheiden lassen, müssen zum Gerichtstermin erscheinen. Was allerdings online abläuft ist die Kommunikation mit dem Rechtsanwalt und das Verschicken von Formularen und Dokumenten. Die meisten Anwälte verbinden ihr Online-Angebot indes mit telefonischer Beratung. Der Online-Scheidungsantrag eignet sich gerade dann, wenn ein Ehegatte im Ausland lebt.

Wie trennen Sie sich richtig, damit es mit der Scheidung klappt?

In den meisten Fällen ist es ein langer Weg bis zu einer Scheidung. Damit sich wirklich niemand leichtfertig scheiden lässt, müssen Paare in Deutschland mindestens ein Jahr lang getrennt sein, bevor sie den Scheidungsantrag stellen können. Erst dann gilt die Ehe als gescheitert. Falls eine Scheidung nicht einvernehmlich ist, empfiehlt es sich, den Zeitpunkt der Trennung zu dokumentieren. Falls ein Partner auszieht, ist der Beweis der Trennung in der Regel kein Problem. Falls allerdings beide weiterhin unter einem Dach leben, sollte der Beginn der Trennung entweder durch einen Trennungsvertrag oder das Schreiben eines Rechtsanwalts an den Partner dokumentiert sein. Wichtig ist, dass Ehepartner, die in Trennung unter einem Dach leben, auch wirklich getrennt leben. Das heißt, sie schlafen getrennt und führen einen separaten Haushalt, ähnlich wie in einer Wohngemeinschaft. Falls der Ehepartner mit der Scheidung nicht einverstanden ist, wird das Scheitern der Ehe erst nach drei Jahren Trennung angenommen.

Brauchen Sie einen Rechtsanwalt?

Nur ein Anwalt kann den Scheidungsantrag beim Familiengericht stellen. Ein Ehepaar, das sich scheiden lassen will, braucht also mindestens einen Rechtsanwalt. Das setzt aber eine grundsätzliche Einigkeit voraus. Der Vorteil dieser Variante: Es muss auch nur ein Rechtsanwalt bezahlt werden und das Scheidungsverfahren geht schneller, wenn beide Parteien sich einig sind. Anders sieht es aus, wenn ein Partner sich nicht scheiden lassen will oder es grundsätzliche Differenzen bezüglich Sorgerecht und der Aufteilung des gemeinsamen Vermögens gibt. In einem solchen Fall müssen beide Parteien einen Rechtsanwalt beauftragen. Grundsätzlich ist eine strittige Scheidung also wesentlich teurer als eine einvernehmliche Scheidung. Nicht nur dass bei einer strittigen Scheidung beide Parteien einen Rechtsanwalt brauchen, auch die Gerichtskosten werden höher. Der Grund: Bei einer einvernehmlichen Scheidung wird als Streitwert das dreifache Nettoeinkommen beider Eheleute veranschlagt, beispielsweise 15.000 Euro. Wenn das Gericht aber auch noch über die Aufteilung von Immobilien und Vermögen entscheiden soll, erhöht sich der Streitwert, und damit dann auch die Gerichts- und Anwaltskosten.

 

Ablauf der Scheidung in 5 Schritten

Ein Rechtsanwalt stellt den Scheidungsantrag und eventuell Anträge zu Sorgerecht und Unterhalt

Nach einem Jahr Trennungszeit kann der Rechtsanwalt einen Scheidungsantrag beim Familiengericht stellen. Nur wenn Sie eine Härtefallscheidung durchführen wollen, kann der Rechtsanwalt den Antrag auch früher stellen. Ob der Richter einen Härtefall anerkennt, kommt auf die genauen Umstände an.

Der Scheidungsantrag wird dem Ehepartner zugestellt

Wenn der Partner der Scheidung zustimmt, werden die Richter die nächsten Schritte einleiten. Lehnt der Partner die Scheidung hingegen ab, so müssen Sie warten bis eine Trennungszeit von drei Jahren erreicht ist. Dann können Sie die Scheidung auch gegen den Willen des Partners durchsetzen.

Durchführung des Versorgungsausgleichs

Als nächstes müssen beide Partner die Formulare zum Versorgungsausgleich ausfüllen, sofern der Versorgungsausgleich erfolgen soll. Das Gericht leitet die Dokumente an die Rentenversicherungsträger weiter. Diese stellen die Rentenkonten und alle weiteren Informationen zu den Rentenanwartschaften zusammenstellen. Das Scheidungsverfahren geht erst weiter, wenn alle Informationen zu den Rentenanwartschaften vorliegen. Das dauert normalerweise sechs bis zehn Monate.

Scheidungstermin vor Gericht

Beim Scheidungstermin werden die Scheidungsvoraussetzungen und die Scheidungsfolgen besprochen. Dazu müssen beide Ehepartner vor Gericht anwesend sein. Nur in wenigen Ausnahmefällen kann von dieser Regel abgewichen werden. Falls Sie aus irgendeinem Grund nicht zu dem Termin können oder wollen, sollten Sie das unbedingt mit Ihrem Rechtsanwalt besprechen. Bei einer strittigen Scheidung kann es zu mehreren Gerichtsterminen kommen.

Scheidungsbeschluss

Am Ende eines Scheidungsverfahrens steht der Scheidungsbeschluss. Dort werden alle Regelungen zur Scheidung und deren Folgen festgehalten. Nach dem Scheidungstermin wird in der Regel direkt der Scheidungsbeschluss verkündet. Wenn alle Parteien erklären, auf Rechtsmittel zu verzichten, so ist die Scheidung sofort gültig. Andernfalls wird die Scheidung erst rechtskräftig, nachdem der schriftliche Scheidungsbeschluss bei beiden Parteien eingegangen ist. Sie haben dann einen Monat Zeit, um gegebenenfalls Rechtsmittel gegen den Beschluss einzulegen. Passiert das nicht, ist das Paar rechtskräftig geschieden.

Glossar

  • Vorsorgeausgleich: Bei einer Scheidung oder der Auflösung einer eingetragenen Partnerschaft können im Rahmen des Vorsorgeausgleichs Rentenansprüche gerecht unter beiden Partnern aufgeteilt werden. Der Vorsorgeausgleich ist dafür gedacht beispielsweise den Partner zu entschädigen, der sich um die Kinder gekümmert hat und deshalb nur eine geringere Rente beziehen würde. Es ist auch möglich einen Vorsorgeausgleich per Ehevertrag auszuschließen.
  • Zugewinnausgleich: Ein Ehepartner, der sich scheiden lässt und vorher in einer Zugewinngemeinschaft gelebt hat, kann vom anderen Partner die Hälfte des während der Ehe erwirtschafteten Vermögens verlangen. Wer keinen Ehevertrag abgeschlossen hat, lebt automatisch in einer Zugewinngemeinschaft. Aufgeteilt wird dabei nicht das gesamte Vermögen, sondern nur der Vermögenszuwachs ab der Heirat.

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Ausgewählte Rechtstipps zum Thema „Scheidungsantrag und Co.“

Checkliste – diese Scheidungspapiere brauchen Sie

  • Vollmacht für den Scheidungsanwalt
    Ohne Vollmacht darf der Anwalt Sie nicht vertreten
  • Stammbuch oder Eheurkunde
  • Geburtsurkunden der gemeinsamen Kinder
  • Ehevertrag, falls vorhanden
  • Scheidungsfolgenvereinbarung, falls vereinbart
  • Formular zur Beantragung des Versorgungsausgleichs, falls nicht per Ehevertrag ausgeschlossen
  • Antrag auf Verfahrenskostenhilfe bei geringem Einkommen
  • Falls auch Zugewinnausgleich oder Unterhalt beantragt werden, sind weitere Unterlagen notwendig

Wussten Sie schon?

Grundsätzlich müssen Ehepaare ein Jahr getrennt leben, bis sie die Scheidung vor Gericht einreichen können. Entscheidend sind dabei die Angaben der Ehepartner vor Gericht. Wenn beide angeben schon über ein Jahr getrennt zu sein, so wird das nicht weiter überprüft.

Je kürzer eine Ehe dauert, umso weniger gibt es zu regeln. Somit ist die Ehe auch nach erfolgtem Trennungsjahr schnell geschieden. Eine kurze kinderlose Ehe ohne Vorsorgeausgleich kann schneller geschieden werden, als eine zwanzigjährige Ehe mit vier Kindern, Vorsorgeausgleich und einem umkämpften Vermögen.

Eine so genannte Blitzscheidung oder auch Härtefallscheidung ist aber nur in Ausnahmefällen möglich. Eine solche Scheidung könnte schon nach einer Trennungszeit von nur zwei Monaten erfolgen. Voraussetzung ist, dass die Fortsetzung der Ehe für den scheidungswilligen Partner eine unzumutbare Härte bedeuten würde. Die Gründe für die Unzumutbarkeit müssen in der Person des Partners liegen und objektiv nachvollziehbar sein. Es reicht nicht aus, dass ein Partner den anderen plötzlich unmöglich findet oder schnell jemand anderen heiraten will.

Gründe für eine solche Unzumutbarkeit könnte eine psychische Erkrankung des Partners, Drogen- oder Alkoholsucht sein. Auch Gewalt, Demütigungen, Morddrohungen oder sexuelle Perversionen könnten ein Gericht davon überzeugen, einen Scheidungsantrag auch ohne Trennungsjahr anzunehmen. Klar ist: Der Antragsteller muss die Vorwürfe vor Gericht dann auch beweisen können, reine Anschuldigungen reichen nicht aus.

Ablauf der Scheidung und Onlinescheidung

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