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Aufgaben eines Anwalts

Was gehört eigentlich genau zu den Aufgaben eines Anwalts? Gibt es bestimmte Dinge, zu denen ein Anwalt sogar verpflichtet ist? Und was darf ein Anwalt im Gegensatz dazu gar nicht tun?

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03/2017

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Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was fällt in das Aufgabengebiet eines Anwalts?

Aufgabe eines Anwalts ist es, seinen Mandaten juristisch zu beraten und zu vertreten. Sein Job ist es, dafür zu sorgen, dass die rechtlichen Interessen seines Mandanten durchgesetzt werden. Hierzu setzt  rechtliche Ansprüche des Mandanten durch und wehrt unberechtigte Ansprüche ab. Dabei wird der Anwalt nicht erst tätig, wenn die Sache bereits auf dem Schreibtisch eines Richters liegt, sondern oft schon viel früher. In vielen Fällen ist taktisch kluges Vorgehen sehr hilfreich und von Anfang an erforderlich.


Daher wird der Anwalt optimalerweise so früh wie möglich mandatiert, denn er kennt sich im jurisitschen Paragrafendschungel bestens aus, weiß genau worauf es im Zweifel vor Gericht ankommt und wie sich der Mandant im Vorfeld verhalten sollte. Außerdem gibt es eine ganze Reihe von Aufgaben, die mit einem Rechtstreit (noch) nichts zu tun haben, sondern vielmehr die rechtliche Vorsorge betreffen, indem wichtige Dokumente wie etwa ein Vertrag, eine Patientenverfügung oder ein Testament rechtssicher gestaltet werden.  Zu den üblichen Aufgaben eines Rechtsanwalts im Rahmen einer parteilichen Interessenvertretung zählen:

  • Rechtsberatung und Rechtsauskunft für Mandanten
  • Vertretung und Verteidigung der Mandanten vor Gericht
  • Ausgestaltung von Verträgen und Geschäften
  • Informationen über die außergerichtliche und gerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen
  • außergerichtlicher und gerichtlicher Abschluss von Vergleichen
  • Überprüfung der erstrittenen Urteile für seinen Mandanten, um Rechtsmittel einzulegen oder Einreden zu erheben
  • Leisten von Verfahrenshilfe für Prozesse in Form von Rechtsausführungen oder Sachverhaltsklärungen

Welche Pflichten hat ein Anwalt?

Ein Rechtsanwalt ist in seiner Tätigkeit gewissen Pflichten unterworfen. Die wichtigsten davon sind:

  • Mandatsannahme: Wendet sich ein Ratsuchender mit einem Sachverhalt an den Anwalt, ist dieser verpflichtet, zügig eine Entscheidung über die Annahme oder Ablehnung des Mandats zu treffen. Häufig sind nämlich bestimmte Fristen zu wahren, wie z. B. die Drei-Wochen-Frist bei der Kündigungsschutzklage oder die Zwei-Wochen-Frist beim Widerspruch gegen einen Bußgeldbescheid.
  • Sachverhaltsaufklärung: Ein Anwalt ist verpflichtet, einen ihm anvertrauten Sachverhalt gründlich zu untersuchen. Dazu muss er die nötigen Unterlagen anfordern und alle Angaben des Mandanten detailliert überprüfen.
  • Rechtsprüfung: Prüfen muss ein Anwalt außerdem alle Gesetze, Urteile und die juristische Literatur, die für den vorliegenden Fall relevant sind. Anhand derer muss er dann entscheiden, welche Ansprüche seinem Mandanten zustehen.
  • Sicherster Weg: Grundsätzlich ist ein Anwalt immer daran gebunden, so vorzugehen, wie der Mandant es ihm vorgibt. Er hat aber gleichzeitig die Pflicht, den Mandanten auf vorhersehbare und vermeidbare Risiken sowie Nachteile hinzuweisen und ihn davor zu schützen.
  • Verschwiegenheitspflicht: Ein Anwalt ist zur Verschwiegenheit verpflichtet. Das betrifft sämtliche Informationen, die er im Rahmen seiner Tätigkeit erfahren hat. Nicht dazu zählen allgemein bekannte Tatsachen oder Informationen, die so unbedeutend sind, dass sie nicht geheim gehalten werden müssen.
  • Fortbildungspflicht: Alle Rechtsanwälte sind verpflichtet, sich fortzubilden. Das hat den Hintergrund, dass sich Gesetze und Rechtsprechung ständig ändern. Die Fortbildung stellt sicher, dass ein Anwalt immer auf dem aktuellen Stand bleibt.
  • Berufshaftpflicht: Der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung ist für Rechtsanwälte Pflicht. Diese deckt Schäden, insbesondere Vermögensschäden, die im Rahmen seiner Berufstätigkeit entstehen können. Solange die Zulassung des Rechtsanwalts bestehen bleibt, solange muss auch die Haftpflicht laufen.

Was darf ein Anwalt nicht?

Ein Rechtsanwalt ist immer zur Neutralität verpflichtet. Er unterliegt deshalb einem Vertretungsverbot, wenn seine berufliche Unabhängigkeit gefährdet ist. Das ist z. B. der Fall, wenn er in derselben Sache bereits vorher tätig geworden ist – als Richter, Staatsanwalt, Notar, Notarvertreter, Schiedsrichter oder Angehöriger des öffentlichen Diensts.

Ein Anwalt darf sich außerdem bei der Ausübung seines Berufs nicht unsachlich verhalten. Unter unsachliches Verhalten fällt z. B., bewusst Unwahrheiten zu verbreiten oder herabsetzende Äußerungen zu tätigen. Ferner darf der Rechtsanwalt keine widerstreitenden Interessen – also nicht beide Seiten in einem Rechtsstreit – vertreten.

Werbung ist Anwälten nur dann verboten, wenn sie konkret im Einzelfall auf eine Auftragserteilung ausgerichtet ist. Informiert sie aber neutral über die Art und den Inhalt der Tätigkeit des Anwalts, ist Werbung für Anwälte erlaubt. Zudem darf ein Rechtsanwalt mit seinem Mandanten keine geringeren Kosten vereinbaren, als im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz festgelegt ist. 

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8 Dinge, die Anwälte (nicht) dürfen!

Wie wird man eigentlich Anwalt?

  • Studium der Rechtswissenschaften: in der Regel 9 Semester
  • Ablegen des 1. Staatsexamens
  • Referendariat: 2 Jahre an verschiedenen Stationen als Vorbereitungsdienst
  • Ablegen des 2. Staatsexamens
  • Beantragung der Zulassung bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer
  • Vereidigung

Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 200 rechtswissenschaftliche Studiengänge. Viele davon sind auch als Bachelor-Master-Studium aufgebaut und werden als "Bachelor of Laws" (LL.B.) bzw. „Master of Laws“ (LL.M.) abgeschlossen. Damit man die Anwaltszulassung erhalten kann, muss man dann aber trotzdem noch das übliche Jurastudium mit den beiden Staatsexamen absolvieren. Studenten mit LL.B. oder LL.M. können sich aber einige Kenntnisse anrechnen lassen. 

Die wichtigsten Fakten zu „Aufgaben eines Anwalts“

Berufsbezeichnung Anwalt

Der Titel „Rechtsanwalt“ ist in Deutschland eine geschützte Berufsbezeichnung. Sie darf nur von Personen getragen werden, die in Deutschland bei der Bundesrechtsanwaltskammer zugelassen sind. Verstößt man dagegen, macht man sich gemäß § 132a Strafgesetzbuch (StGB) des Missbrauchs einer Berufsbezeichnung strafbar. Diese Straftat wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft. Nicht geschützt sind hingegen die Berufsbezeichnungen „Anwalt“ oder „Jurist“.

Verschiedene Berufsausrichtungen

Besondere Aufgaben kommen einem Anwalt zu, wenn er sich für eine bestimmte Spezialisierung entscheidet. So kann ein Rechtsanwalt unter anderem auch als Vermögensberater, Insolvenzberater, Staatsanwalt, Steuerberater oder Notar tätig werden. Besondere Ausrichtungen sind außerdem:

  • Fachanwalt: Kann ein Rechtsanwalt in einem Fachgebiet besondere Kenntnisse und Erfahrungen nachweisen, kann ihm ein Fachanwaltstitel verliehen werden.
  • Syndikusanwalt: Ein Syndikusanwalt ist ein Unternehmensanwalt. Er übt die anwaltliche Tätigkeit im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses aus. Die Voraussetzung zur Tätigkeit als Syndikusanwalt ist die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Im Unternehmen darf der Syndikus Rechtsrat erteilen, Rechtsfragen prüfen, Rechtsverhältnisse gestalten und nach außen in juristischen Fragen als Verantwortlicher auftreten. Er darf das Unternehmen aber nicht vor Gericht vertreten, da er nicht unabhängig ist, sondern den Anweisungen seines Arbeitgebers unterliegt.

Persönliche Voraussetzungen

Nicht nur in fachlicher Hinsicht benötigt ein Rechtsanwalt umfassende Kompetenzen, um seinen Beruf erfolgreich und gut ausüben zu können. Auch in persönlicher Hinsicht muss man für diesen Beruf geeignet sein. Zunächst einmal sollte ein Anwalt keine „Nine-to-five-Einstellung“ haben, sondern sich bewusst sein, dass eine 70-Stunden-Woche gerade für Berufseinsteiger oder Top-Anwälte keine Seltenheit ist. Auch am Abend oder am Wochenende sind häufig Termine nötig – geregelte Arbeitszeiten sind also Fehlanzeige! Außerdem muss ein Rechtsanwalt einen Hang zur Pünktlichkeit an den Tag legen. In kaum einem anderen Beruf müssen so viele – teilweise sehr kurze – Fristen gewahrt werden.

Logisches Denken, Fleiß, Disziplin, ein souveränes Auftreten, Unabhängigkeit und Loyalität sind weitere Werte, die ein Anwalt unbedingt mitbringen sollte. Und weil es in diesem Beruf so häufig um emotionale Auseinandersetzungen und tragische Schicksale geht, darf auch ein gewisser Abstand zur Sache nicht fehlen, um von den Problemen der Mandanten nicht selbst belastet zu werden.

Besonderheiten beim Anwaltsvertrag

Der Anwaltsvertrag bringt einige Besonderheiten mit sich. So können für den Anwalt schon mit dem Vertragsangebot des Mandanten Pflichten entstehen, auch wenn er das Angebot gar nicht angenommen hat. Will der Anwalt nämlich gerade keinen Vertrag mit dem potenziellen Mandanten schließen, ist er verpflichtet, sein Angebot ohne zu zögern abzulehnen. In anderen Fällen wiederum hat der Anwalt erst gar keine Wahl, sondern ist sogar verpflichtet, den Vertrag anzunehmen – z. B. bei einer Pflichtverteidigung. Ist der Vertrag einmal abgeschlossen, muss ein Anwalt seine Aufgaben (mehr dazu unter dem Punkt „Welche Pflichten hat ein Anwalt?“) aus dem Anwaltsvertrag gewissenhaft erfüllen. Andernfalls kann er sich schadensersatzpflichtig machen.

Anwaltstätigkeit online

Vielen Menschen fällt der Gang zum Anwalt schwer. Kein Wunder, ist es doch so, dass man diesen Weg erst antreten muss, wenn man ein rechtliches Problem hat. In einigen Sachverhalten ist es jedoch gar nicht notwendig, dass man als Mandant persönlich einen Termin in der Kanzlei des Anwalts wahrnimmt. Stattdessen kann oft die gesamte Mandatsbearbeitung über telefonischen oder E-Mail-Kontakt stattfinden. Ein typisches Beispiel hierfür ist das Scheidungsverfahren. Sind sich die getrennten Eheleute über die Scheidungsfolgen einig und lassen sich einvernehmlich scheiden, so genügt es, dem Anwalt sämtliche Unterlagen per E-Mail oder Post zukommen zu lassen und sich telefonisch mit ihm abzusprechen. Lediglich beim Scheidungstermin vor Gericht muss man dann ein einziges Mal persönlich erscheinen, sodass es eine reine Onlinescheidung doch nicht gibt. Es gibt aber auch noch eine ganze Reihe anderer Tätigkeiten, die Anwälte mithilfe von Internet und einer entsprechenden Kommunikation über Telefon und E-Mail erledigen können. Hierzu gehört z. B. der ganze Bereich der Erstberatung oder die Erstellung unterschiedlicher Dokumente wie Testament, Patientenverfügung oder Betreuungsverfügung. Diese Tätigkeiten werden sogar als einzeln buchbare Rechtsprodukte mit einem Festpreis angeboten.

Wussten Sie schon?

Nach Statistik der Bundesrechtsanwaltskammer vom 1. Januar 2017 sind in Deutschland 164.393 Rechtsanwälte zugelassen. Davon sind 56.502, also 34,4 %, Frauen. Insgesamt sind 53.866 Fachanwaltstitel verliehen (davon 15.710, also 27,6 %, an Frauen), wobei beachtet werden muss, dass ein Anwalt bis zu drei Fachanwaltstitel führen kann.

Jeder in Deutschland zugelassene Rechtsanwalt wird im zentralen Verzeichnis der Bundesrechtsanwaltskammer geführt.


Dieses bundesweite amtliche Anwaltsverzeichnis ist öffentlich für jedermann im Internet unter der Adresse www.rechtsanwaltsregister.org einsehbar und enthält unter anderem folgende Daten der Anwälte:

  • Vor- und Nachname(n)
  • Kanzleiname und Kanzleianschrift, auch von Zweigstellen
  • Kontaktdaten und Internetadresse der Kanzlei
  • Berufsbezeichnung
  • Fachanwaltsbezeichnungen
  • Datum der Zulassung
  • Eventuelle Berufsverbote, Berufsausübungsverbote und Vertretungsverbote

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