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Aufklärung im Abgasskandal von Fiat-Chrysler wird behindert

  • 4 Minuten Lesezeit

Die im Diesel-Abgasskandal involvierten Unternehmen verhindern seit Jahren mit allen Mitteln die juristische Aufklärung. Der Fall Fiat Chrysler Automobiles (FCA, jetzt: Stellantis) stellt dabei keine Ausnahme dar. Die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer will vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) seit über einem Jahr Protokolle von Gesprächen mit Vertretern der Robert Bosch GmbH einsehen. 2016 soll der Automobilzulieferer der deutschen Behörde gesteckt haben, dass FCA beim Stuttgarter Unternehmen Abschalteinrichtungen bestellt hat. Gegen die bereits genehmigte Herausgabe der Akten hat nun ein sogenannter Dritter Widerspruch eingelegt - wahrscheinlich Bosch oder Fiat selbst. Dr. Stoll & Sauer wird jedoch bei ihren Recherchen nicht lockerlassen. Die Kanzlei gehört zu den führenden im Abgasskandal. Die Inhaber vertreten den Verbraucherzentrale Bundesverband in der Musterfeststellungsklage gegen Daimler. Bereits 2020 konnte für 260.000 VW-Kunden ein 830-Millionen-Euro-Vergleich mit ausverhandelt werden.

Scheuer und Dobrindt bescheren Wohnmobilbranche Abgasskandal

Der Abgasskandal im Fiat-Imperium hat in Deutschland vor allem die Fans von Reise- und Wohnmobilen getroffen. Der Fiat Ducato ist in den meisten Freizeitfahrzeugen als Basismodell verbaut. Seit 2016 ist der Skandal deutschen Behörden bekannt. 2016 fand das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) durch Untersuchungen heraus, dass bei Fiat-Dieselmotoren die Abgasreinigung nur auf dem Prüfstand funktioniert. Die Bosch GmbH hatte der Behörde im Zusammenhang mit Ermittlungen rund um den Abgasskandal von VW zudem offenbart, dass der Automobilzulieferer Abschalteinrichtung für Fiat angefertigt habe. Trotzdem gelangten die Motoren in Reise- und Wohnmobilen. Nach Hinweisen des damaligen CSU-Generalsekretärs Andreas Scheuer an seinen Parteifreund und damaligen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt musste das KBA die Genehmigung für die Fahrzeuge erteilen, obwohl allen Beteiligten klar war, dass die Motoren illegal waren und noch heute sind.

Die Verbraucherkanzlei Dr. Stoll & Sauer treibt seit über einem Jahr die Aufarbeitung und Aufklärung im Skandal unaufhaltsam voran.

  • Am 7. Oktober 2020 beantragte Dr. Stoll & Sauer beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die Übermittlung der Bosch-Protokolle aus dem Jahr 2016 – inklusive Inhalt der Gespräche und Ergebnisse.
  • Am 3. September 2021 gab das KBA dem Antrag der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer auf Übermittlung der Bosch-Protokolle statt – in Form einer teilgeschwärzten Abschrift
  • Mit Schreiben vom 2. November 2021 teilte das KBA mit, dass „der betroffene Dritte Drittwiderspruch gegen die Herausgabe der geforderten Dokumente eingelegt hat“. Nun prüft die Behörde den sogenannten Drittwiderspruch.

Und so zieht sich die Aufklärung erneut weiter hin, weil ganz offensichtlich die Firma Bosch die Wahrheit nicht in zivilrechtlichen Verfahren zur Sprachen kommen lassen will. Die Gesprächsprotokolle wären ein starker Beweis für die Manipulation von Fiat-Chrysler vor Gericht. Eine Verurteilung aus Sicht der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer unausweichlich. Das Vorgehen des sogenannten Dritten ist vor allem vor dem Hintergrund skandalös, weil der Fiat Skandal bereits 2015 in den USA ruchbar wurde. Fiat hat sich dort mit Behörden und Verbrauchern schon längst verglichen. In Europa hingegen kommen die Behörden kaum in die Gänge. Gegen Italien läuft aufgrund der Abgasmanipulation seit 2017 ein Vertragsverletzungsverfahren und seit 2018 sogar eine Klage der EU-Kommission am Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg. Seitdem drohte der Skandal in Europa in Vergessenheit zu geraten. Ehe im Sommer 2020 die Staatsanwaltschaft Frankfurt Büroräume des Fiat-Imperiums durchsuchte und den Skandal zurück auf die Tagesordnung katapultierte. Bald war klar, dass alle Euro-5- und Euro-6-Motoren unter Verdacht stehen, die gesetzlichen Abgasgrenzwerte nur auf dem Prüfstand und nicht im normalen Straßenverkehr einzuhalten. Nur ab Euro 6dTemp finden keine Ermittlungen statt. Diese Motoren gelten bisher als sauber. Betroffen vom Skandal sind die Marken Fiat, Jeep, Alfa Romeo, Lancia und Iveco.

Für die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer ist die juristische Aufarbeitung des Abgasskandals bei FCA/Stellantis ein großes Stück weitergekommen. Die Chancen auf Schadensersatz sind dadurch enorm gestiegen. Daher rät die Kanzlei vom Abgasskandal betroffenen Verbrauchern, sich anwaltlich beraten zu lassen. Geschädigte müssen durch die Folgen und Auswirkungen des Abgasskandals mit enormen Geldeinbußen kämpfen: Ihnen drohen Fahrverbote, Stilllegungen und Wertverluste, sofern sie die Ansprüche nicht rechtzeitig vor Gericht geltend machen. Verbraucher sollten eine Individualklage erheben. Die Chancen stehen nach aktueller Rechtsprechung sehr gut. Im kostenfreien Online-Check lässt sich der richtige Weg aus dem Dieselskandal herausfinden. Wir prüfen Ihren konkreten Fall und geben Ihnen eine Ersteinschätzung, bevor wir uns auf ein gemeinsames Vorgehen gegen den Autobauer einigen.

Dr. Stoll & Sauer führte Musterfeststellungsklage gegen Daimler

Bei der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH handelt es sich um eine der führenden Kanzleien im Abgasskandal. Die Kanzlei ist unter anderem auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert und führte mehr als 10.000 Klagen gegen Banken und Fondsgesellschaften. Im Widerrufsrecht bezüglich Darlehensverträge wurden mehr als 5.000 Verbraucher beraten und vertreten. Daneben führt die Kanzlei mehr als 20.000 Gerichtsverfahren im Abgasskandal gegen Hersteller, Händler und die Bundesrepublik Deutschland bundesweit, konnte bereits tausende positive Urteile erstreiten und über 10.000 Vergleiche zugunsten der Verbraucher abschließen.

In dem renommierten JUVE Handbuch 2017/2018, 2018/2019 und 2019/2020 wird die Kanzlei in der Rubrik Konfliktlösung - Dispute Resolution, gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten besonders empfohlen für den Bereich Kapitalanlageprozesse (Anleger). Die Gesellschafter Dr. Ralf Stoll und Ralph Sauer führten in der RUSS Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH für den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) außerdem die Musterfeststellungsklage gegen die Volkswagen AG, handelten für 260.000 Verbraucher einen 830-Millionen-Vergleich aus und schrieben mit Abschluss des Verfahrens am 30. April 2020 deutsche Rechtsgeschichte. Aktuell führen die Inhaber in einer Spezialgesellschaft die Musterfeststellungsklage gegen die Daimler AG. Im JUVE Handbuch 2019/2020 wird die Kanzlei für ihre Kompetenz beim Management von Massenverfahren als marktprägend erwähnt.

Foto(s): Pixabay

Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Kaufrecht

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