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Scheidungsfolgen: Haus, Hund und Co.

Eine Scheidung ist nicht nur emotional belastend, sondern kann auch finanziell für den besser verdienenden Ehepartner teuer werden. Wie Vermögen aufgeteilt wird.

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Testsieger mit Qualitätsurteil „gut"
03/2017

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Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wie wird das Vermögen nach einer Scheidung aufgeteilt?

Wer nach einer Scheidung Haus, Geld, Auto und sonstige Vermögenswerte bekommt, hängt stark von den Vermögensverhältnissen der beiden Ehepartner ab und ob es einen Ehevertrag gibt, oder nicht. Ohne Ehevertrag gilt für Eheleute die so genannte Zugewinngemeinschaft. Der Zugewinn ist der Unterschied zwischen dem Vermögen bei der Heirat und dem Zeitpunkt der Scheidung. Dieser wird für jeden Partner einzeln ermittelt und dann die Differenz gebildet. 


Wenn ein Ehepartner zu Beginn der Ehe 50.000 Euro besitzt und am Ende 70.000 Euro, so hat er einen Zugewinn von 20.000 Euro erwirtschaftet. Wenn der andere Partner 10.000 Euro dazu gewonnen hat, so liegt die Differenz der beiden bei 10.000 Euro. Der Partner, der nur einen Zugewinn von 10.000 Euro erzielte, bekommt davon die Hälfte, also 5.000 Euro. Alternativ können Eheleute auch einen Ehevertrag aufsetzen, und darin entweder Gütertrennung oder eine Gütergemeinschaft vereinbaren. Wenn sich Eheleute scheiden lassen, die Gütertrennung vereinbart haben, dann findet nach der Scheidung kein Ausgleich statt – jeder behält das, was ihm oder ihr gehört. Anders bei der Gütergemeinschaft. Haben Eheleute per Vertrag eine Gütergemeinschaft vereinbart, so gehört das gesamte Vermögen beiden zu gleichen Teilen. Im Falle einer Scheidung muss also wirklich alles aufgeteilt werden: Auch persönliche Gegenstände wie Schmuck, Musikinstrumente und Kunstsammlungen gehören dann beiden. Wer solche persönlichen Gegenstände behalten will, muss dem Ex-Partner dafür dann einen Ausgleich leisten.

Wird die Aufteilung per Gericht festgelegt? 

Wenn es Streit bei der Aufteilung des Vermögens gibt, muss möglicherweise das Gericht entscheiden. Notwendig ist der richterliche Beschluss indes nicht. Wenn die Noch-Eheleute sich einig sind, wer nach der Scheidung was bekommt, müssen sie keinen Richter bemühen. Als Stichtag für die Berechnung des ehelichen Zugewinns gilt der Zugang des Scheidungsantrags. Was nach dem Antrag mit dem Vermögen passiert, ist für einen möglichen Zugewinnausgleich nicht mehr relevant. Im Rahmen des Zugewinnausgleichs werden Immobilien, Bankguthaben, Kapitallebensversicherungen, Kraftfahrzeuge, Schmuck, Unternehmen der Partner und Rentenansprüche berücksichtigt. Auch der Hausrat muss im Scheidungsfall aufgeteilt werden. Wenn sich die Partner nicht einigen können, muss der gesamte Hausrat aufgelistet werden. Notfalls entscheidet das Gericht, was zum gemeinsamen Hausrat gehört, und entsprechend aufgeteilt werden muss. Ebenfalls schwierig ist die Aufteilung von Immobilien. Können die Ehepartner sich nicht einigen, kann auf Antrag beim Amtsgericht eine Teilungsversteigerung angeordnet werden. Diesen kann jeder der Ehepartner stellen, unabhängig davon, wie groß sein Miteigentumsanteil am Haus ist. Das ist sicherlich nicht die beste Lösung, da der Verkaufspreis bei einer Versteigerung meist geringer ausfällt als bei einem normalen Verkauf.

Was gehört im Falle einer Scheidung zum Hausrat?

Wenn sich Ehepartner nicht einigen können, wer was vom Hausrat bekommt, so muss eine formale Hausratsteilung vorgenommen werden. Dafür müssen im ersten Schritt alle Hausratsgegenstände aufgelistet werden. Zum Hausrat gehören alle beweglichen Gegenstände, die im Haushalt der Eheleute genutzt wurden und der gemeinsamen Lebensführung dienen. Das sind unter anderem Möbel, Geschirr, Besteck, Bettwäsche, Unterhaltungselektronik, Elektrogeräte, Gartenmöbel und Kunstgegenstände, die in der gemeinsamen Wohnung ausgestellt waren. Wer die jeweiligen Gegenstände gekauft hat, ist nicht von Belang. Nicht zum Hausrat gehören die persönlichen Habseligkeiten eines Ehegatten, also persönliche Kleidungsstücke, Schmuck, Sammlungen, persönliche Andenken und  Musikinstrumente. Wurde ein Instrument allerdings von allen Familienmitgliedern benutzt, so gehört es zum Hausrat. Ein Computer gehört nicht zum Hausrat, wenn er überwiegend beruflichen Zwecken diente. Ein Auto kann zum Hausrat gehören, wenn es vor allem genutzt wurde, um einzukaufen und die Kinder zur Schule zu bringen. Anders sieht es aus, wenn ein Partner mit dem Auto vor allem zur Arbeit gefahren ist. Dann dient es der beruflichen Nutzung, und wird nicht dem Hausrat zugerechnet.

Wussten Sie schon?

Haustiere wie Katzen, Hunde und Meerschweinchen sind keine Sachen, doch werden sie rechtlich wie Sachen behandelt.  Das führt im Scheidungsfall dazu, dass gemeinsam angeschaffte Tiere dem Hausrat zugerechnet werden. Wurde das Tier dagegen von einem der Partner mit in die Ehe gebracht, so kann derjenige das Tier auch nach der Scheidung behalten.

Können Ehepartner sich nicht einigen, wer das gemeinsam angeschaffte Tier nach der Scheidung behält, so muss das Gericht im Rahmen der Hausratsteilung über das Schicksal des Tieres bestimmen. Dabei geht es nicht in erster Linie um das Wohl des Tieres, sondern um eine gerechte Verteilung der Hausratsgegenstände. In der Regel beziehen Richter das Wohl der Tiere in ihre Entscheidung aber mit ein. So kann die künftige Wohnsituation der Ehepartner für die Entscheidung ausschlaggebend sein, ebenso wie die Frage, wer sich beruflich bedingt, besser um das Tier kümmern kann.

Derjenige, der das Haustier nicht zugesprochen bekommt, muss in einigen Fällen für das Tier Unterhalt zahlen, mit dem Tierarztkosten, Futter und sonstiges Zubehör anteilig bezahlt werden kann. In manchen Fällen wird auch ein Umgangs- und Besuchsrecht zugesprochen, das regelmäßige Besuche und eine Betreuung ermöglicht. Eine gesetzliche Vorgabe gibt es hierfür jedoch nicht. Deshalb fallen Urteile in diesem Bereich höchst unterschiedlich aus. Falls irgend möglich, sollten sich Noch-Eheleute möglichst gütlich einigen, und alle Vereinbarungen bezüglich Kosten und Betreuung schriftlich festlegen.

5 Möglichkeiten eine Immobilie aufzuteilen

Die Aufteilung einer Immobilie ist bei einer Scheidung oft besonders schwierig. Es geht nicht nur um das Geld und mögliche Kreditverbindlichkeiten. Oft haben die Ehepartner auch viel Liebe und Arbeit in eine Immobilie gesteckt und ein soziales Netzwerk rund um den Wohnort aufgebaut. Gerade für Kinder kann das gewohnte Lebensumfeld nach einer Trennung eine besondere Bedeutung gewinnen.

Auszahlung des Ex-Partners

Wenn sich die Ehepartner einig sind, dass einer die Immobilie nach der Scheidung behalten darf, besteht die Möglichkeit, dass einer den anderen auszahlt und somit die Immobilie behalten darf. Ist die Immobilie noch mit einem Kredit belastet, muss die Bank allerdings zustimmen.

Umbau der Immobilie

Ebenfalls denkbar ist, dass die Ex-Partner beide in der Immobilie wohnen bleiben – möglicherweise durch einen Umbau in zwei baulich abgeschlossene Wohneinheiten. Jedoch bietet sich das nicht bei jeder Immobilie an. Unter Umständen kann dies sinnvoll sein, wenn das Verhältnis nicht zerrüttet ist, und sich beide Ex-Partner in gleichen Teilen um gemeinsame Kinder kümmern wollen.

Verkauf der Immobilie

Ist es keinem der Partner möglich, den anderen auszubezahlen, so muss die Immobilie eventuell verkauft werden. Dann müssen die Eheleute sich noch darüber einigen, wer wieviel vom Erlös bekommt. Hat die Immobilie während der Ehe an Wert gewonnen, so muss diese Wertsteigerung im Zugewinnausgleich berücksichtigt werden.

Teilungsversteigerung

Eine vom zuständigen Amtsgericht angeordnete Teilungsversteigerung ist wirtschaftlich riskant. Bei einer solchen Zwangsversteigerung wird die unteilbare Immobilie in teilbares Vermögen, also Geld verwandelt. Da die meisten Immobilien bei Zwangsversteigerungen unter Wert verkauft werden, bedeutet das finanzielle Einbußen für beide Eheleute. Wichtig zu wissen: Vor Ablauf des ersten Trennungsjahres ist eine Teilungsversteigerung nicht zulässig.

Vermieten der Immobilie

Soll eine Immobilie erhalten werden, beispielsweise für gemeinsame Kinder, können die die Ex-Partner sie nach der Scheidung auch vermieten und die Mieteinnahmen teilen. Das ist meist nur sinnvoll, wenn die Partner sich einvernehmlich trennen und auch künftig keine größeren Streitigkeiten zu erwarten sind.

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