Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Krankenhaus und Chefarzt

Steht einem als Krankenversicherter ein ärztlicher Eingriff in einem Krankenhaus bevor, ist es von Vorteil, sich im Vorfeld einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen eines Krankenhausaufenthaltes und einer möglichen Chefarztbehandlung zu verschaffen. Dabei können Behandlungen auch zu Kunstfehlern führen.

Bekannt aus: Der Tagesspiegel Money Soldan
Cosmopolitan Wiesbadener Kurier starting up

Gelistet bei: Deutsches Institut für Service-Qualität Öko Test

Testsieger mit Qualitätsurteil „gut"
03/2017

Bekannt aus: Der Tagesspiegel Money Soldan
Cosmopolitan Wiesbadener Kurier starting up

Gelistet bei: Deutsches Institut für Service-Qualität Öko Test

Testsieger mit Qualitätsurteil „gut"
03/2017

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wann kann man verlangen, vom Chefarzt behandelt zu werden?

Patienten, seien sie entweder privat oder gesetzlich versichert, haben generell das Recht, sich ihren Arzt selbst auszusuchen. Jedoch existieren auch Einschränkungen bei der freien Arztwahl – auch in Hinblick auf die Chefarztbehandlung.Sie haben die Möglichkeit bei notwendigen Behandlungen, eine Chefarztbehandlung zu beanspruchen – nach Ablauf der Wartezeit. Dies bedeutet, dass der Versicherungsschutz der privaten Krankenversicherung erst nach dem Ablauf einer bestimmten Wartezeit, meist zwischen drei und fünf Monate, beginnt. Ist diese Wartezeit abgelaufen, haben Privatversicherte die Möglichkeit, ihren Arzt frei zu wählen, d. h. auch eine Chefarztbehandlung im Krankenhaus.Gesetzlich Krankenversicherte können ebenfalls den behandelnden Arzt frei wählen – jedoch müssen sie sich mit mehr Einschränkungen als Privatversicherte auseinandersetzen. Grundsätzlich haben gesetzlich Krankenversicherte das Recht auf freie Arztwahl, die Wahlfreiheit beschränkt sich jedoch auf diejenigen Ärzte, die als Vertragsärzte, d. h. Kassenärzte, von der gesetzlichen Krankenkasse zugelassen sind. Blickt man auf die Behandlung im Krankenhaus, können gesetzlich Krankenversicherte einzig wählen, in welchem Krankenhaus sie ihre Behandlung vornehmen lassen möchten. Welcher Arzt dies jedoch durchführt, kann vonseiten des Patienten nicht entschieden werden – in der Regel wird der diensthabende Arzt herangezogen.

Darf sich der Chefarzt im Rahmen der Chefarztbehandlung vertreten lassen?

Grundsätzlich ist der Chefarzt durch den abgeschlossenen Wahlleistungsvertrag verpflichtet, die Behandlung persönlich zu übernehmen. Für unvorhersehbare Ereignisse, z. B. der Chefarzt hat einen Unfall, sollten Sie eine Vertretervereinbarung treffen und in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) darauf achten, dass die Klausel wirksam miteinbezogen sind. Der vertretende Arzt ist hierbei der ständige ärztliche Vertreter. 

Wer übernimmt die Kosten eines Krankenhausaufenthaltes?

Weist der Arzt Sie in ein Krankenhaus ein, müssen die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlungskosten übernehmen. Wollen Sie allerdings in eine Spezialklinik, da diese beispielsweise für eine bestimmte Operationsmethode bekannt ist und einen guten Ruf hat, sollten Sie vorher mit Ihrer Krankenkasse abklären, ob diese auch in diesem Fall die Kosten übernimmt, oder eine Zuzahlung fällig wird. Ziehen Sie, als Kassenpatient, ohne einen zwingenden Anlass ein anderes Krankenhaus vor, als das eigentlich zuständige, dann sollten Sie bedenken, dass evtl. Mehrkosten von Ihnen zu tragen sind.

Wir helfen sofort

Fragen Sie einen Anwalt

Sie haben eine Rechtsfrage? Wir empfehlen Ihnen unverbindlich einen Experten aus über 20.000 Rechtsanwälten bei anwalt.de

Ihre Kontaktdaten können Sie im nächsten Schritt eingeben.

Wir benötigen noch einige Angaben, um Ihnen passende Anwälte zu empfehlen. Ihre Daten geben wir nicht an die Anwälte weiter, sondern nutzen Sie ausschließlich zur Kontaktaufnahme mit Ihnen. Datenschutzerklärung

Vielen Dank für Ihre Anfrage!
Leider ist etwas schiefgegangen.
Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Passende Anwälte in Ihrer Nähe


Rechtsanwältin Maike Bohn
Kieler Straße 2, 22769 Hamburg
(9)
040 4801858 040 4801858
AJT Jansen Schwarz & Schulte-Bromby
Rechtsanwalt Jens Schulte-Bromby LL.M. (AJT Jansen Schwarz & Schulte-Bromby)
Schorlemer Str. 125, 41464 Neuss
(4)
Fachanwaltschaften Mietrecht & Wohnungseigentumsrecht 02131 662020 02131 662020

Ausgewählte Rechtstipps zum Thema „Krankenhaus und Chefarzt“

Wussten Sie schon?

Tritt ein ungeplanter Krankenhausaufenthalt im Ausland ein – sei es ein Kreuzbandriss im Skiurlaub oder ein entzündeter Blinddarm während einer Dienstreise – steht die Frage im Raum, wer für die Kosten der ärztlichen Behandlung aufkommt.
Befinden Sie sich als gesetzlich Krankenversicherter beim Aufkommen der Krankheit oder des Leidens innerhalb der Europäischen Union, kommt Ihre gesetzliche Krankenversicherung für alle Leistungen auf, die Sie vor Ort in Anspruch nehmen müssen. Einzig die Vorlage Ihrer elektronischen Gesundheitskarte (EHIC) der Krankenkassen genügt für die Behandlung. Aber: Urlauber haben mit der EHIC Anspruch auf medizinisch notwendige Leistungen nach dem Recht des Aufenthaltsstaates. In manchen Fällen ist das deutlich weniger als in Deutschland. Medikamente oder Zahnbehandlungen werden oft nicht bezahlt. Der Urlauber muss die Leistung dann vor Ort selbst bezahlen. Am besten lassen Sie sich vor Ort eine Rechnung geben und legen Sie sie zu Hause der Krankenkasse vor.


Es kann jedoch sein, dass Sie ganz oder zum Teil auf den Kosten sitzen bleiben.
Befinden Sie sich jedoch außerhalb der EU, erbringt Ihre gesetzliche Krankenversicherung im schlimmsten Fall keinerlei Leistungen. Haben Sie im Vorfeld keine Reisekrankenversicherung abgeschlossen, müssen Sie selbst für die entstandenen Kosten aufkommen und lassen Ihre Kosten zu Hause dann erstatten.
Die Reisekrankenversicherung übernimmt vorrangig die Kosten für eine ärztliche Behandlung, Diagnostik, Arzneimittel, Unterbringung in einem Krankenhaus sowie für den Krankenhaustransport.
Private Krankenversicherungen hingegen bieten ihren Versicherten in ganz Europa einen Versicherungsschutz in vollem Umfang.

Die wichtigsten Fakten zu Krankenhaus und Chefarzt

  • Definition Krankenhaus

Ein Krankenhaus ist eine Einrichtung, die vor allem der Krankenhausbehandlung sowie der Geburtshilfe dient. Es steht aus fachlich-medizinischer Sicht unter ärztlicher Leitung und arbeitet nach wissenschaftlich anerkannten Methoden. Ein Krankenhaus verfügt über ein ärztliches Pflege- und medizinisch-technisches Personal, das darauf geschult ist, einerseits Krankheiten und körperliche Leiden bzw. Schäden festzustellen, zu heilen oder zu lindern, andererseits Geburtshilfe zu leisten. Es bietet den zu versorgenden Personen Unterbringung und zugleich Verpflegung. Der Betreiber eines Krankenhauses wird auch „Krankenhausträger“ genannt. Es existieren davon insgesamt drei Gruppen: öffentliche, private sowie freigemeinnützige Krankenhausträger.

  • Definition Chefarzt

In einem Krankenhaus, einer Fachpraxis oder auch in einem Labor hat der Chefarzt eine leitende Funktion inne und trägt dort die Gesamtverantwortung. Er ist der Vorgesetzte des gesamten ärztlichen und nicht-ärztlichen Personals und ist verantwortlich für die Patientenversorgung. Unterstellt ist der Chefarzt dem Krankenhausträger und ärztlichen Direktor einer medizinischen Einrichtung.

  • Chefarztbehandlung

Die Chefarztbehandlung zählt zu den sogenannten Wahlleistungen eines jeden Patienten in Krankenhäusern. Es besteht für jeden, auch Kassenpatienten, die Möglichkeit, sich von einem Chefarzt behandeln bzw. operieren zu lassen. Ist der Patient zum Entschluss gekommen, sich einer Chefarztbehandlung zu unterziehen, wird vorab ein sogenannter Wahlleistungsvertrag mit der Klinik geschlossen. Dabei hat der Chefarzt höchstpersönlich, also nur er, die Behandlung/Operation durchzuführen. In dieser schriftlichen Vereinbarung werden die gewünschten Wahlleistungen, wie z. B. die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer und die Chefarztbehandlung, festgelegt. Dieser Vertrag bezieht gleichzeitig alle ärztlichen Fachbereiche mit ein, die für die geplante Behandlung notwendig und relevant sind.

  • Kosten der Chefarztbehandlung

Da die Chefarztbehandlung zu den Wahlleistungen (Wahlleistungsvertrag) gehört, muss mit Extrakosten gerechnet werden. Die Kostenfrage hängt vom individuellen Versicherungsschutz des Patienten ab, d. h. ob dieser entweder gesetzlich oder privat krankenversichert ist. Jedoch ohne eine entsprechende private Zusatzversicherung müssen gesetzlich Versicherte die anfallenden Kosten selbst tragen. Sind Patienten hingegen privat versichert, müssen sie sich über die anfallenden Kosten keine Gedanken machen – hier gehört die Chefarztbehandlung zu den vereinbarten Grundleistungen.

Das sollten Sie bei einem Krankenhausaufenthalt bedenken

Einweisung

Von Ihrem behandelnden Arzt bekommen Sie eine Einweisung in das Krankenhaus. Dieses kann dann entsprechend mit der Krankenkasse abrechnen.

Aufnahmeuntersuchung

Aufnahmeuntersuchungen sorgen im Vorfeld des Eingriffs für die relevanten Ergebnisse und Befunde, dass dann auch die spätere OP erfolgreich geplant und entsprechend durchgeführt werden kann.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dem Arbeitgeber vorlegen

Zur Auszahlung des Lohns und der Verbuchung als Krankheitstage muss dem Arbeitgeber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt werden. Diese erhalten Sie bei dem Arzt, der Sie krankschreibt im Krankenhaus oder in Folge einer OP etc., wenn noch eine Nachbehandlung durch den Hausarzt o. Ä. zu erfolgen hat.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung der Krankenkasse zuschicken

Meistens verlangt auch die Krankenkasse, dass Sie ihr auch noch einen Nachweis zuschicken, indem Sie einen weiteren Durchschlag der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zusenden.

Kosten für Krankenhausaufenthalt überweisen

Nach einem stationären Krankenhausaufenthalt folgt kurze Zeit später Post. Als Kassenpatient haben Sie für Ihren Aufenthalt in der Regel zehn Euro pro Tag zu zahlen. Eine Zuzahlung entfällt bei Privatpatienten.

 

Welche Rechte und Pflichten bestehen für Patienten?

Patienten, die sich einer Behandlung in einem Krankenhaus unterziehen müssen, besitzen eine Reihe von Rechten und Pflichten.

  • Wahl des Krankenhauses

Zum einen haben sie das Recht, ein Krankenhaus ihrer Wahl für die geplante Behandlung sowie für ein Informationsgespräch im Vorfeld des Eingriffes auszusuchen. Dabei sollte einzig beachtet werden, dass es sich um ein öffentliches Krankenhaus handelt und nicht um eine Privatklinik. Auswahlkriterien für ein Krankenhaus sind die Barrierefreiheit, flexible Besuchsregelungen sowie eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

  • Recht auf Aufklärung

Zum anderen besteht für Patienten das Recht auf Aufklärung, Einwilligung und Dokumentation. Der behandelnde Arzt steht somit in der Pflicht, seine Patienten umfassend über alle verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten, über die möglichen Risiken und mögliche, alternative Behandlungsmethoden zu informieren. Des Weiteren haben Patienten das Recht zu erfahren, ob anstelle der stationären ebenso eine ambulante Behandlung möglich wäre. Darüber hinaus muss der Arzt sowohl über mögliche Narkoseverfahren als auch über Risiken und Folgen des Eingriffs aufklären. Patienten haben jedoch immerzu den Anspruch auf „Nichtwissen“, d. h. sie können sich dafür entscheiden, nicht aufgeklärt und informiert zu werden. Dokumentiert wird die Aufklärung des Arztes in der Patientenakte, die Patienten in Form von Abschriften ausgehändigt bekommen können.

  • Dokumentation erforderlich

Ein weiteres Recht für Patienten besteht darin, dass sie eine zeitnahe Dokumentation der Behandlungsabläufe in der Patientenakte – sowohl in schriftlicher als auch elektronischer Form – verlangen können. Des Weiteren ist Patienten die Möglichkeit gegeben, Einsicht in ihre Patientenakte zu bekommen.

  • Einwilligung abgeben

Patienten haben ebenso das Recht, ihre Einwilligung für eine anstehende Behandlung abzugeben. Ohne diese ist es dem Arzt nicht erlaubt, eine Behandlung durchzuführen. Ist ein Patient jedoch nicht in der Lage seine Einwilligung zu erteilen – beispielsweise aufgrund eines Verkehrsunfalls –, wird die Einwilligung vermutet oder besteht eine vorab abgeschlossene Patientenverfügung. Diese Einwilligung kann ebenfalls jederzeit widerrufen werden.

Wussten Sie schon?

Tritt ein ungeplanter Krankenhausaufenthalt im Ausland ein – sei es ein Kreuzbandriss im Skiurlaub oder ein entzündeter Blinddarm während einer Dienstreise – steht die Frage im Raum, wer für die Kosten der ärztlichen Behandlung aufkommt.
Befinden Sie sich als gesetzlich Krankenversicherter beim Aufkommen der Krankheit oder des Leidens innerhalb der Europäischen Union, kommt Ihre gesetzliche Krankenversicherung für alle Leistungen auf, die Sie vor Ort in Anspruch nehmen müssen. Einzig die Vorlage Ihrer elektronischen Gesundheitskarte (EHIC) der Krankenkassen genügt für die Behandlung. Aber: Urlauber haben mit der EHIC Anspruch auf medizinisch notwendige Leistungen nach dem Recht des Aufenthaltsstaates. In manchen Fällen ist das deutlich weniger als in Deutschland. Medikamente oder Zahnbehandlungen werden oft nicht bezahlt. Der Urlauber muss die Leistung dann vor Ort selbst bezahlen. Am besten lassen Sie sich vor Ort eine Rechnung geben und legen Sie sie zu Hause der Krankenkasse vor.


Es kann jedoch sein, dass Sie ganz oder zum Teil auf den Kosten sitzen bleiben.
Befinden Sie sich jedoch außerhalb der EU, erbringt Ihre gesetzliche Krankenversicherung im schlimmsten Fall keinerlei Leistungen. Haben Sie im Vorfeld keine Reisekrankenversicherung abgeschlossen, müssen Sie selbst für die entstandenen Kosten aufkommen und lassen Ihre Kosten zu Hause dann erstatten.
Die Reisekrankenversicherung übernimmt vorrangig die Kosten für eine ärztliche Behandlung, Diagnostik, Arzneimittel, Unterbringung in einem Krankenhaus sowie für den Krankenhaustransport.
Private Krankenversicherungen hingegen bieten ihren Versicherten in ganz Europa einen Versicherungsschutz in vollem Umfang.

Wichtige Gesetze und Urteile zum Thema

  • § 630 a Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): In den §§ 630 a ff. BGB ist der Behandlungsvertrag, eine Unterform des Dienstvertrages, geregelt. Diese Vorschriften umfassen Verträge über eine Behandlung zu medizinischen Zwecken.
  • § 17 Abs. 2 Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG): Wahlleistungen müssen vor der Erbringung schriftlich vereinbart werden und der Patient ist vor Abschluss der Vereinbarung schriftlich über die Entgelte der Wahlleistungen und deren Inhalt zu unterrichten.
  • § 76 Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V): Jeder Patient hat das Recht auf freie Arztwahl, d. h. er kann den behandelnden Arzt frei wählen.
  • BGH, Urteil v. 19.07.2016, Az.: VI ZR 75/15: Hat ein Patient im Krankenhaus die Chefarztbehandlung vereinbart, darf dieser nicht von einem anderen Arzt, beispielsweise dem stellvertretenden Oberarzt, operiert werden.

Wie bewerten Sie diese Seite?