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Kindesunterhalt und Düsseldorfer Tabelle

Jedes Kind hat ein Recht auf Unterhalt durch seine Eltern. Leben Eltern getrennt, leistet meist ein Elternteil die Pflege und Erziehung und das zweite Elternteil bezahlt Barunterhalt. Wie viel, regelt die Düsseldorfer Tabelle.

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03/2017

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Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wann hat ein Kind Anspruch auf Unterhalt?

Kinder haben einen Anspruch auf angemessenen Unterhalt. Solange die Eltern gemeinsam unter einem Dach leben, sorgen sie gleichermaßen für ihre Kinder. Das ändert sich bei einer Trennung. Dann ist der Elternteil, bei dem das Kind nicht dauerhaft lebt, zu Unterhaltszahlungen verpflichtet. Der Unterhaltspflichtige muss den Unterhalt in bar bezahlen. Der andere Elternteil leistet seinen Anteil durch die Betreuung des Kindes. Es ist dabei unerheblich, ob die Eltern verheiratet waren oder nicht, oder ob das Kind an erster, zweiter oder dritter Stelle geboren wurde.


Im Unterhaltsrecht sind alle Kinder gleichgestellt, auch Adoptivkinder. Stiefkinder und Pflegekinder haben jedoch keinen Unterhaltsanspruch gegenüber dem Stiefelternteil. Die Unterhaltspflicht endet nicht mit der Volljährigkeit des Kindes. Kindern steht vielmehr bis zum Abschluss ihrer ersten Ausbildung Unterhalt zu. In der Rangfolge der Unterhaltsberechtigten stehen Kinder an erster Stelle, also noch vor dem getrennten Ehepartner, der möglicherweise auch unterhaltsberechtigt ist.

Wie hoch ist der Kindesunterhalt? 

Wie hoch der Unterhalt ist, richtet sich nach dem Alter des Kindes und dem Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen. Die Familiengerichte ziehen normalerweise die sogenannte Düsseldorfer Tabelle zur Unterhaltsberechnung heran. Die Tabelle ist eine Richtlinie des Oberlandesgerichts Düsseldorf. Nach der Tabelle steht Kindern im Alter zwischen null und fünf Jahren ab 2018 ein Mindestunterhalt von 348 Euro im Monat zu, Kindern zwischen sechs und elf Jahren 399 Euro und Kindern zwischen zwölf und 17 Jahren 467 Euro. Ab dem 18. Lebensjahr erhalten sie 527 Euro. Diese Beträge gelten bei einem Nettoeinkommen bis zu 1.900 Euro im Monat. Wer mehr verdient, muss auch mehr bezahlen. Der Unterhaltspflichtige darf von seinem Einkommen aber einen Eigenbedarf behalten, der die Sicherung seines Lebensunterhalts garantieren soll. Dieser liegt bei Erwerbstätigen bei 1.080 Euro im Monat, bei Arbeitslosen bei 880 Euro. Gegenüber dem volljährigen Kind liegt der Eigenbedarf bei 1.300 Euro im Monat.

Was passiert, wenn nach der Trennung neue Kinder geboren werden?

Der Fall passiert in Patchworkfamilien häufig: Der unterhaltspflichtige Elternteil bekommt in einer neuen Partnerschaft weitere Kinder. Das kann sich auf die Unterhaltszahlungen der Kinder aus der früheren Verbindung auswirken. Denn auch gegenüber dem neugeborenen Kind ist der Elternteil natürlich zu Unterhalt verpflichtet. Es kann dann passieren, dass der Unterhaltspflichtige in der Düsseldorfer Tabelle in eine niedrigere Einkommensgruppe eingestuft wird. Das bedeutet, dass der Unterhalt für die Kinder aus der früheren Partnerschaft geringer ausfallen. Denn das verfügbare Einkommen wird auf alle Kinder gleichermaßen verteilt – wo mehr Unterhaltsberechtigte sind, bekommt jeder einzelne weniger. Hat der Unterhaltspflichtige nicht genug Einkommen, um all seinen Zahlungspflichten nachzukommen, liegt ein sogenannter Mangelfall vor. Dann wird nach Abzug des Eigenbedarfs das verbleibende Einkommen gleichberechtigt unter den Unterhaltsberechtigten verteilt.

Wussten Sie schon?

Die Düsseldorfer Tabelle legt den Unterhaltsbedarf von Kindern fest und wird jährlich überarbeitet. Regelmäßig steigen bei der Aktualisierung die Unterhaltssätze der Kinder an. Auch zum 1. Januar 2018 gelten neue Zahlen. Bislang lag der Mindestunterhalt von Kindern bis zum sechsten Lebensjahr bei 342 Euro im Monat, ab 2018 liegt er bei 348 Euro. Die Beträge steigen über alle Altersstufen hinweg in dieser Mindestunterhaltsstufe. Lediglich der Unterhalt für Kinder ab 18 Jahren bleibt unverändert bei 527 Euro im Monat.

Einschneidend ist eine andere Neuerung: Diesmal wurden auch die Einkommensstufen angehoben. Bislang gab es den oben genannten Mindestunterhalt, wenn der Unterhaltspflichtige über ein Nettogehalt bis maximal 1.500 Euro im Monat verfügte. Jetzt gelten diese Mindestunterhaltssätze bis zu einem Nettoeinkommen von 1.900 Euro. Das hat zur Folge, dass der Unterhalt geringer ausfällt, obwohl die Bedarfssätze leicht angehoben wurden.

Ein Beispiel veranschaulicht das: Bislang haben Kinder, deren unterhaltspflichtiger Elternteil zwischen 1.501 und 1.900 Euro netto im Monat verdient hat, je nach Altersstufe zwischen 360 bis maximal 554 Euro im Monat erhalten. Ab 2018 gilt für die Einkommensstufe bis 1.900 Euro nur der Mindestunterhaltssatz von 348 bis maximal 527 Euro, also zwölf bis maximal 27 Euro im Monat weniger.

Was passiert, wenn der Unterhaltspflichtige nicht bezahlt?

Es geschieht immer wieder, dass der Unterhaltspflichtige den Unterhalt nicht regelmäßig bezahlt oder sogar gar nicht bezahlt. In diesem Fall kann der Elternteil, der das Kind betreut, einen Unterhaltsvorschuss vom Staat erhalten. Diesen Vorschuss muss er in der Regel beim zuständigen Jugendamt beantragen. Seit 1. Juli 2017 gilt der sogenannte erweiterte Unterhaltsvorschuss. Jetzt können Kinder unter bestimmten Voraussetzungen bis zum 18. Geburtstag Unterhaltsvorschuss erhalten.

Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr erhalten den Unterhaltsvorschuss jetzt ohne zeitliches Limit. Bislang wurde er nur für eine Dauer von maximal 72 Monaten gewährt. Ältere Kinder erhalten jetzt auch Unterhaltsvorschuss, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. So darf das Kind nicht auf Hartz IV-Leistungen angewiesen sein. Alternativ muss der betreuende Elternteil, der Hartz IV bezieht, mindestens über ein Bruttoeinkommen von 600 Euro verfügen, damit der Unterhaltsvorschuss in Frage kommt.

Je nach Alter des Kindes ist der Unterhaltsvorschuss unterschiedlich hoch. Kinder zwischen null und fünf Jahren erhalten 150 Euro im Monat, Kinder zwischen sechs und elf Jahren 201 Euro und Kinder zwischen 12 bis 17 Jahren stehen 268 Euro zu. Der Antrag auf Unterhaltsvorschuss ist umfangreich. Der betroffene Elternteil muss darin auch Angaben zum unterhaltspflichtigen Ex-Partner machen. Gewährt das Jugendamt den Vorschuss, holt es sich diesen beim unterhaltspflichtigen Elternteil wieder zurück.

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Ausgewählte Rechtstipps zum Thema „Kindesunterhalt“

Checkliste: So lesen Sie die Düsseldorfer Tabelle richtig

Nettoeinkommen 

Der Unterhaltsbedarf richtet sich nach dem Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen. Das ist jedoch nicht das Nettoeinkommen, das auf dem Gehaltszettel steht. Es handelt sich vielmehr um das sogenannte bereinigte Nettoeinkommen. Zum Nettoeinkommen auf dem Lohn- und Gehaltszettel kommen zunächst noch weitere Einnahmen hinzu, zum Beispiel Weihnachts- und Urlaubsgeld, Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung sowie Zinserträge aus Kapitalanlagen. 
Abgezogen werden: Fünf Prozent berufsbedingte Aufwendungen bis maximal 150 Euro und unter bestimmten Voraussetzungen auch Schulden. Jedes Gericht berechnet den Unterhalt ein wenig anders. Es lohnt sich, einen Anwalt zur genauen Berechnung zu Rate zu ziehen.

Kindergeld

Die ausgewiesenen Bedarfssätze in den vier Spalten „Altersstufen in Jahren“ der Tabelle sind nicht die Zahlbeträge, die der Unterhaltspflichtige leisten muss. Von diesen Summen ist jeweils der halbe Kindergeldbetrag abzuziehen. Das Kindergeld beträgt ab 2018 für das erste und zweite Kind je 194 Euro, für das dritte Kind 200 Euro und das vierte Kind 225 Euro.

Bedarfskontrollbetrag

Die Düsseldorfer Tabelle ist auf zwei Unterhaltsberechtigte ausgelegt. Hat der Unterhaltspflichtige gegenüber mehr Kindern oder auch einem getrennten Ehepartner Unterhaltspflichten zu erfüllen, rutscht er möglicherweise in eine niedrigere Einkommensstufe. Entscheidend ist der Bedarfskontrollbetrag, der in der letzten Spalte ausgewiesen ist. Nach Abzug aller Unterhaltszahlungen darf die in der letzten Spalte genannte Summe nicht unterschritten werden. Ist das der Fall, darf der Unterhaltspflichtige in eine niedrigere Einkommensgruppe eingestuft werden. Das geschieht so lange, bis der Bedarfskontrollbetrag nicht mehr unterschritten wird. Der Bedarfskontrollbetrag soll sicherstellen, dass der Unterhaltspflichtige am Ende nicht finanziell schlechter gestellt ist als einer oder mehrere Unterhaltsberechtigte.

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