Sali Invest AG stellt Insolvenzantrag

  • 2 Minuten Lesezeit

Sali Invest AG am Ende?

Es kam so, wie es viele befürchtet haben: Die Beendigung der Sali Invest AG steht offensichtlich kurz bevor. Nachdem der Sitz der Gesellschaft von Riegel nach Emmendingen und dann nach Naumburg (Saale) verlegt wurde, steht jetzt die Insolvenz an. (Aktualisierung: Am 2.3.2022 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet, siehe weiter unten)

Insolvenzantrag

Die Sali Invest AG hat selbst einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über ihr Vermögen beim Amtsgericht Charlottenburg gestellt. Mit Beschluss des Amtsgerichts Charlottenburg vom 20. September 2021 wurde durch das Gericht ein Sachverständigengutachten u.a. zu der Frage in Auftrag gegeben, ob ein Eröffnungsgrund für die Durchführung des Insolvenzverfahrens vorliegt und genügend Masse zur Deckung der Verfahrenskosten vorhanden ist.

Unsere Empfehlung

Anleger geben, die nach wie vor ihre Ratenzahlung auf Beteiligungsverträge nicht gestoppt haben, empfehlen wir dringend, die Ratenzahlung einzustellen. Darüber hinaus empfehlen wir, bestehende Forderungen, z.B. aus durch Kündigung bereits beendeten Beteiligungsverträgen, bei dem seitens des Gerichts beauftragten Gutachter anzumelden, damit dieser einen Überblick über die bestehenden Forderungen erhält.

Vorgeschichte

Bereits in der veröffentlichten Bilanz für das Jahr 2017 hatte die Sali Invest AG aus damals vorhandenen Beteiligungsverträgen Rückzahlungsforderungen für den 1.7.2020 i.H.v. 2,8 Millionen € eingestellt. Darüber hinaus waren Forderungen gegenüber ehemaligen Vorständen i.H.v. 234.000 € eingestellt, bei denen wir nicht wissen, ob diese Forderungen jemals beigetrieben wurden. Ebenfalls ist für unsere Mandanten das Schicksal einer angeblichen Beteiligung an einer  „Mineralwasserfabrik“ bzw. einer „Wasseraufbereitungsanlage" in Ungarn völlig unklar. Zu anderen Investments als dem gescheiterten Projekt "Unser Park" liegen unseren Mandanten bislang keine weiteren Informationen vor. 

Die Sali Invest AG hat im Jahr 2017 einen Verlust i.H.v. 576.000 € und im Jahr davor i.H.v. 736.000 € nach den Angaben in der Bilanz 2017 verkraften müssen. Vermutlich hat die Sali Invest AG auch nach 2017 keine ausreichenden Gewinne gemacht, um die eingetretenen Verluste auszugleichen und musste nun die Konsequenz durch Stellung eines Insolvenzantrages ziehen. Man darf gespannt sein, welches Ergebnis der seitens des Amtsgerichts Charlottenburg eingesetzte Insolvenzgutachter ermittelt und wie sich das durch die Sali Invest AG selbst beantragte Verfahren weiterentwickelt.

März 2022: Insolvenzverfahren eröffnet!

Über das Vermögen der Sali Invest AG wurde mit Beschluss des Amtsgerichts Charlottenburg vom 2. März 2022 nunmehr das Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet (Az. 36s IN 3223/21). Die Insolvenzgläubiger werden aufgefordert, die Insolvenzforderungen bis zum 28. Mai 2022 bei dem seitens des Gerichts eingesetzten Insolvenzverwalter anzumelden. Wir empfehlen geschädigten Anlegern, Rückzahlungsansprüche betreffend ihre Zahlungen auf Kapitalanlagen und Schadensersatzansprüche bei dem Insolvenzverwalter als Forderung anzumelden. Ob allerdings und in welcher Höhe die Insolvenzmasse Sali Invest AG ausreichend sein wird, um eine nennenswerte Quote auf die angemeldeten Forderungen im Insolvenzverfahren auszuschütten, ist aktuell völlig offen. Hierzu muss der weitere Verlauf des Insolvenzverfahrens und die Ergebnisse der Tätigkeit des Insolvenzverwalters abgewartet werden.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet

Artikel teilen:


Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Weitere Rechtstipps von Rechtsanwalt Andreas Mayer

Beiträge zum Thema