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Erbe und Nachlass regeln

Niemand beschäftigt sich gerne mit dem eigenen Ableben. Dennoch ist es wichtig, den eigenen Nachlass zu regeln, damit die nächsten Angehörigen versorgt sind.

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03/2017

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Die wichtigsten Fragen und Antworten

Welche Möglichkeiten gibt es, den eigenen Nachlass zu regeln?

In Deutschland gibt es verschiedene Möglichkeiten, seinen Nachlass zu regeln. Sie können beispielsweise ein Testament aufsetzen oder einen Erbvertrag schließen. Zusätzlich zu Ihren Erben können Sie einzelne Vermächtnisnehmer bestimmen. Das bedeutet, Sie können zum Beispiel ein Bild, ein Schmuckstück oder ein Auto einer einzelnen Person vermachen, ohne dass diese zum Erben wird. Dieses Vermächtnis muss der Vermächtnisnehmer im Todesfall von den Erben einfordern.


Was in Ihrem Fall das beste ist, hängt stark von Ihrer individuellen Lebenssituation und der Größe des Nachlasses ab. Wenn Sie weder Testament noch Erbvertrag aufsetzen gilt die gesetzliche Erbfolge und nach dieser stehen Ehepartner und eingetragene Lebenspartner sowie Kinder an erster Stelle der Erbfolge. Falls Sie andere Erbregelungen aufsetzen wollen als im Gesetz vorgesehen, brauchen Sie ein Testament oder einen Erbvertrag. Das ist dann besonders wichtig, wenn Sie nicht verheiratet aber verpartnert sind, oder Kinder aus verschiedenen Ehen haben. Auch wenn Sie Immobilien besitzen oder eine eigene Firma haben, empfiehlt es sich, den Nachlass per Testament zu regeln. Je komplizierter der Erbfall, um so wichtiger ist, dass Sie sich von einem erfahrenen Rechtsanwalt oder Notar beraten lassen.

Kann man sein Erbe genauso regeln, wie man will?

In Deutschland gilt die sogenannte Testierfreiheit. Das bedeutet, dass jeder seinen Nachlass grundsätzlich so regeln kann, wie er das will. Trotzdem sind Ihnen gewisse gesetzliche Grenzen gesetzt. So können Sie Kinder und Ehepartner zum Beispiel nicht einfach enterben. Sie können sie zwar vom Erbe ausschließen, aber sie bekommen dann immer noch den sogenannten Pflichtteil. Dieser muss von den eigentlichen Erben in bar ausgezahlt. Pflichtteilsberechtigt sind Ihre Abkömmlinge, also Kinder, Enkel und Urenkel, sowie Ehegatten und Eltern. Wie hoch der jeweilige Pflichtteil ist, hängt davon ab, wieviel die Person ohne Testament erben würde. Grundsätzlich entspricht die Pflichtteilsquote der Hälfte der gesetzlichen Erbquote. Angenommen Ihr Kind hätte laut gesetzlicher Erbquote Anspruch auf einen Viertel des Erbes, so bekäme es über den Pflichtteil immer noch ein Achtel. Nur in wirklich sehr seltenen Fällen können Sie jemanden komplett enterben, beispielsweise weil Ihnen die Person nach dem Leben trachtet oder sich sonst eines Verbrechens gegen Sie schuldig gemacht hat. Auch in Bezug auf Tiere ist der Testierfreiheit Grenzen gesetzt. Tiere gelten in Deutschland als Sachen und können deshalb nicht als Erben eingesetzt werden. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihre Wünsche mit deutschem Erbrecht vereinbar sind, sollten Sie sich in jedem Fall beraten lassen.

Ist ein Testament oder ein Erbvertrag die bessere Lösung?

Dies hängt stark davon ab, welche Regelungen genau getroffen werden sollen. In einem Testament geht es, vereinfacht gesagt, um das Aufteilen des Erbes. Sie können festlegen, wer was nach Ihrem Tod bekommen soll. In einem Erbvertrag werden dagegen gegenseitige Regelungen getroffen, die dann auch rechtlich bindend sind. So können Lebenspartner vereinbaren, sich gegenseitig als Erben einzusetzen. Auch ist es möglich, beispielsweise eine Pflege im Tausch gegen das Erbe zu vereinbaren. Auch im Zusammenhang mit einer Unternehmensnachfolge kann ein Erbvertrag sinnvoll sein. Per Vertrag könnte der Erbe des Unternehmens verpflichtet werden, bestimmte Bedingungen zu erfüllen. Trotzdem ist bei einem Erbvertrag auch Vorsicht geboten: Die in einem Erbvertrag getroffenen Verfügungen können grundsätzlich nur mit Zustimmung beider Vertragspartner geändert werden. Nach dem Tod eines Vertragspartners sind Änderungen gar nicht mehr möglich. Deshalb sollten sich alle Vertragsparteien sehr gut überlegen, ob sie wirklich einen Erbvertrag schließen wollen. Gleichzeitig sind alle Vertragsparteien sicher, dass die Vereinbarungen auch Bestand haben. Denn ein Testament kann jederzeit verändert werden, ohne dass die Erben davon erfahren.

Wussten Sie schon?

Wenn Sie wirklich sicher sein wollen, dass Ihr Testament nach Ihrem Tod Bestand hat, sollten Sie sich für das Verfassen des Testamentes unbedingt von einem Rechtsanwalt oder Notar beraten lassen. Andernfalls besteht immer die Gefahr, dass Sie aus Unwissenheit einen Fehler begehen, der im schlimmsten Fall das gesamte Testament ungültig macht. Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass das Testament auch aufgefunden und nicht vernichtet wird. Dazu empfiehlt sich die Hinterlegung beim Amtsgericht oder die Aufsetzung eines notariellen Testamentes.

Sind die Hinterbliebenen mit dem Inhalt des Testaments nicht einverstanden, so kann das Testament angefochten werden. Das können alle Personen, die laut gesetzlicher Erbfolge eigentlich erbberechtigt wären. Dazu gehören neben Ehepartnern gegebenenfalls auch Kinder, Eltern oder Enkelkinder.


Die Gründe für eine Anfechtung sind vielfältig. Besonders einfach zu vermeiden, sind Formfehler im Testament. Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist festgelegt, welche Formvorschriften bei einem Testament einzuhalten sind. So müssen Sie das Testament komplett per Hand schreiben, datieren und am Schluss unterschreiben. Wenn Eheleute ein gemeinschaftliches Testament verfassen, so schreibt einer das Testament per Hand und beide unterschreiben am Ende eigenhändig. Verstoßen Sie als Erblasser gegen diese Vorschriften, ist das Testament ungültig.

Voraussetzung für ein gültiges Testament ist zudem die sogenannte Testierfähigkeit. Das heißt, Sie müssen beim Verfassen des Testaments ganz Herr Ihrer Sinne sein, sonst könnte Ihre Testierfähigkeit angezweifelt und damit das gesamte Testament angefochten werden.

Ebenfalls anfechtbar sind Testamente, in denen das Pflegepersonal aus Heimen oder Ärzte als Erbe eingesetzt wird. Der Grund: In vielen Heimgesetzen der Länder ist es Mitarbeitern von Heimen untersagt, Geld oder geldwerte Leistungen anzunehmen. Da ein Testament nicht gegen geltendes Recht verstoßen darf, wäre es in einem solchen Fall unwirksam.

Kaum vorhersehbar und damit schwer vermeidbar, ist eine Anfechtung aufgrund von Erbunwürdigkeit des Erben. Diese liegt vor, wenn eine Erbe den Erblasser getötet oder es zumindest versucht hat. Auch wenn der Erbe dafür gesorgt hat, dass der Erblasser nicht mehr in der Lage ist, sein Testament zu ändern, gilt er als erbunwürdig.

Anders sieht es bei sittenwidrigen Testamenten aus. Sittenwidrigkeit lässt sich durchaus vorhersehen und damit vermeiden. Ein typisches Beispiel für ein sittenwidriges Testament wäre beispielsweise, wenn ein Erblasser seiner Geliebten alles vererben will, während die gesamte Familie leer ausgeht. Ein solches Testament wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit ungültig.

So funktioniert die gesetzliche Erbfolge

Stirbt ein Mensch ohne gültiges Testament, so tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Danach gilt: Je näher der Verwandtschaftsgrad, desto eher wird ein Angehöriger zum Erben. Die Nähe des Verwandtschaftsverhältnisses ist nach dem so genannten Parentelsystem definiert. Zu den Erben erster Ordnung gehören der Ehepartner, Kinder und Enkel des Verstorbenen. Nicht eheliche Kinder sind genauso erbberechtigt wie eheliche Kinder. Erben zweiter Ordnung sind Eltern und Geschwister des Verstorbenen sowie Neffen und Nichten. Erben dritter Ordnung sind Großeltern, Onkel und Tanten.


Grundsätzlich erben als erstes die Erben erster Ordnung, dann die Erben zweiter Ordnung und dann erst die Erben dritter Ordnung, denn nähere Verwandte schließen die entfernteren Verwandten von der Erbfolge aus. Zum Beispiel erben die Enkelkinder nichts, wenn die Kinder des Erblassers noch leben.

Wichtig ist die gesetzliche Erbfolge aber auch dann noch, wenn ein Testament existiert. Falls nämlich Kinder oder Ehepartner enterbt werden, steht ihnen dennoch der sogenannte Pflichtteil zu. Dieser beträgt die Hälfte dessen, was ihnen laut gesetzlicher Erbfolge zustehen würde.

Falls ein vorhandenes Testament erfolgreich angefochten wird, tritt ebenfalls die gesetzliche Erbfolge in Kraft – falls nicht ein anderes gültiges Testament auftauchen sollte.

Es ist gut möglich, dass ein Erblasser gar kein Testament braucht, weil die gesetzliche Erbfolge bereits seinen Wünschen entspricht. Um das herauszufinden, empfiehlt es sich, mit einem auf Erbrecht spezialisierten Rechtsanwalt Kontakt aufzunehmen.

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